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16:11 26.10.2015
Jagdpächter Siegfried Guder begutachtet den überschwemmten Wanderweg.
Jagdpächter Siegfried Guder begutachtet den überschwemmten Wanderweg. Quelle: Stephanie Zerm
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Laatzen

Biber sind fleißige Tiere. Zumindest scheint das auf die Nagerfamilie zuzutreffen, die bereits seit mehreren Jahren in der Alten Leine Am Fugenwinkel lebt. „Die Tiere haben ihren Damm erhöht“, sagt Jagdpächter Siegfried Guder.

Als Resultat benötigen Spaziergänger, die zwischen der Alten Leine und dem Badeteich am Wiesendachhaus unterwegs sind, vorerst Gummistiefel. Denn große Teile des Wanderweges stehen dort unter Wasser.

Laut dem ehrenamtlichen Biberberater des Nabu, Dieter Mahsarski, haben die Tiere den Pegel der Alten Leine in den vergangenen Wochen um 40 Zentimeter erhöht. Neben dem Wanderweg in der Leinemasch in Alt-Laatzen stehen auch Felder in der Harkenblecker Furth unter Wasser. „Davor war der Wasserpegel fast ein Jahr lang konstant“, berichtet Mahsarski.

Laut Guder leben im Naturschutzgebiet Leinemasch rund 30 Biber. Neben dem Biberdamm am Fugenwinkel gibt es an der Alten Leine in Richtung Koldingen noch zwei weitere. „Die Tiere sind schlau“, berichtet Guder. „Um das Wasser zu stauen, haben sie auch das Entwässerungsrohr verstopft. Und jedes Mal, wenn ich es säubere, machen sie es wieder zu.“

Um den Pegel der Alten Leine besser kontrollieren zu können, hat der Unterhaltungsverband Mittlere Leine Staumarken festgelegt, mit denen der Wasserstand regelmäßig ausgewertet wird. Außerdem hat der Verband einen Umlauf angelegt, der das Wasser an dem Biberdamm vorbeiführen und die Felder trocken halten soll. Dieser bringt jedoch momentan wegen des hohen Wasserstandes keine Entlastung.

Um Felder und Wanderweg zu entwässern, will der Unterhaltungsverband den Wasserpegel nun mit einem Drainagerohr um 40 Zentimeter absenken. „Dann wird auch der Umlauf wieder funktionieren“, sagt Friedrich Hüper vom Unterhaltungsverband Mittlere Leine.

Diese Maßnahme hat die Untere Naturschutzbehörde jetzt genehmigt. Ansonsten sind Biber streng geschützte Tiere. Jedes Eingreifen in ihren Lebensraum ist streng verboten. „Wir wollen die Tiere auf jeden Fall schützen und versuchen, Konflikte bestmöglich zu lösen“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann.

Von Stephanie Zerm