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Laatzen Feuerwehrleute sind aus Meppen zurück
Umland Laatzen Feuerwehrleute sind aus Meppen zurück
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00:15 27.09.2018
Löscharbeiten beim Moorbrand auf dem Bundeswehr-Testgelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91), aufgenommen von einem Aussichtsturm. Quelle: dpa
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Hemmingen/Laatzen/Pattensen/Springe

Die etwa 140 Feuerwehrleute aus Hemmingen, Laatzen, Pattensen und Springe, die seit Freitagnacht zum Löschen des Moorbrandes auf Bundeswehr-Gelände in Meppen waren, sind wieder in der Region Hannover. Sie kamen in der Nacht zu Montag an.

Die meisten von ihnen seien nach wenigen Stunden Schlaf wie gewohnt zur Arbeit gegangen, sagte Regionssprecherin Carmen Pförtner. Die Feuerwehrleute aus den vier Kommunen bilden die Regionsfeuerwehrbereitschaft III. Es gibt insgesamt fünf. Am Sonntagnachmittag wurden sie von der Bereitschaft I mit Feuerwehrmitgliedern aus Garbsen, Neustadt und Wunstorf abgelöst.

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Die Rückfahrt in Kolonne im etwa 250 Kilometer entfernten Meppen dauerte etwa fünf Stunden. Damit aber war der Einsatz noch nicht beendet. Die Wagen und Gerätschaften mussten in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Ronnenberg gesäubert und aufgefüllt werden, erläuterte Pförtner. Dann seien die insgesamt 28 Fahrzeuge in die jeweiligen Gerätehäuser zurückgebracht worden.

Die meisten Feuerwehrleute kamen aus Springe (44 Feuerwehrleute), gefolgt von Pattensen (35), Hemmingen (33) und Laatzen (28). „Die Pattenser hatten den Auftrag mit zwei Wasserwerfern eine Brandbekämpfung vorzunehmen“, erläuterte Stadtbrandmeister Henning Brüggemann.

Jens Beier von der Ortsfeuerwehr Hüpede war beim Einsatz in Meppen dabei. „Trotz starken Regens flammten im Moor immer wieder Stellen auf, die wir löschen mussten“, sagte Beier. „Ohne Vorankündigung entzündeten sich einzelne kleine Bäume.“ Die an den Strahlrohren und Wasserwerfern eingesetzten Helfer seien in Intervallen von einer knappen Stunde ausgewechselt worden, um die einzelnen Aktiven nicht zu überlasten. Brüggemann erklärte: „Die reine Pumpenlaufzeit betrug laut Bereitschaftsführer 19 Stunden, das heißt, 19 Stunden wurde der Einsatzabschnitt intensiv bewässert.“ Unterstützung habe es durch die Besatzung in einem Transporthubschrauber der Bundeswehr mit einem Außenbehälter für Löschwasser gegeben. „Militärische Drohnen lieferten Bilder.“

Für Ruhepausen konnten die Feuerwehrleute in eine Sporthalle gehen. Brüggemann ergänzte: „Verpflegt wurden sie durch die örtlichen Einsatzeinheiten.“ Fotos vom Einsatz sind laut Feuerwehr nicht möglich, weil es sich um ein militärisches Sperrgebiet handelt.

Eric Pahlke aus Ingeln-Oesselse, Leiter der Regionsfeuerwehrbereitschaft III, sagte: „Die Zusammenarbeit im Einsatzgebiet hat mit allen beteiligten Organisationen hervorragend geklappt. Unsere Aufgabe bestand in der Beförderung von Wasser, das dazu gebraucht wurde, den Moorboden zu durchfeuchten.“ Pahlke erklärte, warum ein Moorbrand so schwierig ist zu löschen: „Man sieht das Feuer nicht – anders als bei einem Waldbrand zum Beispiel. Es verbrennt die Baumwurzeln von unten, die Bäume fallen dann einfach um und fangen wiederum auf den heißen Boden Feuer.“

Die Regionsfeuerwehrbereitschaft III hilft beim Löschen des Moorbrandes in Meppen. Einsatzbilder gibt es nicht, da es sich um militärisches Sperrgebiet handelt.

Regionspräsident Hauke Jagau würdigte den Einsatz: „Mein Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten, die schon im Einsatz waren oder noch fahren werden. Es macht mich stolz, dass wir auf sie zählen können“, sagte er am Montag. Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Sicherheit der Region Hannover, lobte die schnelle Einsatzbereitschaft. „Die erste Anforderung kam am Freitag um 18.37 Uhr bei der Region an. Um 22 Uhr haben 136 Einsatzkräfte das Regionsgebiet verlassen.“

Am Sonntagabend wurde Eric Pahlke von Jörn Engel und 139 Mitgliedern der Regionsfeuerwehrbereitschaft I abgelöst. Nach wie vor lautet die Aufgabe Wasserbeförderung. Am Montag, 24. September, im Laufe des Nachmittags starten zwei weitere Züge der Regionsfeuerwehrbereitschaft V (Wedemark, Langenhagen, Burgwedel, Isernhagen) unter der Leitung von Horst Holderith sowie der Regionsfeuerwehrbereitschaft II (Seelze, Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg, Wennigsen) unter der Leitung von Eberhard Schmidt mit jeweils rund 50 Einsatzkräften. Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing sagte: „Die Lage ist nach wie vor kritisch und vom Landkreis Emsland beziehungsweise dem Kompetenzzentrum Großschadenlagen des Innenministeriums werden derzeit Kräfte angefordert. Wir werden, so gut es geht, auch weiterhin mit unseren Kameraden vor Ort aushelfen.“

Von Andreas Zimmer