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Laatzen Vortragsreihe über Erinnerungskultur startet am Donnerstag
Umland Laatzen

Laatzen: Vortragsreihe über Erinnerungskultur startet am Donnerstag

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13:15 25.09.2019
Gideon Greif spricht über Vortrag mit „Die Jüdische Kultur und die Geschichte des Holocaust“. Quelle: privat
Laatzen

Wie hat die israelische Gesellschaft Überlebende des Holocaust wahrgenommen? Wie erleben Israelis, die nach Deutschland kommen, die hiesige Erinnerungskultur, und was hat es mit dem jüdischen Witz auf sich, der auch als Waffe der Wehrlosen bezeichnet wird? Diesen und vielen weiteren Fragen geht die Laatzener Publizistin und Moderatorin Corinna Luedtke bis Mitte November in der fünfteiligen Veranstaltungsreihe „Erinnern für die Zukunft – eine Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur“ bei der Leine-VHS mit Gesprächspartnern aus Wissenschaft und Kultur nach. Als erster von sechs Referenten spricht dort am Donnerstag, 26. September, von 19 bis 21 Uhr der Historiker Professor Gideon Greif.

Überschrieben ist der Vortrag mit „Die Jüdische Kultur und die Geschichte des Holocaust“. Greif erläutert, dass viele Holocaust-Überlebende nach dem während der Naziherrschaft erlittenen Leid in Israel auf eine Gesellschaft trafen, die sehr mit sich selbst beschäftigt war und mitunter Misstrauen gegenüber den Überlebenden hegte. Im Laufe der Jahrzehnte habe sich dieses Bild aber gewandelt hin zu einer wachsenden Wahrnehmung der Überlebenden.

Vortrag „Humor tötet nicht“

Mit der Entstehungsgeschichte des jüdischen Witzes beschäftigt sich Corinna Luedtke in dem Vortrag „Humor tötet nicht“ am Dienstag, 1. Oktober, von 19 bis 21 Uhr. Darin erklärt sie, warum der jüdische Witz kein Witz um des Witzes Willen ist – und warum er mit einem Augenzwinkern zeigt, dass das Leben oft anders verläuft, wenn man sich nicht immer an Regeln orientiert. Das Finkelstein Trio zu Zweit begleitet den Vortrag mit jiddischer Instrumentalmusik.

Annette und Thomas Siebert bilden das "Finkelstein Trio zu Zweit" und spielen jiddische Instrumentalmusik beim Gesprächsabend von Corinna Luedtke (rechts) am Dienstag, 1. Oktober . Quelle: Julia Luedtka

Gedenkkultur in Israel und Deutschland

Nach den beiden Vorträgen sind noch drei Gesprächsrunden geplant: Am Dienstag, 22. Oktober, von 19 bis 21 Uhr sind zunächst die Folk- und Soulsängerin Noam Bar Azulay sowie die Hebräischlehrerin Anat Karck zu Gast. Luedtke will mit beiden darüber sprechen, wie sie die deutsche Erinnerungskultur erleben und welche Bedeutung der israelische Gedenktag für die Opfer der Shoah heutzutage in Israel hat.

Die Folk- und Soulsängerin Noam Bar Pola diskutiert am Dienstag, 22. Oktober, mit über Erinnerungskultur. Quelle: Jesus Gomez

Schicksal und Erinnerungen der Familie Mastbaum

Die persönlichen Schicksale der Familie Mastbaum sind am Sonnabend, 2. November, von 15 bis 17 Uhr Thema der zweiten Gesprächsrunde. Muriel Mastbaum, deren Eltern nach dem Krieg bewusst kurzzeitig nach Frankreich gingen, damit die inzwischen 56-Jährige nicht in Deutschland das Licht der Welt erblickt, berichtet auch von frühen Erinnerungen an Erzählungen der Eltern, die mit Freunden über Erlebnisse in der Naziherrschaft sprachen. Zu den Freunden der Familie zählten auch die beiden inzwischen verstorbenen Ehrenbürger Laatzens, Salomon Finkelstein und Henry Korman. Bei dem Gesprächsnachmittag wird auch ein achtminütiger Kurzfilm gezeigt, der das Schicksal des Vaters Abraham Mastbaum behandelt und auch schon einmal beim NDR zu sehen war.

Erinnerungskultur und Musik

Bei der finalen Veranstaltung der Reihe am Donnerstag, 14. November, sprechen der Dirigent und Musiker Alon Sariel sowie der Violinist David Strongin über ihre persönlichen Erfahrungen mit der israelischen und deutschen Erinnerungskultur. Auch geht die Moderatorin Luedtke in dem Gespräch mit den beiden schon vielfach ausgezeichneten Musikern der Frage nach, ob es Berührungspunkte zwischen der Shoah und dem musikalischen Wirken gibt.

Der Dirigent und Musiker Alon Sariel ist am Donnerstag, 14. November, Gast der Gesprächsrunde über Erinnerungskultur in der Leine-VHS Laatzen. Quelle: Gregor Hohenberg

Eintritt frei, Anmeldungen erbeten

Die Teilnahme an den Vorträgen und Gesprächsabenden in der Leine-VHS-Geschäftsstelle, Senefelderstraße, ist kostenfrei. Es wird jedoch um Anmeldungen gebeten. Möglich ist dies in allen Geschäftsstellen des Veranstalters Leine-VHS, unter Telefon (0511) 9835620 oder per E-Mail an info@leine-vhs.de.

Finanziert wird die Reihe „Erinnern für die Zukunft“ aus Mitteln des Bundesprogramms Demokratie Leben.

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