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Umland Laatzen Nachrichten 100 Euro pro Monat fehlen in der Kasse
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13:42 28.09.2011
Von Johannes Dorndorf
Bleibt auf seinen Kosten sitzen: Der Laatzener Dieter Evers wartet seit Monaten darauf, dass die Region Hannover das Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket auszahlt Quelle: Dorndorf
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Laatzen

Durchschnittlich 100 Euro monatlich fehlen ihm zurzeit in der Haushaltskasse, weil die Region das ihm bislang zustehende Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket nicht auszahlt. Dabei hat der zweifache Familienvater eigentlich alles richtig gemacht: Schon im April, drei Wochen nach Veröffentlichung des Gesetzes, stellte er die entsprechenden Anträge. Im Juli bat die Region darum, zwei Unterlagen nachzureichen, was der 52-Jährige sofort tat. Seitdem rührt sich in Hannover nichts mehr – auch nicht unter der ihm mitgeteilten Nummer des Sachbearbeiters. „Es meldet sich seit sechs Wochen entweder ein Band oder es geht keiner ran“, sagt der Laatzener.

Vor der Initiative der Bundesregierung kam Evers besser über die Runden. Damals bekam er nicht nur Essenszuschüsse für seine beiden Kinder von der Stadt, sondern auch Geld vom Schulförderverein für Klassenfahrten. Das alles sollte durch das Bildungspaket ersetzt werden – für Evers ein Flop.

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Wenn Evers die Unterlagen durchgeht, lacht er manchmal auf. Beispiel Schulbedarf: Eigentlich stehen ihm seit Anfang August 70 Euro für neue Taschenrechner, Schulranzen, Zirkel und Stifte seines Sohnes zu. Im offiziellen Informationsschreiben der Region heißt es dazu: „Was Sie dafür tun müssen: Nichts. Die Leistung wird automatisch überwiesen.“

Warum die Behörde es nicht einmal schafft, eine automatische Überweisung an alle Betroffenen hinzubekommen, ist im Regionshaus nicht zu erfahren. Auch Sprecher Nils Meyer weiß auf Nachfrage keine Antwort. Dafür aber auf die Frage, warum die Mitarbeiter nicht erreichbar sind: „Weil wir uns primär um die Bearbeitung der Anträge kümmern.“ Immerhin solle in Kürze eine Hotline für die Betroffenen eingerichtet werden.

Dass die Region selbst mit dem Bundesgesetz unglücklich ist, verhehlt Meyer nicht. „Wir halten das Verfahren für viel zu bürokratisch.“