Laatzen: Wäre der Rodelberg heute noch als Hundefläche geeignet?
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Laatzen Wäre der Rodelberg heute noch als Hundefläche geeignet?
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Laatzen: Wäre der Rodelberg heute noch als Hundefläche geeignet?

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10:01 28.03.2020
Das Gebiet rund um den Rodelberg ist seit 2016 Wildschongebiet. Junker Quelle: Daniel Junker
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Grasdorf

In der Diskussion um die frühere Hundefläche am Grasdorfer Rodelberg hat sich nun auch Laatzens Jagdpächter Siegfried-Karl Guder zu Wort gemeldet. Aus seiner Sicht sei der Bereich in den vergangenen Jahren so sehr zu einem Rückzugsort für Wildtiere geworden, dass ein Aufheben des Leinenzwangs dort hochproblematisch wäre.

Wie berichtet, hat sich vor kurzem eine Gruppe aus Laatzen gebildet, die die früher bei Hundehaltern beliebte Fläche wieder freigegeben sehen möchte. Die Gruppe um die Alt-Laatzenerin Inge Abraham wendet sich damit gegen einen Ratsbeschluss aus dem Jahr 2015, mit dem der Bereich zum Wildschongebiet erklärt wurde. Abraham zweifelt insbesondere an der Datengrundlage des Beschlusses, die von Guder als Feld- und Forsthüter stammte: Es gebe keine schlüssige Dokumentation darüber, ob und wie oft Hunde dort Wildtiere gerissen hätten.

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Rückzugsort für Wildtiere

Inzwischen hat die Natur den Bereich zurückerobert, erwidert nun der Feld- und Forsthüter. Das Gebiet rund um den Rodelberg sei in den vergangenen Jahren zu einem Rückzugsort für Wildtiere geworden, darunter Nachtigallen, Tüpfelsumpfhühner, Teichrallen und Rehe. Sogar Wildschweine suchten dort gelegentlich Schutz. „Seit der Rat 2015 die Flächen zum Wildschongebiet ernannt hat und für Hunde Leinenzwang herrscht, gibt es dort wieder mehr Wildtiere.“

Es wäre „verheerend“, wenn der Rückgang von Brutvögeln weiter zunehme, sodass kein Vogelgesang mehr in der Natur zu hören sei, findet Guder. So gebe es bereits heute kaum noch Zaunkönige, Braunellen, Goldammern oder Bachstelzen in der Masch. Vor allem frei laufende Hunde, die die Gelege von Bodenbrütern zerstörten, aber auch Katzen seien ein Problem. „Es kommt dadurch zu einem Verlust der Bruten, der sich nicht mehr ersetzen lässt.“ Im vergangenen Jahr hätte sich zuletzt wieder ein Paar Nachtigallen am Rodelberg angesiedelt.

Feld- und Forsthüter weist Kritik von Hundehaltern zurück

Das Bestreben der Hundehalter, den Leinenzwang am Rodelberg wieder aufzuheben, hält Guder für kontraproduktiv. Freilaufende Hunde hätten in der Leinemasch mehrmals Rehe gehetzt und getötet. Nach Einführung des Leinenzwangs habe es hingegen keinen einzigen Vorfall mehr gegeben.

Die Kritik der Hundehalter, dass nicht klar dokumentiert sei, ob die Rehe tatsächlich von Hunden gerissen wurden, weist Guder zurück. Die Vorfälle seien in der Zeitung dokumentiert. Die Fotos, die belegten, dass Hunde für die Verletzungen verantwortlich gewesen waren, seien jedoch zu grauenvoll gewesen, als dass sie hätten veröffentlicht werden können. Um die Wildtiere rund um den Rodelberg zu schützen, würden diese dort seit rund 20 Jahren nicht mehr bejagt. Westlich der Leine sieht dies anders aus: Dort werden während der gesetzlich vorgeschriebenen Zeiten regelmäßig Jagden ausgerichtet.

An der Leinerandstraße können Hunde ganzjährig frei laufen

In der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 15. Juli müssen Hunde ohnehin in der freien Natur an der Leine bleiben, um den Nachwuchs von Wildtieren zu schützen. Frei laufen dürfen Hunde dann nur noch in den bebauten Bereichen Laatzens, vorausgesetzt Hundehalter haben ihre Tiere unter Kontrolle. Speziell gekennzeichnete Auslaufflächen wie am Kronsberg in Hannover, wo Tiere außerhalb der Brut- und Setzzeit ohne Leine laufen dürfen, gibt es in Laatzen nicht. Eine Ausnahme ist die Wiese an der Leinerandstraße in Alt-Laatzen. Dort wird der Freilauf von Hunden das ganze Jahr über geduldet.

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Von Stephanie Zerm