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Umland Laatzen Nachrichten Mann versucht, Ticketautomat aufzuschweißen
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18:32 11.01.2016
Von Björn Franz
Beamte der Bundespolizei stellen das Schweißgerät sicher, mit dem der Täter versucht hat, den Fahrkartenautomaten am Bahnhof zu knacken.
Beamte der Bundespolizei stellen das Schweißgerät sicher, mit dem der Täter versucht hat, den Fahrkartenautomaten am Bahnhof zu knacken. Quelle: Dorndorf
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Rethen

Der Täter war nach Polizeiangaben gegen 2.40 Uhr mit schwerem Gerät an dem Fahrkartenautomaten an der Straße Am Bahnhof angerückt. Mit zwei schweren Gasflaschen samt Schweißgerät wollte er die Rückwand des Metallgehäuses öffnen, um an das darin enthaltene Geld zu kommen. Was der Mann offenbar nicht wusste: Bei der Polizei wurde durch die nächtliche Aktion ein Alarm ausgelöst.

Als ein Streifenwagen der Laatzener Polizei eintraf, trafen die Beamten einen 32-jährigen Laatzener an. Nach einem Fluchtversuch nahmen sie den Mann fest. Am Tatort fand die Polizei das Tatwerkzeug vor, die Schweißspuren am Automaten waren bereits gesetzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass der mutmaßliche Täter nicht allein unterwegs war: "Er selbst war nicht mit Fahrzeug am Tatort. Das lässt darauf schließen, dass es einen Mittäter gab, der die Gasflaschen transportiert hat", sagte ein Sprecher der zuständigen Bundespolizei. Von dem Komplizen fehlt bislang jede Spur.

Der Verdächtige selbst stritt die Tat ab. Der 32-Jährige ist bereits wegen mehrerer anderer Delikte polizeibekannt und verbüßt derzeit eine Bewährungsstrafe. Nach der Vernehmung kam er gestern auf freien Fuß.

Nach Angaben der Bundespolizei ist es nicht der erste Versuch, Automaten aufzuschweißen. Im vergangenen Jahr habe es je einen weiteren Fall im Lehrter Ortsteil Arpke sowie im Bereich Braunschweig gegeben. Ärgerlich ist vor allem der Schaden: Der Automat in Rethen muss komplett ausgetauscht werden. Die Kosten dafür werden mit etwa 25.000 Euro angegeben. Er wird voraussichtlich in dieser Woche ersetzt, bis dahin steht nur der Üstra-Automat an der Stadtbahn für Tickets im Regionalverkehr zur Verfügung.

Die noch am frühen Morgen gemeldete Explosion dementierten die Behörden. Zwar gebe es solche Sprengversuche, in Rethen sei jedoch ausschließlich Schweißgerät eingesetzt worden.

Von Johannes Dorndorf