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Nachrichten Fische verwesen in der Alten Leine
Umland Laatzen Nachrichten Fische verwesen in der Alten Leine
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20:00 17.07.2015
Wie dieser Fisch verwesen derzeit mehrere Tiere in einem von Teichlinsen bedeckten Abschnitt der Alten Leine nahe der Bank am Bemeroder Bleek.  Quelle: Daniel Junker
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Laatzen

Unstrittig ist, dass die geschätzte Handvoll Hechte und Karpfen sowie einige Kleinfische erstickt sind, und zwar vor dem vergangenen Wochenende. „Der Bereich ist sehr intensiv mit Wasserlinsen abgedeckt. Es gibt keine Assimilation unter der Wasseroberfläche und keinen Sauerstoff“, sagt Helmut Leithold, vom Fischereiverein Laatzen. Allen sei bekannt, dass die Leine in dem Bereich durch Biberbauten angestaut würde. So bekomme der Fluss „den Charakter eines teichähnlichen Gewässers“. Bei höherer Fließgeschwindigkeit könnten sich Teichlinsen gar nicht erst ansiedeln und in dem Maße ausbreiten. Hauptursache sei die Verschlammung des flachen Gewässers und das viele Totholz, das Nährstoffe freisetzt, so Leithold. Dies bringe auch der Biber ein.

Tonja Mannstedt vom Biberschutzprojekt des Nabu Laatzen ist anderer Meinung: Zwar verändere der Biber die Umgebung, doch dürften ihm nicht alle Probleme zugeschoben werden. „Grundsätzlich ist festzustellen, dass sich die Wasserqualität verbessert, wenn der Biber da ist.“ Dass die Alte Leine verschlamme, habe weniger mit dem Nagetier zu tun als damit, dass direkt am Naturschutzgebiet und stellenweise nur zwei Meter vom Ufer entfernt konventioneller Ackerbau betrieben werde. „In den Fluss fließt zu viel rein, was dort nicht hineingehört“, sagt Mannstedt. Sie empfiehlt, als Gegenmaßnahme eine Pufferzone zum Uferrand einzurichten: „Schon 5 bis 15 Meter bringen viel.“

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Aufgetaucht sind die Kadaver dem Fischereiverein zufolge nach Kontrollgängen nur in einem etwa 40 Meter langen Abschnitt nahe der Leineufer-Bank am Bemeroder Bleek. „Man sollte das nicht überbewerten“, sagte Leithold gestern. „Es ist ein punktuelles Fischsterben, das begrenzt war auf drei Tage der vergangenen Woche.“ Eine geringfügige Grundströmung sei vorhanden, sodass sich die Wasserqualität wieder verbessern werden.

Die Region Hannover geht von einem üblichen „Sommerphänomen“ aus und sieht aktuell keinen Handlungsbedarf, so Sprecher Klaus Abelmann: „Wir schauen aber noch mal genau nach.“