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Laatzen Suche nach Haltestellenstandort in Ingeln-Oesselse dauert an
Umland Laatzen

Laatzen: Suche nach Haltestellenstandort in Ingeln-Oesselse dauert an

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00:55 19.05.2019
Ein Für und Wider und kein Ende: Vier mögliche Standorte entlang der Gleidinger Straße und nahe dem Edeka-Markt wurden zuletzt für eine zusätzliche Bushaltestelle in der Ortsmitte diskutiert. Quelle: Astrid Köhler
Ingeln-Oesselse

 Das Baugebiet „Vor dem Laagberg“ und die Ansiedlung eines neuen Edeka-Marktes haben das Doppeldorf Ingeln-Oesselse in den letzten mehr als zehn Jahren zusammenwachsen und auf rund 4000 Einwohner anwachsen lassen. Zum Leidwesen des Ortsrates gibt es in dem Bereich aber bis heute keine Bushaltestelle, auch weil Politik und Verwaltung sich trotz zahlreicher Debatten, Anträge und Ortstermine nicht auf einen geeigneten Standort einigen können. Die jüngste Sitzung, in der wieder viel über Kosten, Sicherheitsfragen, und Zumutbarkeiten gesprochen wurde, machte die Differenzen noch einmal deutlich – und eine baldige Lösung unwahrscheinlich.

Vier Standortvarianten seien zuletzt diskutiert worden, doch ausgerechnet jene, die der Ortsrat schon einmal einhellig ablehnte – eine Haltestelle vor den Wohnhäusern Gleidinger Straße 35 und 37 – stehe nun wieder in der Beschlussfassung, echauffierte sich Gundhild Fiedler-Dreyer: „Das machen wir nicht mit.“ Die Lage dort sei für die Bewohner der nur durch einen Gehweg von der Straße getrennten Häuser unzumutbar und nicht sicher für Schüler. Auch Michael Riedel (SPD), der das Gesamtthema als „unendliche Geschichte“ bezeichnete, kritisierte die Vorlage. Statt den Vorschlag des Ortsrates für eine von beiden Fahrtrichtungen anzusteuernde Doppel-Haltestelle am Regenrückhaltebecken genau zu kalkulieren, habe die Verwaltung nur allgemein auf zu hohen Kosten verwiesen. Wie Fiedler-Dreyer forderte er eine genauere Kalkulation zu dieser Variante nach dem Vorbild der Haltestelle im nahe gelegenen Wirringen und kündigte er weitere Schritte an.

Ortsratsfraktionen wollen Bürger befragen

Auf lokalpolitischer Ebene wird seit Jahren über die Einrichtung und den möglichen Standort der Bushaltestelle „Vor dem Laagberg“ diskutiert. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht. Welche Meinung haben die Bürger und sind sie für oder gegen einen zusätzlichen Busstop in der Ortsmitte am Edeka-Markt? Das wollen die Ortsratsfraktionen bei einer Befragung am Sonnabend, 25. Mai, herausfinden. In der Zeit von 9 bis 12 Uhr stehen Vertreter von CDU, SPD und Grünen im Rahmen des Europawahlkampfes eh mit Ständen vor dem Edeka-Markt und wollen dann mit Bürgern auch über die von ihnen angestrebte Bushaltestelle ins Gespräch kommen. Viele seien noch gar nicht im Thema und würden die bisher diskutierten Varianten nicht kennen, andere wiederum hätten schon konkret eine Haltestelle gewünscht, berichtet Gundhild Fiedler-Dreyer: „Es gibt viele alte Menschen im Ort, die mit Rollatoren kommen.“ Die von den drei Faktionen vorbereiten Karten würden eine reine Ja-Nein-Abfrage enthalten. akö

Der Ortsrat bezweifelte, dass sich die Verwaltung ernsthaft mit ihrem jüngsten Vorschlag beschäftigt hatte, der auf Höhe der Kleingärten auch ein Kirchengrundstück betrifft. „Mit der Kirche ist angeblich gar kein Gespräch zusammengekommen – und wir sind gut vernetzt“, sagte die CDU-Politikerin: „Das ärgert uns schon.“ Ihr Parteifreund Andreas Aue sieht die Stadt Laatzen in der Pflicht. Im Jahr 2006, bei der Aufstellung des Bebauungsplanes „Vor dem Laagberg“, sei es versäumt worden, die Bushaltestelle mit aufzunehmen. Nun müsse die Stadt womöglich „ein paar Euro mehr in die Hand nehmen“ statt eine Lösung zu präsentieren, die niemand im Ort wolle.

Verwaltung: „Wir haben es uns nicht einfach gemacht“

„Wir haben es uns nicht einfach gemacht“, sagte der Leiter des Fachbereichs Bauen Jürgen Pagels, auch mit Verweis auf die umfangreiche Darstellung des Sachverhaltes auf vier Seiten in der Beschlussvorlage. Ob die tatsächlichen Kosten am Regenrückhaltebecken 2000 Euro unter den grob geschätzten Kosten von 100.000 Euro lägen oder 20.000 Euro darüber sei zu vernachlässigen. „Für so eine Bushaltestelle ist es zuviel“, betonte Pagels. Die anderen vom Ortsrat vorgeschlagenen Standorte an der Gleidinger Straße – westlich des Sportplatzes, am dortigen Trampelpfad und in der Kurve vor dem Schützenhaus – schieden aus rechtlichen und anderen Gründen aus.

Wenn der Ortsrat die aus Sicht der Verwaltung als einzige umsetzbare und förderfähige Haltestelle vor der Wohnbebauung ablehne, sei die einzige Alternative, gar keinen zusätzlichen Stopp in Ingeln-Oesselse zu errichten, sagte Pagels. Tatsächlich, dies bestätigte am Donnerstag auch die Region noch einmal, reichten die vorhandenen Haltestellen grundsätzlich aus. Gleichwohl würde auch der Bau einer zusätzlichen am Edeka-Markt begrüßt und unterstützt.

Der Ortsrat fasste am Montag noch keinen Beschluss sondern zog das Thema in die Fraktionen zurück. „Wir werden uns also weiter damit beschäftigten“, sagte Ortsbürgermeister Heinrich Hennies.

Von Astrid Köhler

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