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18:36 18.05.2015
Von Johannes Dorndorf
Foto: Beim Förderprojekt in Sindhupalchowk bekommen Frauen Kleinkredite für den Aufbau eines Lädchens.
Beim Förderprojekt in Sindhupalchowk bekommen Frauen Kleinkredite für den Aufbau eines Lädchens. Quelle: Dorit Battermann
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Sie selbst bezeichnet Nepal inzwischen als ihre „zweite Heimat“. Von 1997 bis 2003 war Dorit Battermann für den Deutschen Entwicklungsdienst in dem Himalayastaat, um beim Aufbau von Kleinunternehmen zu helfen. Seitdem ist die 47-Jährige mit den Menschen und Hilfsorganisationen dort verbunden geblieben - und will angesichts der aktuellen Katastrophe Hilfe organisieren.

„Da steht nichts mehr. Wenn Sie die Bilder von dort sehen, fällt Ihnen nichts mehr ein“, sagt Battermann über die Fotografien, die ihr Bekannte aus betroffenen Regionen zugeschickt haben. Ende Mai beginnt die Regenzeit, neben Wasser, Lebensmitteln und Decken sind Planen und Zelte gefragt.

Für die kurzfristige Hilfe vor Ort, so schätzt es Battermann ein, seien größere Hilfsorganisationen am besten geeignet. „Die großen Organisationen haben eine ausgefeiltere Logistik und ein tragfähigeres Finanzvolumen“, sagt die Grasdorferin. Anschieben will sie hingegen Projekte, die erst nach der aktuellen, großen Hilfswelle greifen.

Konkret geht es um die Förderung zweier einheimischer Organisationen, mit denen Battermann seit 1997 zusammenarbeitet: die Women’s Foundation of Nepal in Kathmandu und das Rural Economics Social Improvement Center (Resic) in Nepalganj an der indischen Grenze. Beide unterstützen Frauen, die sich in Gruppen zusammengeschlossen haben, um Geld für Unternehmungen zu sparen. „Sie gewähren Frauen, die eine gute Idee haben, um ihr Leben zu verbessern, mit einem Kleinkredit eine Starthilfe“, sagt Battermann. „Das kann ein kleiner Teeladen sein, der Kauf von Büffeln, um deren Milch weiterzuverarbeiten, oder eine Nähmaschine zum Ausbessern von Schuluniformen.“ Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe: „Sie sind in der Lage, ihr eigenes Leben, aber auch das Leben in einem ganzen Dorf nachhaltig zu verändern.“

Dass speziell Frauen gefördert werden, hat seinen Grund. „Frauen tragen in Nepals Dörfern vielfach die Hauptlast“, sagt Battermann. Viele Männer lebten im Ausland - etwa auf den WM-Baustellen in Katar - in den Städten oder in Tourismusregionen. „Frauen erledigen häufig alle anfallenden Arbeiten im Haus, auf den Feldern und in der Dorfgemeinschaft.“

Bei ihrem Hilfsprojekt geht es um die Förderung bestehender und den Aufbau neuer Gruppen in den Regionen Sindhupalchok, Kavre und Dang, von denen zwei direkt im Katastrophengebiet liegen. Die organisatorische Abwicklung der Spendenaktion übernimmt die Gesellschaft für Solidarität und Partnerschaft (Gespa) in Göttingen.

Battermann selbst will das Projekt begleiten und dafür ein- bis zweimal im Jahr in die Region reisen. Das Programm ist für zwei Jahre angelegt und soll im Herbst oder Winter beginnen. Spenden werden allerdings schon jetzt benötigt, da sie die Basis für Förderanträge bei der Bundesregierung und bei Stiftungen legen sollen, die auf jeden Euro bis zu 3 Euro drauflegen.

Johannes Dorndorf 17.05.2015
Astrid Köhler 15.05.2015
Johannes Dorndorf 15.05.2015