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Laatzen Stadt will Schulen digital aufrüsten
Umland Laatzen Stadt will Schulen digital aufrüsten
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06:00 20.04.2019
An der Humboldtschule in Hannover wird in einigen Klassen schon jetzt regulär mit Ipads unterrichtet. Ein Modell auch für Laatzen? Quelle: Samantha Franson
Laatzen

Die Summen sind beträchtlich: 5 Milliarden Euro will der Bund in den nächsten fünf Jahren für die Digitalisierung der Schulen in Deutschland ausgeben – so hat es die Bundesregierung im Zuge des sogenannten Digitalpakts angekündigt. Hinzu kommen wohl 500.000 Euro von den Ländern. Bricht man die Summe auf die 40.000 Schulen im Bundesgebiet herunter, blieben für jede einzelne Schule – von der Grundschule bis zum Gymnasium – durchschnittlich 137.000 Euro hängen.

Damit auch Laatzen davon profitiert, hat der CDU-Stadtverband jetzt die Erarbeitung eines Medienentwicklungsplans für die Laatzener Schulen vorgeschlagen. Die Partei bereitet derzeit einen Antrag für die Ratsgremien vor – mit dem Auftrag an die Verwaltung, ein Konzept zu erstellen. „Der Plan ist Voraussetzung für die Beantragung und Auszahlung der Mittel des Bundes“, sagt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Paul Derabin.

Im Rathaus rennt die Partei damit offene Türen ein. „Das Thema steht bereits seit längerer Zeit auf der Agenda“, teilt Stadtsprecherin Nele Beck auf Anfrage mit. „Daher steht die Verwaltung dem Vorschlag grundsätzlich offen gegenüber.“ Nach Ostern seien zunächst interne Abstimmungsgespräche vorgesehen.

Der Stand ist an den Laatzener Schulen bislang noch sehr unterschiedlich. „Es sind nicht alle Schulen gleichmäßig ausgestattet“, sagt Beck – dies liege auch an den unterschiedlichen Wünschen der einzelnen Einrichtungen. Grundsätzlich seien alle Schulen mit PCs oder Notebooks sowie teilweise auch mit Tabletwagen ausgestattet. Darüber hinaus seien interaktive Tafeln, Beamer und Dokumentenkameras bei Bedarf verfügbar. Beim digitalen Ausbau der Schulen liege die Priorität aus Verwaltungssicht auf der Infrastruktur – vom flächendeckenden Aufbau eines WLAN-Netzes bis zur Verkabelung der Einrichtungen.

Relativ weit vorangeschritten ist zumindest der Netzwerkausbau die Albert-Einstein-Schule: Wie Schulleiter Christian Augustin unlängst erläuterte, sei die Kooperative Gesamtschule inzwischen flächendeckend mit einem schnellen WLAN-Netz ausgestattet und arbeitet seit Jahren mit der pädagogischen Online-Oberfläche IServ. Bei einer schulinternen Lehrerfortbildung im Oktober vergangenen Jahres habe der Einsatz von Tablet-Computern im Unterricht im Mittelpunkt gestanden: Die Schule will die Arbeitsgeräte im nächsten Schuljahr im größeren Maßstab einführen. In Jahrgang 5, so Augustin, sei die Einrichtung einer Ipad-Klasse pro Schulzweig geplant, so dass ab nächstem Schuljahr drei von neun Klassen mit den Geräten als Arbeitsmittel unterrichtet werde. Schon jetzt gebe es einzelne Ipad-Klassensätze, mit denen die Schule erste Erfahrungen gesammelt habe. Diese flössen auch in das Medienkonzept der Schule ein.

Solche Medienkonzepte sind Voraussetzung dafür, dass die Laatzener Schulen von der Bundes- und Landesförderung profitieren können. „Keine Ausstattung ohne Konzept“ lautet der Grundsatz, den der Bund im Digitalpakt verfolgt – deshalb sei die Vorlage eines technisch-pädagogischen Konzepts Bedingung für die Förderung, beispielsweise in Form eines Medienentwicklungsplans. Die Stadt hat nach eigenen Angaben nach Bekanntwerden der Beschlüsse auf Bundes- und Landesebene die Laatzener Schulen nach dem Stand solcher Konzepte befragt – mit „ganz unterschiedlichen Ergebnissen“, wie Stadtsprecherin Beck erläutert. Das weitere Vorgehen solle bei einem ohnehin angesetzten Treffen mit den Schulleiterin im Mitte Mai erörtert werden.

Für die Erarbeitung des Medienentwicklungsplans rechnet die Stadt mit mehreren Monaten. Die Dauer hänge auch davon ab, ob die Verwaltung selbst einen solchen Plan aufstellt oder eine externe Firma damit beauftragt, sagt Beck. Nach Vorstellungen der CDU soll das Konzept auf jeden Fall noch in diesem Jahr fertig werden. „Dann können die ersten Maßnahmen bereits mit dem Haushalt 2020 umgesetzt werden“, so Derabin.

Zeit genug für die Umsetzung dürfte ohnehin bleiben: Der Digitalpakt ist laut Bundesregierung auf einen Zeitraum von fünf Jahren angelegt.

Von Johannes Dorndorf

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