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Umland Laatzen Nachrichten Anwohner beschweren sich über Staub und Lärm
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12:00 11.06.2016
Teresa Czerwionka schaut vom Balkon ihrer Wohnung am Mozartweg direkt auf die Großbaustelle auf dem Gelände der Deutschen Rentenversicherung. Immer wieder wehe der Staub herüber, sagt sie. Quelle: Daniel Junker
Laatzen-Mitte

Die Terrassen und Balkone einiger Wohnungen am Mozartweg sind für die Anwohner seit geraumer Zeit Sperrgebiet. Aufgrund der Geräusche und des Staubs, die vom Gelände der Rentenversicherung zu den Wohnungen herüberwehen, seien die Außenbereiche nicht nutzbar. "Überall liegt eine dicke Schicht Staub, man bekommt die gar nicht mehr weg", klagt Teresa Czerwionka. Ähnlich äußert sich Christa Müller, die in der Etage darunter wohnt. "Ich kann meine Terrasse nicht mehr nutzen, auch meine Blumen gehen mittlerweile kaputt", sagt sie. Czerwionka betritt ihren Balkon mittlerweile sogar nur noch mit Plastik-Überschuhen, damit sie den Dreck nicht ins Haus trägt.

Dies nutze allerdings nicht viel: "Der Staub kommt auch durch die Lüftungen in die Wohnungen", sagt Czerwionka. "Er lagert sich auf den Tischen, auf dem Fußboden und sogar in den Kissen und Bettdecken ab. Das ist wirklich extrem." Karin Arendt, die im Haus nebenan wohnt, beobachtet das Gleiche. "Der Staub hängt auch in der Kleidung, wir müssen ihn die ganze Zeit einatmen."

Nach Ansicht der Anwohner würden die Baustelle und die Berge mit dem zerkleinerten Baumaterial zu wenig gewässert. "Jedes Mal, wenn größere Betonstücke vom Gebäude herunterfallen, steigt eine große Staubwolke auf", sagt Müller. "Bei Wind sieht es hier manchmal aus wie in der Sahara", berichtet Czerwionkas Lebensgefährte Gerd Kolan. "Die Baufirma müsste dafür ganz viel Wasser einsetzen, die Sprenger sind viel zu klein", glaubt er.

"Alle hier ärgern sich darüber", bestätigt Arendt. Den Anwohnern sei klar, dass Lärm und Staub nicht vollständig verhindert werden könnten, "aber in diesem Ausmaß ist das einfach viel zu viel." Die Anwohner befürchten sogar, dass sie Teile ihrer Balkonmöbel entsorgen müssen. "Das kriegt man gar nicht mehr ab", glaubt Czerwionka

Die Stadt Laatzen bestätigt, dass in der vergangenen Woche Hinweise zur Staubbelastung beim Team Bauordnung eingegangen seien. "Daher wurden und werden von Mitarbeitern der Stadtverwaltung unangekündigte Kontrollen bei den Abrissarbeiten durchgeführt", teilt Stadtsprecher Matthias Brinkmann mit. "Als wir vor Ort waren, wurde ausreichend gewässert." Allerdings: "Wenn es so trocken und windig ist wie in den vergangenen Tagen, ist es natürlich schwierig, die Staubentwicklung zu verhindern." So könne es auch zu Verwehungen über die Grundstücksgrenze hinaus kommen, sagt Brinkmann. Die Firma sei aufgefordert worden, die Staubentwicklung möglichst gering zu halten.

Die Abrissfirma Hagedorn betont, sich an die Vorschriften zu halten. "Wir arbeiten nach dem aktuellen Stand der Technik und stehen unter Beobachtung der Berufsgenossenschaft, der Stadt und der Gewerbeaufsicht", teilt das Unternehmen mit. "Wir stehen mit allen Beteiligten im engen Kontakt." Nach Ansicht eines Sprechers würden die Anwohner die Belastung durch Staub "subjektiv unterschiedlich empfinden". So habe es vom direkt benachbarten Rewe-Markt keine Beschwerden gegeben.

Ein Ende ist immerhin in Sicht: Hagedorn will die oberirdischen Abrissarbeiten zum Ende dieser Woche abschließen.

Fotostrecke Laatzen: Anwohner beschweren sich über Staub und Lärm

Von Daniel Junker

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