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Laatzen Politik greift KSG wegen Umzug nach Hannover an
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Laatzener Politik greift KSG wegen Umzug nach Hannover an

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15:46 27.11.2019
Zu wenig Platz: Die Kreissiedlungsgesellschaft (KSG) will ihren Standort in Alt-Laatzen verlassen und nach Hannover umziehen. Quelle: Daniel Junker
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Laatzen

Der geplante Umzug der regionalen Wohnungsbaugesellschaft KSG Hannover in die Landeshauptstadt sorgt für Verärgerung in der Laatzener Politik. Die Mitglieder des Laatzener Wirtschaftsausschusses kritisieren insbesondere, dass die KSG nicht nur aus Laatzen wegziehe, sondern ausgerechnet in eine Kommune, die an der Gesellschaft nicht beteiligt ist.

Bislang ist das Unternehmen, dem fast 8000 Wohnungen im Raum Hannover gehören, in Alt-Laatzen ansässig. In diesem Jahr bestätigte die KSG Pläne, auf ein ehemaliges Tankstellengrundstück an der Hildesheimer Straße in Hannovers Südstadt umziehen zu wollen. Die KSG will dort ein neues Verwaltungsgebäude sowie Wohnungen und externe Büroräume errichten. Grund seien fehlende Raumkapazitäten am bisherigen Standort Auf der Dehne.

SPD kritisiert Umzug ausgerechnet nach Hannover

„Wir bedauern, dass die KSG sich entschlossen hat, Laatzen zu verlassen“, gab jetzt Michael Riedel (SPD) im Laatzener Wirtschaftsausschuss zu Protokoll. Ihn irritiere allerdings die Entscheidung, ausgerechnet in die Landeshauptstadt zu ziehen. „Hannover ist eine der wenigen Städte in der Region, die keine Anteile an der KSG haben“, sagt Riedel. Die Mehrheitsgruppe fordert deshalb per Antrag, die Stadt als KSG-Anteilseignerin möge sich bei der Gesellschafterversammlung dafür einsetzen, dass das Unternehmen in eine Mitgliedskommune ziehe.

CDU-Ratsherr Nils Janisch schließt sich der Argumentation an, auch wenn der rot-rot-grüne Vorschlag angesichts des geringen Einflusses Laatzens nur symbolisch sei. „Ich lehne die Sitzverlegung ab, aber kann sie in gewisser Weise nachvollziehen“, ergänzte der Christdemokrat in Anspielung auf den seit Langem schwelenden Streit zwischen SPD/Linken auf der einen und KSG-Geschäftsführer Karl Heinz Range auf der anderen Seite. „Ich habe den Eindruck, dass die KSG in Laatzen stark angegangen wurde“, sagt Janisch. Wegen dieser „persönlichen Befindlichkeiten“ schlug FDP-Ratsherr Dirk Weissleder vor, Range in den Wirtschaftsausschuss einzuladen. Dem rot-rot-grünen Vorschlag, die Gesellschafter vom Umzug ausgerechnet nach Hannover abzuhalten, stimmte der Wirtschaftsausschuss geschlossen zu.

Streit schwelt schon länger

SPD und Linke im Rat hatten in den vergangenen Jahren mehrfach kritisiert, dass die Gesellschaft sich in Laatzen zu wenig engagiere. Riedel bekräftigte dies im Wirtschaftsausschuss noch einmal. „Die KSG hat in den letzten Jahren nicht eine Wohnung neu gebaut.“ Auch das vor vier Jahren von der Stadt verkaufte Grundstück am Kreuzweg liege nach wie vor brach.

KSG-Geschäftsführer Range hatte die geringe Bauaktivität in Laatzen wiederholt damit begründet, dass es im Stadtgebiet an geeigneten Flächen mangele. Die Bauarbeiten für das Grundstück am Kreuzweg solle im nächsten Jahr starten. Den Umzug nach Hannover begründete Range mit der zentralen Lage und der Nähe zum Regionshaus. Die Region ist größte Gesellschafterin der KSG.

Das ist die KSG Hannover

Gegründet wurde die KSG Hannover im Jahr 1949 als Kreissiedlungsgesellschaft. Ziel ist es seitdem geblieben, preisgünstigen Wohnraum für die Bevölkerung zu schaffen und zu verwalten. Ende 2018 verfügte das Unternehmen über insgesamt 7848 Wohnungen in 19 der 21 Regionskommunen sowie in Bad Münder und Lauenau. Die meisten Wohnungen befinden sich in Langenhagen (1973), Ronnenberg (1177) und Hannover (691), in Laatzen sind es 567 Wohneinheiten. Das aktuelle Bauprogramm bis 2028 schließt die Errichtung von 1057 weiteren Wohnungen ein, die Mehrheit davon in Hannover (649). 15 Wohnungen sind am Kreuzweg in Alt-Laatzen geplant.

Der Einfluss der Stadt Laatzen auf die Entscheidungen der ehemaligen Kreissiedlungsgesellschaft ist sehr begrenzt: Die Kommune verfügt mit einem Stammkapital von 80.800 Euro über gerade einmal 2,8 Prozent der Anteile. Hauptgesellschafter der KSG sind die Region Hannover und die Stadt Langenhagen mit jeweils rund 25 Prozent sowie Ronnenberg mit 8 Prozent. jd

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