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Laatzen Streit um Natur-Aktiv-Platz: Stadt und TTH erwägen frühzeitige Trennung
Umland Laatzen

Laatzen: Streit um Natur-Aktiv-Platz: Stadt und TTH erwägen frühzeitige Trennung

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18:34 24.09.2019
Ist das Projekt Natur-Aktiv-Platz abgeschlossen oder unvollendet? Der Verein Transition Town Hannover und die Stadt Laatzen sind unterschiedlicher Ansicht. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen-Mitte

Wer das Gelände östlich des Parks der Sinne noch aus Zeiten kennt, als IBM dort eine Betriebssportanlage unterhielt, wird über die Veränderungen der vergangenen Jahre staunen. Seit 2014 hat der Verein Transition Town Hannover (TTH) im nördlichen Teil und Bereich des Bouleplatzes einen Mitmachgarten angelegt und als zweites Projekt mit der Gestaltung des Natur-Aktiv-Platzes begonnen. Während der von einer Gruppe Laatzener bewirtschaftete Garten allseits gelobt wird, ist die Stimmung beim Natur-Aktiv-Platz wegen vermeintlich noch ausstehender Arbeiten getrübt. TTH und Stadt erwägen die vorzeitige Kündigung des eigentlich bis 2024 gültigen Nutzungsvertrages.

Der Natur-Aktiv-Platz sei ein bisher „unvollendetes Projekt“, bei dem wesentliche Maßnahmen aus dem Antragskonzept noch nicht realisiert wurden, teilte die Stadtverwaltung jüngst mit. Konkret vermisst würden ein Gewächshaus, die Installation eines Sonnensegels sowie einer Außenküche mit Lehmofen, der Bau einer Kletterlandschaft und Fahrradständer. Noch bis Jahresende sei dem Verein Zeit eingeräumt worden, die Maßnahmen umzusetzen – andernfalls sei über das Vertragsverhältnis erneut zu beraten.

37.000 Euro nicht vollständig abgerufen

Der Verein habe es versucht, doch das Projekt in seiner ursprünglich geplanten Form nicht realisieren können, erklärte TTH-Sprecher Thomas Köhler. Es seien verschiedene Probleme aufgetaucht, darunter eine unerwartete Gasleitung und eine Kostenexplosion bei den europaweit auszuschreibenden Maßnahmen. Die Region allein hatte zwar seinerzeit 37.400 Euro zugesichert – neben weiteren Geldgebern wie die Klosterkammer –, das Geld sei aber nicht vollständig abgerufen worden, so Köhler. Eine Verpflichtung, die Maßnahmen umzusetzen, gebe es nicht. „Wir sind kein Bauträger, der Verpflichtungen eingegangen ist“, sagte das TTH-Vorstandsmitglied. Das Projekt als solches sei abgeschlossen, ohne dass alle Maßnahmen realisiert wurden. Die Region habe dies mit der Endabrechnung bestätigt.

Die Ursprungsplanung sah verschiedene Elemente auf dem Natur-Aktiv-Platz vor, darunter eine Mehrzweckaktionsfläche mit Sonnensegel (unten links, im Uhrzeigersinn), einen Sitzplatz, ein Gewächs- und Gerätehaus, Balancierbalken, ein Baumhaus, eine Outdoorküche und Kletterfelsen. Quelle: TTH

Der Verein informierte zusätzlich zur Region auch die Stadt Laatzen über die Situation und habe sein Bedauern ausgedrückt, so Köhler: „Wir würden es gern so hinkriegen, dass alle zufrieden sind, haben aber gerade keine Idee.“ Das Projekt Naschbarer Rastplatz beim Natur-Aktiv-Platz und der Anschluss an den Grünen Ring Region könnten auch über die Region abgewickelt werden – weitere Maßnahmen wohl auch über einen neuen Projektantrag. Doch: „Wenn die Stadt unzufrieden ist, sind wir auch bereit zu gehen.“ Der Nutzungsvertrag für den Natur-Aktiv-Platz läuft über neun Jahre und endet eigentlich erst im Dezember 2024.

TTH-Projekt Mitmachgarten läuft 2019 aus

Außer beim Natur-Aktiv-Platz sind TTH und die Stadt auch noch beim Mitmachgarten vertraglich miteinander verbunden. Dieser Nutzungsvertrag für den Schaugarten mit Insektenhotel, kleiner Teichanlage und Sitzecke läuft zum 31. Dezember aus – nach dann fünf Jahren. Die Stadt suche einen neuen Pächter, der im Gegenzug für die Nutzung der Fläche die Pflichten zur Verkehrssicherung, Bewirtschaftung und Unterhaltung der Fläche übernimmt.

Der Verein Transition Town Hannover hat auf dem ehemaligen IBM-Betriebssportgelände am Park der Sinne seit 2014 zwei Flächen gestaltet: den Natur-Aktiv-Platz und den Mitmachgarten.

Der Verein TTH, der zahlreiche Projekte in der Region unterhält und auch das Ecovillage Tiny Houses am Kronsberg mitinitiiert hat, werde sich für den Nutzungsvertrag beim Mitmachgarten nicht erneut bewerben, bestätigte Köhler. Grund: Die aus 20 bis 30 ehrenamtlichen Gärtnern bestehende Gruppe – die eigentliche Kerngruppe ist kleiner – habe sich darauf verständigt, selbstständig und ohne TTH als Träger weitermachen zu wollen. „Wir sind glücklich, dass es die Gruppe gibt und sie sich so stabil entwickelt hat,“ betonte Köhler. Das Ziel dort sei erreicht, und der Verein bereit weiterzuziehen.

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Von Astrid Köhler

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