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Umland Laatzen Nachrichten TfN zeigt Operette mit viel Jazz von Paul Abraham
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00:19 02.05.2018
Das Theater für Niedersachsen (TfN) zeigt ab Sonnabend, 5. Mai, die Operette „Die Blume von Hawaii“ im Großen Haus des Stadttheaters Hildesheim. Quelle: Falk von Traubenberg
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Hildesheim

 Ein  Bühnenstück über den Jazz, das Finden der wahren Liebe, die Zukunft Hawaiis und die Freuden des mondänen Lebens in Honolulu und Monte Carlo bringt das Theater für Niedersachsen (TfN) Anfang Mai auf die große Bühne. „Die Blume von Hawaii“ heißt die Operette des jüdischen Komponisten Paul Abraham, dessen Musik derzeit eine Renaissance erlebt. Als erstes Theater präsentiert das TfN „eine Rekonstruktion der originalen Abrahamschen improvisatorischen Musizierweise“, heißt es in der Ankündigung des Hildesheimer Theaters. “Voll rasanter Lebenslust, irrsinnig komisch und – wenn nötig – herzergreifend lyrisch lässt Paul Abrahams erfolgreichstes Werk keine Wünsche offen.“ 

Vorbild des Stücks, das am 24. Juli 1931 in Leipzig uraufgeführt wurde, ist die Geschichte von Lili’uokalani, der letzten Königin von Hawaii. „Die Blume von Hawaii“ spielt kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts in Honolulu und Monte Carlo. Zu dieser Zeit hat die amerikanische Armee Hawaii besetzt und die Königin entmachtet. Das Stück handelt von ganz unterschiedlichen Personen – unter anderem von der hawaiianischen Prinzessin Laya, dem ihr versprochenen Prinzen Lilo-Taro, der schöne Insulanerin Raka sowie dem amerikanischen Admiral Stone und seinem Sekretär John Buffy, die mit dem Schiff in Honolulu eintreffen. Eine nicht unbedeutende Rolle spielen auch die kesse Bessy Worthington sowie der Jazz- Sänger Jim Boy und die ihn begleitende Suzanne Provence.

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Immer präsent in der Operette ist der Jazz, der Anfang der 1920-er Jahre aus Amerika nach Europa überschwappte und der das öffentliche Musikleben und die Unterhaltungsmusik binnen weniger Jahre völlig umkrempelte. „Unangefochtener König dieser letzten, wilden Operettenzeit in Berlin – die mit dem Nationalsozialismus ihr jähes Ende fand – war der ungarische Exilant Paul Abraham“, teilt das TfN mit.  In Berlin wurde Abraham zum gefragtesten Komponisten seiner Zeit. 

Mit den Librettisten Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda, die gemeinsam mit Emmerich Földes auch das Libretto für „Die Blume von Hawaii verfassten, schuf Abraham die erfolgreichsten musikalischen Bühnenstücke in Europa. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste der Komponist allerdings nach Budapest zurückkehren. In der Folge geriet seine Musik in Deutschland in Vergessenheit. Nach einer Inszenierung seiner Operette „Ball im Savoy“ an der Komischen Oper in Berlin im Jahr 2013 wurden die Kompositionen zunehmend wieder bekannter.

Die Premiere beginnt am Sonnabend, 5. Mai, um 19 Uhr im Großen Haus des Stadttheaters Hildesheim. Die Karten kosten 12 bis 36 Euro, ermäßigt ab 9 Euro. Sie sind erhältlich bei der HAZ/NP-Geschäftsstelle an der Albert-Schweitzer-Straße in Laatzen-Mitte, beim TfN-Servicecenter an der Theaterstraße 6 in Hildesheim, unter Telefon (05121) 1693-1693 sowie im Internet auf tfn-online.de. 

Von Daniel Junker