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Umland Laatzen Nachrichten Kritik an Spielhalle nimmt zu
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07:37 09.04.2009
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Die Stadt beabsichtigt, beim Bau der Geschäfts- und Freizeitmeile „Laatzen-Arkaden“ auch eine große Spielhalle mit bis zu 48 Automaten zuzulassen. Anders lasse sich die geplante Bowlingbahn nicht finanzieren, so die Argumentation des Investors.

In einem Brief an Bürgermeister Thomas Prinz ruft die Arbeitsgemeinschaft der fünf evangelischen Kirchengemeinden der Region Laatzen die Stadt dazu auf, das Vorhaben zu überdenken. Die Gemeinden halten die Automatenhalle mit dem Konzept der Sozialen Stadt („Laatzen-Mitte wird top“) für nicht vereinbar. Selbst wenn daran das gesamte Projekt an der Pettenkoferstraße scheitern sollte: „Wir halten den Preis für zu hoch“, heißt es in dem Brief – und weiter: „Es muss zwischen schwarz und weiß noch Zwischenwege geben, und um eine soziale Stadt zu entwickeln, braucht es sicher mehr als nur Geschäfte und Investoren.“

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Widerstand regt sich auch bei den Arbeitsgruppen von „Laatzen-Mitte wird top“. Mitglieder des vor Kurzem gegründeten Stadtteilforums richten sich mit einer Kernbotschaft an Laatzens Bürgermeister: „Das Projekt Soziale Stadt darf sich nicht den finanziellen Interessen des Investors unterordnen.“ Die Einrichtung einer Spielhalle gebe „der hiesigen Bevölkerung mit ihrer unausgewogenen sozialen Durchmischung die falschen Signale“. Die AG-Mitglieder fragen: „Wird nicht auch mit einer Spielhalle die latente Abhängigkeit bisher unauffälliger Bürger in unserem sozialen Brennpunkt offen gelegt?“ Wie Stadtteilmanagerin Steffi Maschner auf Anfrage mitteilt, sei der Brief wegen der Kürze der Zeit nicht einstimmig vom Stadtteilforum beschlossen worden. Eine Reihe von Aktiven hätten ihn jedoch unterschrieben.

Die Laatzener CDU, die gemeinsam mit der FDP und zwei Grünen-Ratsmitgliedern gegen das Projekt gestimmt hatte, hat jetzt beantragt, über das Thema erneut in den Gremien zu beraten. Die Stadt signalisierte am Mittwoch, dass dies geschehen wird.

von Johannes Dorndorf