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Umland Laatzen Nachrichten Hunderte besuchen Laatzens Neujahrsempfang
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00:15 22.01.2014
Von Andreas Zimmer
Die Alte-Herren-Fußballmannschaft des SV Germania Grasdorf wird beim Neujahrsempfang in Laatzen geehrt. Das Bild zeigt die Sportler mit Bürgermeister Thomas Prinz (Fünfter von rechts) und Bundesschützenkönig Rüdiger Pletsch (vorn mit Schützenkette). Quelle: Andreas Zimmer
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Laatzen

Einen Vollversorger in einer Wohngegend wie in Laatzen-Mitte nannte Prinz unverzichtbar. „Ich gehe von einem Umbau aus, den wir nur begrüßen können.“ In einem Gebäudeteil sei dann der Einkauf vorübergehend in Containern oder Zelten fortzusetzen. Als Gewerbestandort könne sich Laatzen „vor Nachfrage nicht retten“, wenngleich „nicht aus allem was wird“.

Volles Haus: Laatzens Bürgermeister Thomas Prinz begrüßt Hunderte Bürger beim Neujahrsempfang.

Prinz hielt - anders als bei den Empfängen in den Vorjahren - diesmal keinen Vortrag über ein Grundsatzthema, sondern gab in etwa 60 Minuten einen Überblick, wo und wie seit 2006, also seit seinem Amtsantritt, „das Geld der Bürger sparsam und zielgerichtet ausgegeben“ worden sei. „Wir, das sind der Rat und ich.“ Ein expliziter Dank an seine Mitarbeiter fehlte. Prinz spannte einen Bogen von Krippenplätzen über Kanalsanierungen bis hin zum Klimaschutz. Den Zuhörern versicherte er, dass es auf Dauer in Laatzen „Arbeit, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Wohnungen und Freizeitmöglichkeiten geben wird“. Prinz fügte hinzu: „Eine Sicherheit, die manche Kommunen Deutschland nicht mehr bieten können.“

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Zum Empfang kamen nicht nur geladene Gäste, sondern er war für jedermann offen. Rund 300 Sitzplätze gab es. Da mehr erschienen, verfolgten diese die etwa zweistündige Veranstaltung stehend. Einen Melodienreigen von zeitgenössischer Musik bis zur Samba spannte LaWinds, das Schülerorchester der Einstein-Schule und der Musikschule. Großen Applaus gab es für das Schlagzeugsolo von Tim Bernert. Die Ansprache der Jugendbürgermeister entfiel diesmal. Im Jugendparlament gibt es Bürgermeister Prinz zufolge einen „Generationswechsel“.

Couragepreis für Donna Clara

Dieser Einstieg hat die Besucher des Neujahrsempfangs der Stadt Laatzen gepackt: In einem kleinen Rollenspiel thematisierten Martina Deschner und Johannes Cernak gekonnt das Thema Häusliche Gewalt. Dabei ist die Bühne für sie neu: Sie sind Beamte des Polizeikommissariats Laatzen. Das Spiel stoppte jäh, die Szene setzte Hans-Wilhelm Müller, Leiter des Polizeikommissariats Laatzen, am Rednerpult mit Zitaten aus der Vernehmung des Opfers bei der Polizei fort. 160 solcher Fälle gab es in Laatzen im vergangenen Jahr – Tendenz steigend. Rollenspiel und Vernehmung leiteten die Verleihung des Couragepreises des Präventionsrates der Stadt ein. Vier Vorschläge habe es gegeben, die – Müller zufolge nicht einfache – Wahl fiel auf den Verein Donna Clara in Laatzen. Die Beratungsstelle setzt sich für Frauen und ihre Rechte ein. Müller nannte die erstmalige 16-Tage-Kampagne in Niedersachsen 2013 als Beispiel. Maßgeblich organisiert wurden die landesweit rund 50 Veranstaltungen vom Bilderbuchkino bis zu Selbsthauptungskursen und Lichteraktionen von Rethen aus. 1986 wurde der Verein gegründet. Susanne Schütte und Nicole Waldmann nahmen den Preis erfreut entgegen und dankten dem Frauenzentrum Rethen für die Unterstützung. Schütte sagte, jede Frau habe eine eigene Geschichte, die, wenn sie Gewaltopfer wird, in den Hintergrund tritt. Es gelte, diesen wieder sichtbar zu machen.

Bundesweit im Gespräch

Schon allein wegen seiner großen Schützenkette stach er unter den Besuchern des Neujahrsempfangs heraus. Als er dann auf die Bühne gebeten wurde, wusste jeder warum: Der Rethener Rüdiger Pletsch ist Bundesschützenkönig. Am Sonntag hat ihn die Stadt geehrt. „Bundesschützenkönig – das ist die höchste Würde, die ein Sportschütze im Traditionsbereich des Deutschen Schützenbundes erreichen kann“, lobte Bürgermeister Thomas Prinz, der Urkunde und Blumen zusammen mit Sigrid Promann vom Sportring überreichte. Pletsch blieb nicht der Einzige auf der Bühne in grüner Kleidung. Die Farbe hatten auch die Hemden der Alte-Herren-Fußballmannschaft des SV Germania Grasdorf. „Sie vertritt seit Jahren die Farben Laatzens weit über die Stadtgrenzen hinaus“, sagte Prinz. Nach den Deutschen Meisterschaften 2011 bis 2013 sind sie auch dieses Jahr wieder dabei. Erreicht haben sie es dank der Niedersachsen-Meisterschaften 2010 und 2012 sowie einer weiteren Finalteilnahme 2011. Wenn es auch nicht zum Meistertitel gereicht habe, so sei aber die Mannschaft dreimal mit dem Pokal für die größte Vereinsdelegation geehrt worden. 90 Laatzener waren 2013 dabei, in den beiden Jahren davor 116 und 96.

Andreas Zimmer 19.01.2014
19.01.2014
Johannes Dorndorf 21.11.2018