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Laatzen TSV Rethen will Tennis für Rollstuhlfahrer anbieten
Umland Laatzen

Laatzen TSV Rethen will Tennis für Rollstuhlfahrer anbieten

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07:46 19.09.2019
Christian Baumann, Leiter der Tennissparte beim TSV Rethen, erläutert die Vorteile von Ganzjahresplätzen aus Kunststoffgranulat. Quelle: Stephanie Zerm
Laatzen

Der Erhalt von Sportplätzen, Clubhäusern und Co. geht ins Geld: Insgesamt 38.000 Euro haben drei Laatzener Sportvereine als Förderung von der Stadt beantragt. Mit diesem Zuschuss wollen sie ihre Sportstätten erhalten und aufwerten. Bis es zur erhofften Förderung kommt, müssen sich die Clubs allerdings gedulden: Der Rat der Stadt hat jetzt beschlossen, erst mit dem Haushalt 2020 über die Anträge zu entscheiden.

„Ohne die städtische Sportstättenförderung wäre es für die meisten Vereine sehr schwer, ihre Anlagen in Schuss zu halten“, sagt Christian Baumann. Der Leiter der Tennissparte des TSV Rethen hofft ebenfalls auf finanzielle Unterstützung von der Stadt. Diese benötigt der Verein, um drei Tennisplätzen zu erneuern und eine Toilette rollstuhlgerecht umzubauen.

„Wir wollen künftig auch Rollstuhltennis anbieten“, sagt der Spartenleiter. So ein Angebot fehle bislang in Laatzen und der Region. Lediglich bei ein bis zwei Vereinen in Hannover könnten auch Rollstuhlfahrer Tennis spielen.

Tennisspieler wünschen sich Kunststoffgranulat statt Sand

Drei der sechs Tennisplätze müssten ohnehin dringend erneuert werden. „Die etwa 35 Jahre alten Sandplätze sind zu weich geworden“, sagt Baumann. Die Bälle blieben dadurch oft liegen, sodass die Bespielbarkeit nicht mehr zufriedenstellend sei. Außerdem müssten die Sandplätze vor allem im Sommer mehrmals täglich bewässert werden, damit der Untergrund fest bleibe. „Das ist administrativ unfassbar aufwendig und nicht gerade wassersparend.“ Zusätzlich müssten die Sandplätze jedes Frühjahr vor Saisonbeginn aufwendig instand gesetzt werden. „Dann tragen wir regelmäßig Tonnen von Ziegelmehl ab und erneuern es“, berichtet Baumann. Diese und weitere Pflegevorhaben kosteten rund 4000 Euro pro Jahr.

Bald soll Kunststoffgranulat die Sandflächen auf den drei unteren Tennisplätzen des TSV Rethen ersetzen. Quelle: Stephanie Zerm

Diese regelmäßige Ausgabe will der Verein nun sparen und in drei Ganzjahresplätze investieren. „Die Oberschicht besteht aus einem speziellen Kunststoffgranulat“, erläutert Baumann. „Sie muss nicht mehr bewässert werden und ist dadurch wesentlich ressourcenschonender.“ Außerdem entfiele der jährliche Austausch des Ziegelmehls, und die Plätze seien im Gegensatz zu den Sandplätzen auch im Frühjahr, Herbst und Winter bespielbar. Ein weiterer wesentlicher Vorteil: Die Ganzjahresplätze sind auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

Damit diese die Anlage auch nutzen können, will der Verein außerdem eine der zwei Damentoiletten im Clubhaus rollstuhlgerecht umbauen. Insgesamt rechnet der Verein mit Ausgaben in Höhe von rund 103.400 Euro. Dafür hat der Verein eine Förderung in Höhe von 12.600 Euro beantragt.

Die Trennwand der zwei Toiletten will die Tennissparte des TSV versetzen, sodass rechts ein größeres rollstuhlgerechtes WC entsteht. Quelle: Stephanie Zerm

Auch Germania Grasdorf und der FC Rethen investieren

Der FC Rethen kommt auf einen noch höheren Betrag. Er hat aufgrund der beengten Situation in seinem Gebäude im Sportpark Rethen einen Zuschuss von 16.800 Euro für den Neubau eines Gemeinschaftsraumes beantragt. Der SV Germania Grasdorf hofft zusätzlich auf eine Förderung von 8325 Euro für die Erweiterung seiner WC-Anlage. Der Verein schätzt die Kosten auf 37.000 Euro, die städtische Förderung ist mit 8325 Euro kalkuliert.

Darüber, ob die Vereine die Zuschüsse von der Stadt erhalten, entscheidet der Rat frühestens in der für 12. Dezember geplanten abschließenden Haushaltssitzung. Bis dahin wollen die Clubs jedoch mit den Bauarbeiten nicht warten. Alle drei haben einen sogenannten vorzeitigen Baubeginn beantragt und genehmigt bekommen. Sie können damit bereits vor der Genehmigung beginnen – allerdings auf eigenes Risiko, wie die Stadtverwaltung erläutert. Sollte sich der Rat anders entscheiden, gingen die Vereine leer aus.

Baumann und seine Tennisfreunde wollen aber nicht warten. „Wir werden voraussichtlich Ende September mit den vorbereitenden Arbeiten beginnen“, kündigt er an. Dann könnten bereits im März nächsten Jahre die ersten Rollstuhlfahrer auf dem Platz Tennis spielen.

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Von Stephanie Zerm und Johannes Dorndorf

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