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Nachrichten Hallenbad Rethen soll noch bis 2011 geöffnet sein
Umland Laatzen Nachrichten Hallenbad Rethen soll noch bis 2011 geöffnet sein
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09:23 18.08.2010
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„Die Verwaltung darf nicht über einen Ortsrats- und Ratsbeschluss hinwegsehen“, fasste Torsten Borsum (SPD) die vielfache geäußerte Kritik unter zustimmendem Klopfen von CDU, FDP und der Grünen Rita Klindworth-Budny am Montag in der Grundschule zusammen. Der Ratsbeschluss vom Oktober 2008 sieht unter anderem vor, das Rethener Hallenbad erst dann zu schließen, wenn die neuen Schwimmflächen im aquaLaatzium zur Verfügung stehen. Nach derzeitigem Stand soll es Ende Januar so weit sein.

Die Vorsitzende der SPD-Ortsratsfraktion Rita Heitsch bedauerte die Verzögerung, warb jedoch für die planmäßige Schließung zum Dezember: Es sei notwendig, pünktlich mit dem Abriss des Bades und dem Bau des Familienzentrums zu beginnen. Auf den Schulunterricht wirke sich die zeitliche Verschiebung nicht aus. „Die Kinder werden im aquaLaatzium schwimmen“, sagte Heitsch. Die Vereine müssten nur drei Wochen überbrücken.

Wie Stadtrat Albrecht Dürr betonte, hätten ein Bombenfund und der harte Winter die Arbeiten um ursprünglich 13 Wochen verzögert – dank Sonnabendarbeit und andere Maßnahmen seien es jetzt nur noch drei. Auf die Frage aus dem Zuschauerraum, ob das Hallenbad nicht einfach länger betrieben werden könne, bis der aquaLaatzium-Anbau fertig ist, erwiderte Dürr unter Protestrufen der Opposition und einiger Zuhörer: „Das ist ein Aufwand, den wir in der Finanzplanung nicht vorgesehen haben.“

Martin Löhlein (CDU) rechnete schließlich laut: Bei jährlichen Betriebskosten des Hallenbades von 65 000 Euro würden die zusätzlichen drei Wochen rund 4000 Euro kosten. „Wie häufig haben wir außerplanmäßige Ausgaben. Es muss möglich sein, das lockerzumachen“, sagte Löhlein. Sein Fraktionskollege Karl Hinze ging einen Schritt weiter: Nur weil im September 2011 Kommunalwahlen seien und der Bürgermeister beim Richtfest für das Familienzentrum stehen wolle, werde am Schließungstermin des Hallenbades festgehalten, sagte Hinze. Zeitplan und Finanzrahmen für das Familienzentrum – es soll binnen eines Jahres entstehen – müsse eingehalten werden, gab Dürr zu bedenken.

Die Ortsratsmitglieder und drei weitere zuhörende Ratsfrauen einigten sich darauf, dass die Verlängerung von der Verwaltung geprüft und in den Fachausschüssen diskutiert werden soll. Aufgrund der Verzögerungen wird mit einem neuen Ratsbeschluss gerechnet.

Astrid Koehler