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Laatzen Zoff um Faltblatt und Parkstreifen an Hildesheimer Straße
Umland Laatzen

Laatzen: Zoff um Parkstreifen an der Hildesheimer Straße

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00:20 12.05.2019
Was wird aus den Stellflächen an der Hildesheimer Straße? Der Punkt sorgte bei der Diskussion zum Verkehrsentwicklungsplan für Diskussionsstoff. Quelle: Johannes Dorndorf
Grasdorf

Der Diskussionsabend des Seniorenbeirats der Stadt Laatzen und des Ratsmitgliedes Rainer Picht von der Wählergemeinschaft Laatzen zum hiesigen Verkehrsentwicklungsplan ist am Mittwoch nichts für empfindliche Gemüter gewesen. In der Gaststätte Inos flogen erst einmal verbal die Fetzen. Anlass für den Zoff war ein Faltblatt, das Picht und der Beiratsvorsitzende Winfried Kahle als Einladung zu der Veranstaltung an alle Haushalte an der Hildesheimer Straße zwischen Erich-Panitz-Straße und der Haltestelle „Neuer Schlag“ verteilt hatten. Darin heißt es wörtlich: „Die Grünen wollen Ihnen das Parken an der Hildesheimer Straße verbieten und die SPD trägt dies mit.“

Sichtlich sauer: Ernesto Nebot wirft dem Seniorenbeirat Irreführung und Falschinformation vor. Quelle: Stephanie Zerm

Ernesto Nebot hält es nicht lange auf dem Stuhl. Er ist aufgestanden und gestikuliert sichtlich sauer. “Das ist Irreführung! Sie behaupten falsche Tatsachen und belügen die Leute“, ruft der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende. Die Laatzener Ratsfrau und Landtagsabgeordnete der Grünen, Regina Asendorf, geht noch weiter. „Das ist Politiker-Bashing“, empört sie sich. „Ein solcher Ton ist unethisch und gehört sich einfach nicht.“

Kahle: „Bürger sollen zu Wort kommen, nicht Politiker“

„Setzen Sie sich hin“, blafft Winfried Kahle, Chef des Laatzener Seniorenbeirats die frühere Grasdorfer Landtagsabgeordnete daraufhin an. „Bei dieser Veranstaltung sollen die Bürger zu Wort kommen und nicht die Politiker.“

Weckte Interesse und sorgte zugleich für Ärger: Die Einladung des Seniorenbeirates Laatzen und des Ratsmitgliedes Rainer Picht zur Diskusison über den Verkehrsentwicklungsplan. Quelle: Stephanie Zerm

Seniorenbeirat und Freie Wähler hatten zu dem Abend eingeladen, um über den aus ihrer Sicht umstrittenen Verkehrsentwicklungsplan zu sprechen, der bei Sitzung des Ortsrates Laatzen am 14. Mai auf der Tagesordnung steht. Noch vor der Sommerpause, Ende Juni, könnte der Plan mit der Mehrheit von Rot-Grün im Rat beschlossen werden, so die Sorge von Beirat und Freien Wählern. Ein besonderer Dorn im Auge ist diesen die geplante Fahrradschnellstraße nach Laatzen. Diese werde zu Lasten des Autoverkehrs durchgesetzt und die Parkstreifen an der Hildesheimer Straße in Grasdorf sollten zugunsten von Fahrradschutzstreifen aufgehoben werden, hieß es. Die Grünen-Ratsfrau protestierte laut und rief, dies sei gelogen.

Anwohner: „Wollen wissen, wo wir künftig parken können“

Einem der rund 30 Anwohner, der zu der Diskussionsveranstaltung gekommen sind, platzt daraufhin der Kragen: „Wenn Sie sich hier angiften wollen, dann gehen Sie doch bitte raus. Wir wollen wissen, wo wir künftig parken können.“

Gerd Apportin, Ratsherr der Grünen und selbst Anwohner in dem Bereich der Hildesheimer Straße, vermittelt: „Wenn auf der jetzigen Fahrbahn ein Radstreifen eingerichtet würde, könnte das Parken auf dem Gehweg zugelassen werden.“ Zudem sei noch nichts entschieden. Der Verkehrsentwicklungsplan enthalte lediglich Vorschläge, die in den nächsten zehn bis 20 Jahren umgesetzt werden könnten. Jede einzelne Maßnahme müsse von den betreffenden Ortsräten, den Ausschüssen und dem Rat beschlossen werden.

Tempo 30 auf der Hildesheimer Straße in Grasdorf

Winfried Kahle (links) vom Seniorenbeirat und Rainer Picht von den Freien Wählern wollen die Anwohner dazu befragen, was sie sich für ein Verkehrskonzept wünschen. Quelle: Stephanie Zerm

Nachdem sich die Wogen daraufhin glätten, wird sachlich diskutiert. Dabei stellt Kahle den Vorschlag des Seniorenbeirats vor: „Wir fordern Tempo 30 für die Hildesheimer Straße zwischen Erich-Panitz-Straße und südlicher Stadtgrenze nach Heisede.“ Da auf Tempo-30-Straßen keine Radwege ausgewiesen werden müssten, seien keine baulichen Maßnahmen erforderlich. Außerdem werde die Verkehrssicherheit erhöht. Der überörtliche Verkehr solle über die Erich-Panitz-Straße sowie die B443 und die B6 geleitet werden. Bei Tempo 30 benötigten Autofahrer auf dem Abschnitt ab Erich-Panitz-Straße bis Neuer Schlag nur „10 bis 20 Sekunden länger“ als bislang, so Kahle.

Sowohl bei den anwesenden Vertretern aus der Politik als auch bei den Anwohnern kommt der Vorschlag gut an. „Das ist genau das, was wir wollen“, sagt Asendorf.

„Wir brauchen bessere Radwege, aber wir benötigen auch dringend die vorhandenen Parkflächen“, meint ein Anwohner. Dies sehen die meisten ebenso. Den Vorschlag, Radfahrer auf die Straße zu schicken, bezeichnen viele als zu gefährlich. „Dann müssen auch Kinder ab zehn Jahren auf der Fahrbahn fahren. Dabei graut mir“, sagt ein besorgter Großvater, der zudem kritisiert, dass die klare Infrastruktur für Radfahrer im Stadtgebiet kaputt gemacht worden sei. „Früher gab es klar abgegrenzte Radwege. Heute gibt es fast auf jeder Straße eine andere Regelung.“ Dies sei verwirrende Flickschusterei.

Seniorenbeirat entschuldigt sich bei Grüner

Zum Schluss der Veranstaltung entschuldigt sich Winfried Kahle bei Regina Asendorf. „Ich wollte mit dem Flugblatt niemanden diskreditieren.“ Wichtig sei dem Seniorenbeirat und den freien Wähler vor allem gewesen, die Anwohner zu Wort kommen zu lassen.

Von Stephanie Zerm

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