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Laatzen Weg vom Auto? FDP-Dreikönigstreffen dreht sich um den Verkehr
Umland Laatzen

Laatzener FDP-Dreikönigstreffen dreht sich um Verkehr

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16:45 07.01.2020
Gerhard Kier (von links) moderiert die Gesprächsrunde zum Thema Mobilität, Klima und Eigenengagement mit Mathias Krüger, Elke van Zadel und Ulrich Wilk. Gerhard Klaus (rechts) freut sich über die interessante Diskussion. Quelle: Torsten Lippelt
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Auf großes Interesse ist am Montagabend das traditionelle Dreikönigstreffen der Laatzener FDP gestoßen. Rund 60 Bürger kamen ins Hotel Haase, um die Diskussionsrunde zum Thema Verkehr und Klimaschutz zu verfolgen. Die zentralen Fragestellungen waren: „Wie darf ich leben? Wie soll ich leben? Wer darf darüber bestimmen?“

Moderiert von Gerhard Kier, dem verkehrspolitischen Sprecher der FDP-Regionsfraktion, hatten sich die Laatzener Liberalen als Gesprächsteilnehmer für das Podium die Regiobus-Chefin Elke van Zadel, den Laatzener ADFC-Vorsitzenden und Grünen-Fraktionschef Mathias Krüger und Ulrich Wilk vom Verkehrsclub Deutschland eingeladen.

Ausbrechen aus der Meinungsblase

In seiner Begrüßung verwies der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Gerhard Klaus darauf, dass man gerade auch beim Thema Klima und Mobilität „nicht in seiner Meinungsblase bleiben“ solle. Er forderte zu „mehr Toleranz zu Meinungen auf, die man vielleicht selbst nicht teilt“. Klaus begrüßte zahlreiche Vertreter aus den Laatzener Parteien sowie Bürgermeister Jürgen Köhne. Dieser lobte: „Von Jahr zu Jahr gibt es beim FDP-Dreikönigstreffen interessantere Themen. Da sollte man sich nichts anderes mehr vornehmen.“

Bei der Diskussion ging Krüger auf die Frage ein, wie man mehr Menschen zum Umstieg vom Auto aufs Rad bewegen kann. Für eine größere Akzeptanz müsse die Infrastruktur verbessert werden. Radwege müssten verkehrstechnisch sicherer werden und in einem besseren Zustand sein. Für Verbesserungen und einen Fahrradschnellweg gebe es jedoch aus Platzgründen Nadelöhre, etwa in Gleidingen und Wülfel. Schön wäre es, sein Rad in Bus und Bahn besser mitnehmen zu können.

Aus dem Publikum heraus fügte Winfried Kahle, Vorsitzender des Seniorenbeirates, hinzu, dass rund 40 Prozent aller Laatzener über 60 Jahre alt seien – und zumeist nicht mehr so mobil per Fahrrad.

„Mobilität muss richtig kombiniert werden“

Regiobus-Geschäftsführerin van Zadel, die bei der Üstra als Vorstand auch für den Bereich Technik und Infrastruktur zuständig ist, erläuterte Verbesserungspotenziale beim öffentlichen Nahverkehr. „Dazu gehört mehr, als nur Menschen von A nach B zu bringen. Die Menschen wollen ein Komplettangebot über Zeiten, Möglichkeiten und Schnittstellen zu anderen Verkehrssystemen – Mobilität muss richtig kombiniert werden.“ Langwieriges Umsteigen sorge schon heute für Kundenschwund.

Der Üstra gelinge es bisher zu wenig, vorhandene Informationen weiterzugeben. „Über Stadtbahn-Fahrunterbrechungen erfahren unsere Kunden schneller online von der Zeitung als von unserem Informationssystem.“ Stark nachgefragte Strecken müssten optimiert und der Fahrkartenverkauf vereinfacht werden. Der Schienenverkehr habe mangels Investitionen in den vergangenen Jahrzehnten digital und organisatorisch starken Nachholbedarf, um konkurrenzfähig zum Auto zu werden.

Keine Anreize zum Verzicht auf das Auto

Wilk fügte an, Autofahrer hätten keine finanziellen Anreize zum Umstieg auf Bus und Bahn. Anfangen könne jeder bei sich, wenn ihm klar würde, dass es in Deutschland ein Recht auf Mobilität, aber nicht auf Automobilität gibt. Er befürwortete Beschränkungen wie ein Tempolimit auf Autobahnen.

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Von Torsten Lippelt

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