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Nachrichten 31-Jähriger wird von Stadtbahn erfasst
Umland Laatzen Nachrichten 31-Jähriger wird von Stadtbahn erfasst
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20:21 31.05.2015
Der 31-Jährige - er stand offenbar unter Alkoholeinfluss - wurde von der Stadtbahn erfasst und darunter eingeklemmt. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Nach Angaben der Polizei lag der 31-Jährige etwa 50 Meter südlich der Kreuzung Erich-Panitz-Straße/Kastanienweg auf den Schienen der Linie 1 – etwa auf Höhe des Bauerncafés. Gegen 23.50 Uhr fuhr eine Stadtbahn der Linie 1 aus Richtung Rethen kommend auf die Stelle zu. Als der 44-jährige Fahrer den Mann in dem unbeleuchteten Abschnitt auf den Schienen sah, bremste er, konnte eine Kollision jedoch nicht mehr verhindern. Der Mann geriet unter die Räder, er verlor den Unterschenkel des linken Beins.

Der 31-jährige Mann ist kurz vor Mitternacht von einer Stadtbahn der Linie 1 erfasst und darunter eingeklemmt worden. Offenbar war er alkoholisiert.

Die herbeigerufenen Rettungskräfte brauchten etwa 40 Minuten, um den Mann aus seiner Lage zu befreien. Die Feuerwehr setzte zwei hydraulische Heber ein, um die Bahn vorsichtig anzuheben. Der 31-Jährige habe sich währenddessen ruhig verhalten, heißt es – offenbar stand er unter Schock. Erst im Rettungswagen, so berichten es Zeugen, habe er geschrien. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei berichtet, er sei außer Lebensgefahr.

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Die Gründe, warum der Mann auf den Schienen lag, liegen bislang im Dunkeln. Nach Angaben der Polizei war der 31-Jährige offenbar alkoholisiert, eine Blutprobe wurde noch nicht entnommen. „Der Verkehrsunfalldienst hat die Ermittlungen aufgenommen“, sagte eine Polizeisprecherin. Man gehe derzeit von einem Unglücksfall aus, ein Suizidversuch sei jedoch nicht ausgeschlossen.

Der Mann sei in Hannover geboren und derzeit ohne festen Wohnsitz – eine Meldeadresse liegt laut Polizei nicht vor. Befand er sich möglicherweise auf dem Weg vom oder zum nahe gelegenen Rethener Obdachlosenheim? Von der Unfallstelle aus führt ein Trampelpfad 
zur Stadtbahn-Haltestelle Rethener Winkel – und von dort aus weiter direkt zu der Unterkunft nahe dem städtischen Kompostplatz. Im Haus werde derzeit niemand vermisst, hieß es am Sonntag allerdings bei der Heimleitung. „So etwas hätte sich bei uns herumgesprochen“, sagt ein Mitarbeiter. Dagegen spricht auch, dass der Mann nicht auf den Gleisen direkt am Weg, sondern einige Meter entfernt auf der Gegenspur lag.

Die Laatzener Feuerwehr hatte in der Nacht 28 Helfer im Einsatz. 
Einen Stadtbahn-Unfall mit so schweren Verletzungen hat es nach Auskunft von Feuerwehrsprecher Gerald Senft seit Jahren nicht gegeben – mit eingeklemmten Personen hätten die ehrenamtlichen Helfer allerdings immer wieder bei Autounfällen zu tun. Nach Abschluss des Einsatzes um 1.15 Uhr folgte eine Nachbesprechung im Gerätehaus. „Wir haben darüber 20 Minuten ausführlich gesprochen“, sagt Senft.

Irritiert zeigte sich die Feuerwehr über die Schaulustigen, davon wohl auch einige der geschätzt zehn bis 20 Fahrgäste der Stadtbahn: „Es gab viele Handy-Filmer, die teils bis auf zehn Meter herankamen“, berichtet Senft. Die Feuerwehr verhängte die Unfallstelle daraufhin mit Decken, um das Unfallopfer vor Blicken zu schützen.

Von Johannes Dorndorf

Johannes Dorndorf 29.05.2015
Daniel Junker 28.05.2015