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Umland Laatzen Nachrichten Kleine Fleischereien sterben in Laatzen aus
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19:29 20.01.2014
Von Daniel Junker
Eckhard Heimann ist der einzige in Laatzen verbliebene selbstständige Metzger. Er schlachtet sogar noch selbst. Quelle: Daniel Junker
Laatzen

Schon in den vergangenen Jahren hatten die Fleischereien von Lutz Lerchenberger in Grasdorf und Heinz Krückeberg-Willig in Alt-Laatzen geschlossen. In ganz Laatzen gibt es mit dem Betrieb von Eckhard Heimann nur noch eine Fleischerei, die nicht als Filiale eines größeren Unternehmens läuft. Er ist auch der einzige, der noch selbst schlachtet.

„Das Geschäft ist sehr schwierig geworden“, beschreibt Heimann die Situation der Kleinbetriebe. Größtes Problem seien die gestiegenen Auflagen. „Der Fußboden muss zum Beispiel eine bestimmte Struktur haben.“ Darüber hinaus müsse er Wasserproben aus den Leitungen und sogenannte Abklatschproben nehmen, bei denen die Wände auf Rückstände von Bakterien hin untersucht werden, erzählt Heimann. Die Stadt habe vor Kurzem erneut eine zusätzliche Auflage verhängt: Aufgrund einer neuen Vorschrift müsse sich Heimann demnächst einen neuen Fettabscheider zulegen, weil der alte nicht ausreiche.

Und: „Wir müssen alles dokumentieren. Das fängt schon bei der Abzeichnung der Reinigungspläne an“, sagt der 50-Jährige. „Ich habe kaum noch Zeit für meine eigentliche Arbeit“, ärgert sich Heimann. Schließlich müsse alles dokumentiert und abgelegt werden.

Manfred Sauer, der bis 2012 die Fleischerei an der Thiestraße in Rethen betrieben hatte, hat sein Standbein mittlerweile auf den Partyservice verlegt - allerdings aus anderen Gründen: „Die Kaufmentalität hat sich geändert“, sagt er. Während die Kunden vor Metzgereien früher noch Schlange gestanden hätten, kauften sie jetzt eher im Supermarkt. „Ich habe zwar viele Stammkunden, aber es gibt viele Leute, die nicht mehr extra zum Metzger laufen, um sich ein Stück Wurst zu kaufen“, sagt er. Heimann bestätigt das. „Viele Kunden kaufen aus Bequemlichkeit beim Discounter ein, weil sie gerade sowieso dort sind.“

Dabei seien die Preise im Supermarkt nicht unbedingt niedriger: „Es gibt zwar sehr günstige Angebote, mit denen die Discounter Kunden anlocken“, sagt Heimann. Sauer kennt aber auch den umgekehrten Fall: „Viele Produkte sind wesentlich teurer als bei den Metzgereien.“

Seine Fleischerei sei vor Wochenenden gut besucht gewesen, unter der Woche aber weniger. „Wenn das Geschäft nicht konstant läuft, kriegt man das kaum hin.“ Schließlich müsse Sauer seine Mitarbeiter bezahlen, und auch die steigenden Energiekosten ließen sich nicht komplett auf die Kunden umlegen. „Wir haben unser Kühlhaus, dazu kommen Strom, Gas und Wasser.“ Seit zwei Jahren konzentriert sich Sauer deshalb auf seinen Partyservice - auch wenn es eine schwere Entscheidung gewesen sei: „Den Betrieb gab es immerhin seit den fünfziger Jahren.“ „Als kleine Fleischerei sollte man nicht versuchen, sich gegen die Supermärkte zu behaupten, sondern seine eigene Nische zu finden“, meint Heimann. Ist dies bei Sauer der Partyservice, zeichnet sich Heimann durch die eigene Schlachtung aus.

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