Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Büroräume werden für Kindergartengruppe umgebaut
Umland Laatzen Nachrichten Büroräume werden für Kindergartengruppe umgebaut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 02.07.2017
Viel Platz: Der Gruppenraum für die nach den Sommerferien an der Gutenbergstraße betreuten 25 Kindergartenkinder ist 65 Quadratmeter groß. Rechtlich vorgeschrieben sind 50 Quadratmeter (2 Quadratmeter pro Kind). Für die Zeit der temporären Nutzung der Räume für eine Kindergartengruppe werden die Steckleisten und Netzwerkverbindungen außer Betrieb genommen und überbaut.
Viel Platz: Der Gruppenraum für die nach den Sommerferien an der Gutenbergstraße betreuten 25 Kindergartenkinder ist 65 Quadratmeter groß. Rechtlich vorgeschrieben sind 50 Quadratmeter (2 Quadratmeter pro Kind). Für die Zeit der temporären Nutzung der Räume für eine Kindergartengruppe werden die Steckleisten und Netzwerkverbindungen außer Betrieb genommen und überbaut. Quelle: Astrid Köhler
Anzeige
Laatzen-Mitte

Wo bis 2016 für rund zwei Jahre Mitarbeiter des Gesundheitsamtes der Region saßen und arbeiteten, werden nach den Sommerferien Drei- bis Sechsjährige spielen und lernen. Dem neuen Bedarf entsprechend wurden bei den Umbauarbeiten seit Ende April drei Büros zu einem 65 Quadratmeter großen Gruppenraum verbunden. Das ist mehr als die gesetztlich vorgeschriebenen Mindestgröße von 50 Quadratmeter – zwei Quadratmeter pro Kind – entspricht aber der stets möglichst großzügigen Planung der Stadt für Gruppenräume, betont Fachbereichsleiter Thomas Schrader bei einem Rundgang am Donnerstag. Auch ein Differenzierungsraum steht dort zur Verfügung. Die Nutzung als Kindergartengruppe sei zwar temporär, aber keinesfalls ein Provisorium, betonte Schrader.

Auf der gesamten Fläche wurden die Bodenbeläge mit Linoleum erneuert und im Gruppenraum eine Schall dämpfende Akustik-Decken eingezogen, außerdem die Elektrik angepasst und Wände und Türen gestrichen. Eines der Büros wurde zu einem kindgerechten Bad umfunktioniert. Die Gesamtkosten für den Hochbau belaufen sich auf rund 80.000 Euro.

Die Kitagruppe an der Gutenbergstraße sei eine temporäre Lösung, betont Schrader. Die Räume dort würden für die Kinderbetreuung nur so lange genutzt, wie noch keine der geplanten neuen Einrichtungen fertiggestellt sei, erklärte der Laatzener Fachbereichsleiter der hinzufügt: "Wir wollen möglichst wenig in die Bausubstanz eingreifen."

Entsprechend sparsam versucht die Stadt den Umbau zu realisieren. Die vorhandenen Netzwerkleisten und Steckdosen aus den Büros sind nur übergangsweise außer Betrieb und werden mit einer Blende versehen. Von den Wände wurden nur zwei entfernt und eine zusätzliche Trockenbauwand am künftigen Eingang auf der Westseite eingezogen.

Der künftige Zugang zur Kindergartengruppe ist über den nahegelegenen Parkplatz erreichbar und liegt direkt an der 310 Quadratmeter großen Außenfläche. Laut Stadt wird diese nächste Woche eingezäunt und erhält neben einer Sandfläche noch ein Multifunktionsspielgerät mit Rutsche, Kletterwand und Schaukel sowie sogenannte Outdoor-Maltafeln.

Noch ausstehenden Restarbeiten zum Trotz – unter anderem wird im Gruppenraum als zusätzlicher Fluchtweg ein Podest am Fenster errichtet – ist die Stadt optimistisch, die ersten Kinder der Halbtagsgruppe wie geplant ab August eingewöhnen zu können. Organisatorisch gehört die von zwei Fachkräften betreute Gruppe zur Kita Marktplatz. Bis Mitte September sollen alle 25 Plätze belegt sein. Aktuell werden die Familien informiert, deren Kinder künftig von 8 bis 12 Uhr dort betreut werden. "Je nah Nachfrage könne das Angebot dort auch um eine Nachmittagsgruppe erweitert werden", so Schrader.

In dem Bürogebäude gibt es noch zwei weitere Nutzergruppen, die ebenfalls über separate Eingänge verfügen: Den Haupteingang nutzen die Mitarbeiter der Bauverwaltung, die im Oktober an die Gutenbergstraße umgezogen ist. Die vor einem Jahr dort eingerichtet Flüchtlingsunterkunft im Obergeschoss des Bürogebäudes ist über das Treppenhaus auf der Ostseite des Gebäudes erreichbar.

Erster Kita-Neubau in Laatzen-Mitte "frühestens 2019"

In keinem anderen Stadtteil fehlen so viele Betreuungsplätze für Kinder wie in Laatzen-Mitte: rechnerisch sind es 100 bei den Drei- bis Sechsjährigen. Um dem Rechtsanspruch nachzukommen und möglichst vielen Familien den für ihre Kinder gewünschten Ganztagsplatz bieten zu können, sind zusätzliche Gruppen und Einrichtungen von Kindertagesstätten erforderlich.

Aktuell plant die Stadt einen Umbau sowie zwei neue Einrichtungen in Laatzen-Mitte. Für den neuen Kita-Standort am Kiefernweg wurde bereits Planungsgeld in den Haushalt eingestellt. Realistisch könne dieser aber „frühestens Mitte 2019“ fertig sein, sagte der Fachbereichsleiter für Soziales, Thomas Schrader. Parallel sucht die Stadt nach einem Standort für einen zweiten Kita-Neubau östlich der Erich-Panitz-Straße und verfolgt weiter den Plan, eine Kita an der Ahorstraße einzurichten – im Gebäude des ehemaligen Aldi-Markts. „An der Planung hat sich nichts geändert“, betonte Schrader.

Um die größte Not in Laatzen-Mitte zu decken richtet die Stadt derzeit zwei zusätzliche Vormittagsgruppen ein: an der Gutenbergstraße entsteht zum August eine Außengruppe der Kita Marktstraße für bis zu 25 Kinder (siehe Text oben). Erweitert wird auch das Platzangebot bei der Kita Brucknerweg. Nach Umbauarbeiten sollen dort nicht nur wie aktuell zehn sondern bis zu 25 Kinder aufgenommen werden können. Zuzüglich der an der Gutenbergstraße möglichen Nachmittagsbetreuung gebe es damit 75 Plätze.

Fotostrecke Laatzen: Büroräume werden für Kindergartengruppe umgebaut

Von Astrid Köhler