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Umland Laatzen Nachrichten Junger Storch erholt sich prächtig
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19:08 19.06.2014
Von Daniel Junker
Der aus dem Nest gefallene junge Weißstorch wird von Tierpflegern auf die Auswilderung vorbereitet.
Der aus dem Nest gefallene junge Weißstorch wird von Tierpflegern auf die Auswilderung vorbereitet. Quelle: Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen
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Laatzen

Aus Freude über die gute Nachricht hat die Alt-Laatzenerin Gabriele Spors kurzerhand eine Patenschaft für das Tier übernommen - sie hatte den Angriff auf das Nest zusammen mit Annette Grüning fassungslos aus nächster Nähe beobachtet.

Dass es dem kleinen Weißstorch so gut geht, macht Spors glücklich: „Vielleicht wird dieser Jungstorch einmal eine eigene Familie gründen“, sagt die 53-Jährige. „Das ist die Mühe wert, die sich die Pfleger mit dem Tier machen.“

Mit der Patenschaft will Spors einerseits die Kosten für die Pflege des Storchs übernehmen, aber auch die Arbeit der Wildtier- und Artenschutzstation unterstützen. 100 Euro hat sie dafür gezahlt - und zwar gern. „Ich wünsche mir, dass noch viele andere Menschen eine Patenschaft übernehmen. So unterstützt man die Aufzucht und Pflege bedürftiger Tierarten.“

Am Sonntag hat die Alt-Laatzenerin Gabriele Spors den jungen Storch in Sachsenhagen besucht. „Ich durfte mit ihm eine halbe Stunde lang auf Tuchfühlung gehen“, freut sich die 53-Jährige. „Es ist ständig hungrig und nimmt selbstständig Nahrung auf. Am Sonntag hat er schon ein ganzes Küken verschlungen.“ Anfangs wurde der kleine Weißstorch noch mit einer Pinzette gefüttert.

Offenbar hat der kleine Adebar nun reichlich Appetit. „Vor zwei Wochen wog er noch 380 Gramm, jetzt ist er bald zwei Kilo schwer“, sagt Spors. Nach Angaben der Wildtierstation nimmt das ehemalige Problemküken derzeit rund 100 Gramm zu – und zwar pro Tag. Die ersten Federn wachsen bereits. „Der Storch ist putzmunter“, jubelt Spors. „Wenn er zum Waschen aus seinem Korb gelassen wird, haut er erst mal ab.“

Die Alt-Laatzenerin konnte den Storch sogar streicheln, „und das unter Begleitung eines zufriedenen Fiepen“, berichtet sie. „Das Junge legte sogar seinen Kopf zum Klappern in den Nacken“ – damit verhält es sich schon fast wie ein erwachsener Vogel. „Mittlerweile sind auch schon die ersten richtigen Rückenfedern sichtbar.“

Der Storch soll in den nächsten Tagen in eine andere Station verlegt werden. Dort würden bereits andere gleichaltrige Störche gepflegt. „In etwa drei Monaten soll das Junge ausgewildert werden“, berichtet Spors. In der Station sei das Tier des erste seit vier Jahren, das seine Verletzungen überlebt habe.

Weniger glücklich ging die Attacke des Fremdstorchs vor knapp drei Wochen für die beiden Geschwisterküken in Alt-Laatzen aus. Sie überlebten den Angriff nicht.

Johannes Dorndorf 17.06.2014
Daniel Junker 16.06.2014