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Laatzen Darum dürfen die Bienenweiden in Ingeln-Oesselse ruhig vetrocknen
Umland Laatzen

Laatzen: Verblühte Bienenwiesen dienen Insekten als Unterschlupf

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07:01 11.02.2020
Arthur Rupp (von links), Heinrich Hennies und Christine Rupp sehen, dass noch einige Samen in den Sonnenblumen geblieben sind, die sich voraussichtlich im Frühjahr von selber aussäen. Quelle: Stephanie Zerm
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Ingeln-Oesselse

Der Sommer ist längst vorbei. Doch auf den Bienenweiden in Ingeln-Oesselse stehen noch die verblühten und vertrockneten Pflanzen. „Manche haben ihren Unmut darüber geäußert, dass die welken Stengel nicht abgeschnitten werden“, berichtet Ortsbürgermeister Heinrich Hennies. Als Landwirt hat er eine etwa 1200 Quadratmeter große Fläche westlich des Friedhofs für eine Bienenweide in Ingeln-Oesselse zur Verfügung gestellt und kümmert sich um deren Pflege. Die zwei weiteren insektenfreundlichen Wiesen auf dem ehemaligen Spielplatz am Michaelisweg und nördlich der Streuobstwiese am Höhnebach in Ingeln gehören der Stadt Latzen, die das Projekt mit betreut.

Vertrocknete Pflanzen dienen Insekten als Unterschlupf

Dass die verblühten Pflanzen noch nicht abgeschnitten wurden, ist allerdings keine Nachlässigkeit, sondern so gewollt. „Sie dürfen jetzt auf keinen Fall nur aus ästhetischen Gründen abgemäht werden“, sagt Sven Achtermann, Leiter des Teams Grünflächen bei der Stadt. Die vertrockneten Pflanzen dienten im Winter als Unterschlupf für Insekten und seien Lebensraum für viele Kleinstorganismen. Außerdem sollen sich die Samen der Pflanzen wieder aussäen, sodass sie dieses Jahr erneut blühen. „Wir versuchen, eine Mehrjährigkeit der Pflanzen hinzubekommen“, sagt Achtermann. Da Ingeln-Oesselse der erste Laatzener Ortsteil ist, in dem auf öffentlichen Flächen Bienenweiden angelegt werden, habe die Stadt diesbezüglich noch keine Erfahrung.

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Sieht zwar nicht mehr schön aus, dient aber Insekten als Winterquartier: die verblühte Bienenweide am Michaelisweg in Ingeln-Oesselse. Quelle: Stephanie Zerm

Mehr als 40 Pflanzen sprießen auf den Bienenweiden

Angelegt wurden die Flächen im vergangenen Frühjahr. Auf dem ehemaligen Spielplatz am Michaelisweg haben die Jungen und Mädchen aus dem benachbarten Kindergarten dabei geholfen, die Samen in die Erde zu bringen. „Wir haben für alle drei Flächen die sogenannte Veitshöchheimer Saatgutmischung für Bienenweiden verwendet“, sagt Hennies. Diese bestehe aus mehr als 40 ein- und mehrjährigen Wild- und Kulturpflanzen mit einem reichhaltigen Blütenangebot für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Neben Sonnen- und Ringelblumen wuchsen vom Frühjahr bis Herbst auch Borretsch, Dill und Stockrosen auf den Flächen.

Im März oder April soll gehäckselt werden

„Die Bienenweiden waren ein toller Erfolg“, findet Anliegerin Christine Rupp, die sich gemeinsam mit ihrem Ehemann Arthur Rupp um die Pflege der Fläche am Michaelisweg kümmert. Oft seien Passanten stehen geblieben und hätten sich über das Projekt erkundigt. Im Frühjahr soll dort wie bereits im vergangenen Jahr wieder ein Schaukasten mit lebendigen Bienen aufgestellt werden. Dazu kommen dann Insektenhotels, die als Unterschlupf und Nisthilfe für die Krabbeltiere dienen sollen. Im März oder April will Hennies die Bienenweiden etwa zehn Zentimeter über der Erde häckseln. „So bekommt die junge Saat genug Luft zum Ausblühen.“

Da das Projekt so gut ankommt, will die Stadt nun weitere Bienenweiden in Ingeln-Oesselse anlegen. „Wir haben bereits drei städtische Flächen besichtigt, die sich dafür eignen würden“, sagt Achtermann. Optimal wäre es, wenn sich auch darum Anwohner kümmern könnten. „Wenn die Bienenweiden nicht gepflegt werden, bildet sich dort irgendwann Mischwald“, sagt der Teamleiter.

Auch andere Ortsteile sollen Bienenweiden bekommen

Aber auch die übrigen Laatzener Ortsteile sollen insektenfreundlicher werden. Bereits im April 2019 hatte der Ortsrat Laatzen, der für die Stadtteile Alt-Laatzen, Laatzen-Mitte und Grasdorf zuständig ist, die Stadtverwaltung gebeten, nach geeigneten Plätzen zu suchen, die als Schmetterlingswiesen gestaltet werden können. Dazu kommen laut Stadt mindestens fünf Flächen in Grasdorf, Laatzen-Mitte und Rethen in Frage. Eine Entscheidung ist laut Achtermann noch nicht gefallen. Er gehe aber davon aus, dass sich auch dort noch in diesem Jahr etwas tut. In den aktuellen Haushalt hat die Stadt 7500 Euro dafür eingestellt.

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Von Stephanie Zerm

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