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Laatzen Anlauf zu kurz? Schwan sitzt auf Laatzener Teich fest
Umland Laatzen

Laatzen: Schwan sitzt auf Stückenfeldteich fest

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00:18 15.05.2019
Olga Alesin (links) und Birgit Kollikowski hoffen, dass ihnen jemand hilft, den Schwan wieder in einen artgerechten Lebensraum zu bringen. Quelle: Stephanie Zerm
Laatzen-Mitte

Birgit Kollikowski und Olga Alesin machen sich große Sorgen um den jungen Höckerschwan, der seit Dezember auf dem Stückenfeldteich lebt. Mehrmals täglich gehen sie an das Gewässer und beobachten das Tier. „Er ist zwar hier gelandet, aber nun kann er nicht mehr weg“, sagt Kollikowski. Schon oft habe sie das Tier dabei beobachtet, wie es versuchte, wegzufliegen. Manchmal sogar mehrmals am Tag. Doch immer scheiterte der junge Vogel, da er nicht hoch genug kam, um über die Bäume am Ufer des Sees hinweg zu fliegen. Denn aufgrund ihres Gewichts von bis zu 14 Kilogramm, brauchen Schwäne laut Experten mindestens 20 bis 30 Meter freien Anlauf auf Wasser oder Land, und dann noch einmal um die 30 bis 50 Meter, um auf eine Flughöhe von über vier Metern zu kommen. Doch dafür ist der Stückenfeldteich zu klein.

„Dass der Platz zum Starten für den Schwan nicht reicht, haben auch schon viele andere Anwohner beobachtet, die sich ebenfalls um das Tier sorgen“, sagt Olga Alesin. Zwar müsse der Schwan nicht verhungern, weil viele Spaziergänger ihn mit Brot fütterten. Aber dem Tier fehlten die Artgenossen. „Schwäne binden sich lebenslang an einen Partner“, sagt Alesin. „Und dieser hier ist ganz allein.“ Anwohner hätten sich bereits an Feuerwehr, Stadtverwaltung und Nabu gewandt. Aber keiner habe helfen wollen.

Der etwa einjährige Schwan ist offenbar auf dem Stückenfeldteich gefangen, da er nicht genügend Platz zum Wegfliegen hat.

„Wir sind schon zwei- bis dreimal vor Ort gewesen“, sagt Stadtbrandmeister Sebastian Osterwald. Die Tierrettung der Rethener Feuerwehr sei jedoch nur für Tiere zuständig, die verletzt seien oder von denen eine Gefahr ausgehe. „Und offenkundig ging es dem Schwan gut. Also haben wir nichts unternommen“, sagt Osterwald.

Auch die Stadt hat laut Sprecher Matthias Brinkmann schon nach dem Schwan gesehen. „Ein Außendienstmitarbeiter des Teams Sicherheit und Ordnung hat die Situation vor Ort überprüft und festgestellt, dass das Tier gesund und unverletzt ist.“ Der Schwan finde am Teich ausreichend Nahrung und lebe jetzt dort. Laut Einschätzung der Verwaltung handele es sich um einen Jungschwan, der noch nicht paarungsbereit sei und somit keinen Drang habe, fort zu fliegen. „Eine Fangaktion würde das Tier in eine unnötige Stresssituation bringen“, sagt Brinkmann. Die Stadt werde aber die Lage weiter beobachten. Außerdem rät sie dringend davon ab, das Tier zu füttern, da es ihm eher schade als nütze.

Nabu vermutet, dass Schwan wegen des Fütterns bleibt

Das sieht der Nabu Laatzen ähnlich. Auch die Naturschützer haben sich die Situation auf dem Stückenfeldteich angesehen. „Nach unserer Ansicht könnte der Schwan den Teich verlassen, wenn er wollte“, sagt Nabu-Mitarbeiterin Sabrina Schmidt. Wahrscheinlich bleibe er vor Ort, weil er durchgehend mit Brot gefüttert wird. Dies sei jedoch für die Lebewesen im und am Teich nicht gesund. Der Nabu Laatzen bittet daher darum, das Füttern der Enten und des Schwanes mit Brot zu unterlassen. „Falls man die Tiere trotzdem füttern möchte, sollte man sich aus einem Fachhandel spezielles Wasservogelfutter holen.“

Der einzige, der dem Schwan helfen will, ist Siegfried-Karl Guder. Der Jagdpächter, der schon zahlreiche in Not geratene Wildtiere in seinem Auto transportiert hat, hat bereits versucht, den Höckerschwan einzufangen. Allerdings vergeblich. „Der Teich ist kein idealer Lebensraum für den Schwan“, sagt er. Das Gewässer sei zu eng und biete nicht genügend Wasserpflanzen, die Schwänen als Hauptnahrungsquelle dienen. Eine Zufütterung mit Brot führe zu einer einseitigen und ungesunden Ernährung. Außerdem brauche das seiner Ansicht nach etwa einjährige Tier Artgenossen, auch wenn Schwäne erst mit zwei oder drei Jahren geschlechtsreif würden. Guder vermutet, dass der Jungschwan von seinen Eltern vertrieben wurde und auf dem Stückenfeldteich notlandete. Nächste Woche will Guder erneut versuchen, den Schwan einzufangen und in einen für ihn artgerechten Lebensraum zu bringen. Ideal sei dafür die Leine. „Dort gibt es zurzeit mehrere Schwanen-Junggesellentrupps, denen er sich anschließen kann.“

Vielleicht bekommt Guder bei seiner geplanten Rettungsaktion ja auch Unterstützung von der Tierrettung der Feuerwehr. „Wenn uns eine fachkundige Stelle um Hilfe bittet, tun wir, was wir können“, sagt Stadtbrandmeister Sebastian Osterwald.

Von Stephanie Zerm

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