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Nachrichten Jubiläum mit skeptischem Blick nach vorn 
Umland Laatzen Nachrichten Jubiläum mit skeptischem Blick nach vorn 
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16:59 12.11.2017
Zur Eröffnung der einwöchigen Ausstellung 100 Jahre SoVD im Leine Center erzählen Jürgen Mroz (links) und Ulrich Opel (rechts) Bürgermeister Jürgen Köhne aus der Geschichte des Sozialverbandes. Quelle: Torsten Lippelt
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Laatzen-Mitte

 Im Beisein von Bürgermeister Jürgen Köhne ist am Sonnabend im Lichthof des Leine Centers die Ausstellung „100 Jahre SoVD. 100 Jahre Solidarität.“ eröffnet worden. Die Wanderausstellung vom Sozialverband Deutschland (SoVD) zeigt in Wort und Bild auf sechs Info-Säulen die Meilensteine der in diesem Jahr gefeierten hundertjährigen Geschichte der Organisation.

Ulrich Opel konnte beim Blick auf die Historie des SoVD, der am 23. Mai 1917 als „Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten“ in Berlin gegründet worden war, beeindruckende Zahlen vortragen: Zählte der dann Reichsbund genannte Verband Ende 1918 gut 100 000 Mitglieder, waren es Ende 1919 bereits 500 000. Der durch das NS-Regime erzwungenen Selbstauflösung 1933 und seinem Verbot folgte die Wiederbegründung 1946. 

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Erst im Jahr 1999 erfolgte die Umbenennung in den heutigen Namen. „Aktuell zählen wir bundesweit 570 000 Mitglieder. Davon rund 260 000 in Niedersachsen – und davon etwa 14 700 im Kreisverband Hannover-Land, dem damit zweitgrößten in unserem Bundesland“, erklärte der Vorsitzende des Ortsverbandes Laatzen und des Stadtverbandes Laatzen-Hemmingen, der etwa 1800 Mitglieder hat, den Ausstellungsbesuchern.

Allerdings blickte Opel zusammen mit dem Kreisvorsitzenden Jürgen Mroz angesichts der Altersstruktur des SoVD etwas skeptisch in die Zukunft. „Im Durchschnitt sind unsere Mitglieder etwa 65 Jahre alt, davon übrigens zu zwei Drittel Frauen“, rechnete Opel vor. „Die Vorstände sind sogar 71 Jahre alt. In vielen Ortsverbänden findet sich seit Jahren schon kein interessierter Nachfolger.“ Er befürchtet daher, dass rund zehn der aktuell 51 Ortsverbände in Hannover-Land bei den nächsten Wahlen ohne Leitung sein werden. 

„Dabei ist der SoVD als moderner Dienstleister auf allen Bereichen aktiv und hilfreich für die Bürger – von den Themen Rente, Pflege und Arbeitslosigkeit über Schwerbehinderung und Inklusion bis hin zu gleichem Lohn für Männer und Frauen und Klagen“, sagt Opel, der um mehr Beteiligung wirbt. Beim informativen Rundgang mit Bürgermeister Köhne verwies der aus Laatzen stammende Kreisverbandsvorsitzender Mroz dafür auf die SoVD-Beratungsstelle in der Herschelstraße in Hannover.

Von Torsten Lippelt

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