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Laatzen Umzug geschafft: So sieht die neue DRK-Rettungswache aus
Umland Laatzen

Laatzen: So sieht es in der neuen DRK-Rettungswache aus

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17:47 17.01.2020
Das ist die neue DRK-Rettungswache. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen-Mitte

Wenn in der südlichen Region Hannover ein Krankentransport oder Notarzt benötigt wird, startet das DRK-Team aus Laatzen seit Kurzem von einer neuen Adresse: der Senefelderstraße. Die rund 80 Mitarbeiter sind mitsamt ihren Fahrzeugen und weiterer Materialien von der Nürnberger Straße in den Bürohausneubau mit Rettungswache und Ausfahrt zur Erich-Panitz-Straße gezogen. Kurz nachdem die Region die Räume offiziell abgenommen und der Regelbetrieb begonnen hat, durfte die HAZ bei einem exklusiven Rundgang dabei sein.

Die Rettungswache sei nach neuesten gesetzlichen Vorgaben errichtet worden, betont Lars Weber, Geschäftsführer der DRK-Hilfsdienste in der Region. Dies verbessere den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigte. Zudem habe das DRK die Verwaltung neu geordnet und am Standort zusammengezogen, ergänzt sei Stellvertreter Frank Wöbbecke. Dadurch beschleunigen sich Arbeitsabläufe. „Wir nutzen Synergieeffekte“, so Geschäftsführer Weber. Vom Büro im zweiten Obergeschoss geht es sodann in die darunter liegende Etage und die Schulungsräume, wo zahlreiche Gerätschaften und menschliche Oberkörper oder Köpfe aus Kunststoff, sogenannte Phantome, auf Tischen liegen.

Die Mitarbeiter fühlen sich wohl in dem Neubau zwischen Senefelderstraße und Erich-Panitz-Straße. Im Sinne des DRK ist er nach den neuesten gesetzlichen Vorgaben eingerichtet.

Der Umzug ist noch nicht überall abgeschlossen und einiges ist noch aus- und einzuräumen. In der Rettungswache selbst, die sich im Erd- und Untergeschoss befindet, ist bereits alles an seinem Platz. Dies war auch die Voraussetzung, um überhaupt umzuziehen, betont Wöbbecke beim Rundgang. Dass der Fertigstellungstermin sich um mehrere Monate verschoben hat, sei kein Versäumnis des Bauherren gewesen, sondern gehe auf Lieferverzögerungen bei den Herstellern der Büromöbel und technischen Geräte zurück. Doch dies sei unproblematisch, wie auch die Tatsache, dass die Fassade noch nicht fertig gedämmt ist und noch Restarbeiten am und im Gebäude ausstehen.

Laatzener Rettungswache ist die größte in der Region

Die Laatzener Rettungswache ist die größte von insgesamt 13 des DRK in der Region und gehört nun zu den modernsten. Rund 80 Rettungsassistenten, Notfall- und Rettungssanitäter sind an der Senefelderstraße im Schichtbetrieb beschäftigt. Hinzu kommen noch mehrere Verwaltungskräfte.

Demnächst werden auch noch 30 Mitarbeiter der DRK-Nachrichtenzentrale in den Neubau einziehen. Derzeit koordinieren diese noch von Springe aus bundesweite Einsätze und Anfragen für den Hausnotruf. Künftig werden die Anrufe von rund um die Uhr arbeitenden Teams in Laatzen bearbeitet. Die direkt neben der Rettungswache neu entstehende Nachrichtenzentrale gehört zu den modernsten in ganz Deutschland. „Die Nachrichtenzentrale soll planmäßig zum 1. März ihren Betrieb aufnehmen“, kündigte Geschäftsführer Weber an, während er in dem sowohl von der Nachrichtenzentrale als auch der Rettungswache zu nutzenden Besprechungsraum steht.

Der Geschäftsführer der DRK-Hilfsdienste Region Hannover, Lars Weber, steht im Besprechungsraum im Erdgeschoss. Diesen können sowohl die Mitarbeiter der Rettungswache als auch die der benachbarten Nachrichtenzentrale nutzen. Quelle: Astrid Köhler

Anschlagssicherer Bau und autarker Betrieb

Die Laatzener Rettungswache entspricht neuesten gesetzlichen Anforderungen: Das fängt mit abschließbaren Postfächern für Mitarbeiter an, geht weiter über eine speziell gesicherte Datenerfassung, eine Schleuse samt Desinfektionsmöglichkeiten nach Einsätzen bis zum Notstromaggregat für den autarken Betrieb der Rettungswache. „Selbst wenn die komplette Infrastruktur zusammenbricht, können wir hier 72 Stunden weiterarbeiten“, so Wöbbecke. Bei sensiblen Einrichtung wie der Rettungswache sind besondere Vorgaben zu berücksichtigen. So sind auch alle Leitungen anschlagssicher gebaut.

Zudem gibt es Sensoren in der Fahrzeughalle, die den CO2 -Anteil messen und bei zu starker Konzentration – wenn die Motoren mehrere Rettungswagen laufen – für saubere Luft sorgen. Die Zufahrtsrampe und die Ausfahrt wiederum sind mit Wärmematten und Temperatursensoren ausgestattet, sodass sich dort kein Eis bilden kann.

Barcodescanner im Materiallager

Die technischen Veränderungen werden auch im Materiallager deutlich: So wird der Verbrauch vollständig digital erfasst. Für jedes Dreieckstuch, jede Kanüle und jede Rettungsdecke, die dort zum Auffüllen der Fahrzeuge entnommen werden, gibt es einen Barcode. Die Mitarbeiter erfassen diese mit einem Scanner und in einem Programm, sodass zu jeder Zeit und auf den Verband genau der Verbrauch festzustellen ist. „Früher wurde dies händisch gemacht und musste später alles zusammengezählt und berechnet werden“, so Wöbbecke. Das neue System sei schneller und genauer. „Wir testen dies als Pilotprojekt in Laatzen.“

Wenn nach einem Einsatz Verbandszeug, Spritze oder anderes Material aufgefüllt und aus den Lagerbeständen entnommen werden muss, wird dies mit einem Barcodescanner vermerkt und mit einem Programm festgehalten. Auf diese Weise kann der Verbrauch schnell und bis aufs Fahrzeug genau nachvollzogen werden. Quelle: Astrid Köhler

DRK nutzt im Neubau 3,5 Geschosse

Mit dem Umzug in den Laatzener Neubau hat sich für das DRK auch platzmäßig viel verändert: Im ersten und einem Teil des zweiten Obergeschoss sind mehrere Büros, die Zweigstelle der DRK-Hilfsdienste samt Tochtergesellschaften sowie Schulungsräume untergebracht. Im Erdgeschoss liegen die Büros für den Rettungsdienstbezirksleiter und die Datenverarbeitung, es gibt sieben Ruheräume für die Bereitschaft, ein Notarztzimmer, einen großen Besprechungsraum, den neben den Mitarbeitern der Rettungswache künftig auch die der Nachrichtenzentrale nutzen können, und einen großen lichtdurchfluteten Aufenthaltsbereich.

„Die Räume sind schön modern, und es gibt viel mehr Platz“, sagt der angehende Rettungssanitäter Notfall, André Schiersch. Während er am großen Tisch sitzt und isst, haben es sich seine Kollegen aus dem Bereitschaftsdienst auf einem großen Sofa bequem gemacht und lesen. Auch Notfallsanitäterin Carina Spark im Nachbarbüro trauert der alten Rettungswache nicht hinterher. Diese war seinerzeit für 20 Mitarbeiter und drei Fahrzeuge ausgelegt und viel zu klein geworden.

Der Aufenthaltsraum mit dazugehöriger Küchenzeile ist hell und freundlich gestaltet. Quelle: Astrid Köhler

Im Untergeschoss des Neubaus befindet sich die Fahrzeughalle mit sieben Stellplätzen für Rettungs- und Notarztwagen, Damen- und Herrenumkleiden, Desinfektions- und Sanitärbereiche sowie das Lager und Notstromaggregat.

Nachnutzung der alten Rettungswache ist noch unklar

Die alte Rettungswache an der Nürnberger Straße steht nun nahezu leer. Weniger als eine Handvoll Arbeitsplätze sind dort verblieben. Was aus dem Siebzigerjahregebäude wird, das dem DRK-Regionsverband gehört, ist noch unklar.

Die in den Siebzigerjahren gebaute Laatzener Rettungswache an der Nürnberger Straße war ursprünglich für 20 Mitarbeiter und drei Fahrzeuge ausgelegt. Sie steht seit Kurzem leer. Das dahinterliegende Gebäude der DRK-Bereitschaft mitsamt der Kleiderkammer wird hingegen weiterhin genutzt. Quelle: Astrid Köhler

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Von Astrid Köhler

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