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Laatzen Laatzen ist jetzt offiziell Fairtrade-Town
Umland Laatzen Laatzen ist jetzt offiziell Fairtrade-Town
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00:19 17.09.2018
Silvia Hesse von Transfair Deutschland überreicht Bürgermeister Jürgen Köhne die Fairtrade-Urkunde Quelle: Schunk
Laatzen

In eine Reihe mit Rom, San Francisco oder Rio de Janeiro kann sich Laatzen beim Thema Fairtrade vielleicht noch nicht einordnen – dem Kreis der weltweit rund 2000 Fairtrade-Städte allerdings gehört die Stadt an der Leine seit Freitag offiziell an. Und das mit Stolz, wie Jürgen Köhne bei der kleinen Feierstunde anlässlich der Urkundenverleihung in der Kantine der Deutschen Rentenversicherung betonte. „Laatzen", so der Bürgermeister, „ist damit Teil einer aus meiner Sicht wichtigen und an Dynamik gewinnenden Bewegung geworden. Ich bin sehr dankbar dafür, dass sich in unserer Stadt Menschen gefunden haben, die das in den vergangenen zwei Jahren mit großem Engagement umgesetzt haben."

Gemeint waren damit in erster Linie die versammelten Mitglieder der Steuerungsgruppe und des Initiativkreises „Fairtrade-Town Laatzen", denen auf Silvia Hesse als Vertreterin von Transfair Deutschland Respekt zollte. Laatzen habe es in kurzen Zeit geschafft, die Kriterien für die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt zu erfüllen. Die Stadt könne stolz sein auf das breite zivilgesellschaftliche Engagement ihrer Bürger, vom dem sie hoffe, dass es auf andere Kommunen in der Region ausstrahle.

Städten und Gemeinden falle eine wichtige Funktion bei der Verbreitung des Fairtrade-Gedankens zu, ergänzte Hesse: „Es gibt viel zu wenig Menschen, die sich darüber Gedanken machen, woher die Produkte kommen, die wir tagtäglich konsumieren, wie und unter welchen Bedingungen sie produziert werden." Es müsse deshalb viel stärker kommuniziert werden was jeder Einzelne dafür tun könne, den Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika ein auskömmliches Leben zu ermöglichen. „Fairer Handel", so Hesse, „ist kein Allheilmittel gegen die Ungerechtigkeit in dieser Welt. Aber er wirkt dieser Ungerechtigkeit entgegen."

Tatsächlich sieht es nicht danach aus, als würde die Motivation der Laatzener in puncto Fairtrade nachlassen. An der mit einem guten Dutzend Schüler vertretenen Albert-Einstein-Schule konkretisiert sich das Vorhaben, sich um die Auszeichnung „Fairtrade-School" zu bewerben. Sabrina Teuber unterstrich das Anliegen der Laatzener Steuerungsgruppe, mehr Menschen für den Fairtrade-Gedanken zu gewinnen. „Wir wünschen uns, dass sich die Stadt Laatzen stolz mit dem Siegel ,Fairtrade-Town‘ schmückt", sagte Teuber.

Für einen weiteren kleinen Motivationsschub sorgte abschließend der Europaabgeordnete Bernd Lange. Die belgische Stadt Gent habe in diesem Jahr den erstmals von der EU ausgeschriebenen Fairtrade-Preis gewonnen. „Damit", so Lange, „ist klar, welche Aufgabe Laatzen in den kommenden Jahren hat."

Von Ralf Schunk

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