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Umland Laatzen Nachrichten Große Spendenpfeife ist weg
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18:29 05.06.2015
Von Daniel Junker
Der Vorsitzende des Förderkreises Orgelbau, Klaus-Jürgen Hentschel (links), und sein Stellvertreter, Pastor Burkhard Straeck, ärgern sich über den Diebstahl. Nur die kleineren Pfeifen, die zugunsten einer neuen Orgel verkauft werden, sind noch da. Quelle: Daniel Junker
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Laatzen

Klaus-Jürgen Hentschel vom Förderkreis und Pastor Burkhard Straeck können es nicht fassen: Seit mehr als einer Woche vermissen sie genau die Pfeife, die 13 Jahre im Eingangsbereich der Kirche stand und mit der die Gemeinde Spenden für den Bau der Orgel sammelt. „Wir können es nicht glauben, dass jemand in unseren Kirchenraum kommt und etwas herausnimmt“, sagt Straeck. „Wir haben immer noch den Idealismus, dass man so etwas nicht macht.“

Zum letzten Mal bewusst gesehen wurde die Pfeife am 10. Mai. „Seit Pfingsten ist sie definitiv weg“, sagt Straeck. „Wir haben erst einmal versucht herauszufinden, ob jemand vielleicht die Pfeife weggestellt hat. Wir haben viele Menschen nach dem Verbleib gefragt.“ Doch ohne Erfolg. Da die Kirche tagsüber meist offen steht, glauben Straeck und Hentschel inzwischen an Diebstahl.

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Der verschwundene Geldbetrag ist nicht hoch: Aufgrund von Erfahrungen schätzen die beiden, dass sich etwa 40 Euro in der Pfeife befunden haben könnten. Dies sei der durchschnittliche Betrag, der monatlich gespendet wird.

Dem Förderkreis geht es aber nicht vorrangig ums Geld. „Viel schlimmer ist der ideelle Wert“, sagt Hentschel. Die Pfeife sei ein sichtbares Zeichen für die seit Jahren gewünschte Orgel. Sie animiere die Kirchgänger, gezielt für das Instrument zu spenden. Und: „Die Pfeife gehört nicht uns, sondern dem Orgelbauer.“ Er habe sie mit einem gesicherten Zylinder und einem Schloss versehen und auch das Holzgestell angefertigt.

„Wir müssen nun überlegen, wie wir weiterhin Spenden für die Orgel sammeln“, so Straeck. Eine neue Pfeife herzurichten sei zu aufwendig. Die Vertreter des Förderkreises hoffen, dass der Dieb die ungewöhnliche Spendensäule wieder zurückbringt - und wollen ansonsten die Polizei einschalten.

Einweihung soll Ostern sein

Seit 13 Jahren sammelt die Thomasgemeinde Geld für eine richtige Orgel – und einen Ersatz der vorhandenen elektronischen. Mittlerweile ist das Ziel zum Greifen nah: „Wir planen die Einweihung für Ostern 2016“, sagte Pastor Burkhard Straeck. Orgelbauer Jörg Bente fertige bereits die ersten Teile des 256.000 Euro teuren Instruments. Zwar fehlen dem für die Finanzierung verantwortlichen Förderkreis noch knapp 40.000 Euro, die Gemeinde wolle den Betrag aber vorfinanzieren. Der Förderkreis zahlt das weiter über Spenden einzuwerbende Geld später zurück. Die Landeskirche beteiligt sich mit bis zu 100.000 Euro.