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Umland Laatzen Nachrichten Kunstkreis zeigt Werke aus dem Betonpark
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13:08 09.01.2017
Künstler Volker Wruck zeigt seine Werke in der Galerie des Kunstkreises.
Künstler Volker Wruck zeigt seine Werke in der Galerie des Kunstkreises. Quelle: Stephanie Zerm
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Rethen

Großstädte sind oft Betonwüsten. Aber das muss nicht negativ sein. Zumindest nicht in den Augen von Volker Wruck. Für ihn ist die Stadt ein "Betonpark": "Ein riesengroßer Spielplatz mit vielen Möglichkeiten", wie er selber sagt. Daher hat der 41-Jährige auch die "Betonpark-Studios" gegründet, unter deren Label er seine Kunst vermarktet. Dazu zählen urbane Illustrationen, Graffiti und Street Art.

Festlegen lässt sich der Hannoveraner dabei nicht. Wruck bedient sich eines experimentellen Stils, der sich nicht an Konventionen hält. Dabei ist er stets auf der Suche nach neuen Medien, die er mit Graffiti-Elementen kombiniert. Er verwendet immer wieder andere Mischtechniken und Materialien - und malt das, was ihn persönlich beschäftigt.

"Ich habe ständig das Ziel vor Augen, meinen Stil zu verbessern und mit meinen Werken Aufmerksamkeit zu finden", erklärt er. Daher hat der 41-Jährige seine neuesten Werke auch unter das Motto "Urbane Disziplin" gestellt. "Denn ohne Disziplin kann man sich nicht verbessern."

Am Sonntag hat der Kunstkreis Laatzen eine Ausstellung mit seinen Arbeiten eröffnet. Zu sehen sind Bilder mit klassischer Graffiti, Zeichnungen, die denen ähneln, die als Vorlage der gesprühten Bilder dienen, Mischtechniken mit Acryl sowie Arbeiten auf Holz. Die Motive reichen von schrillen Vögeln über Kraken im Wald bis hin zu ungewöhnlichen Porträts.

Immer wieder stellen seine Arbeiten Frauen dar - kopfüber, mit Pistole oder als kriegerische Amazone. "Meine Liebe zu meiner Frau und meinen Kindern spiegelt sich auch in meinen Arbeiten wider", sagt Wruck, der bereits in ganz Europa Graffiti-Aufträge gestaltet hat. 2004 erreichte er sogar unter mehreren hundert Teilnehmern bei der Graffiti-Weltmeisterschaft das Finale.

Zu sehen ist seine Ausstellung noch bis zum 1. Februar jeweils montags von 15 bis 17 Uhr, mittwochs von 10.30 bis 15 Uhr und sonnabends von 14 bis 17 Uhr im Kunstkreishaus an der Hildesheimer Straße 368 in Rethen.

Kunstkreis startet zuversichtlich ins neue Jahr

Parallel zur Ausstellung begrüßte der Kunstkreis Laatzen am Sonntag das neue Jahr mit einem Neujahrsempfang. Bei Sekt und der Musik des Saxofonisten Hartmut Brand zog die Vorsitzende Monika Gorbuschin eine Bilanz des vergangenen Jahres. "Wir konnten 2016 alles umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten und hoffen, dies auch 2017 tun zu können", sagte Gorbuschin.

Im vergangenen Jahr hatte der Kunstkreis zwölf Ausstellungen in seinem Gebäude an der Hildesheimer Straße 368 und sechs im Familienzentrum ausgerichtet. Zudem betreute er zwei Ausstellungen im Hans-Lilje-Haus in Hannover. Hinzu kam die Beteiligung an Veranstaltungen wie dem Fest der Sinne. Auch die Literatur kam nicht zu kurz: Gemeinsam mit dem Calenberger Autorenkreis hatte der Verein zu acht Lesungen geladen. Höhepunkte waren 2016 die Verleihung des Kunst- und Jugendkunstpreises sowie der Jugendschreibwettbewerb. 2017 will der Verein am Programmkonzept festhalten, kündigte Gorbuschin an. 

Bürgermeister Jürgen Köhne lobte das Engagement der Ehrenamtlichen. "Der Kunstkreis ist mit seinen vielen kulturellen Veranstaltungen eine große Bereicherung für unsere Stadt", betonte er. Marion Pusch, Honorar-Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim, wies in einem Vortrag unter anderem auf die Bedeutung der Kunst für den Menschen hin: "Kunst und Kultur in Verbindung mit Ethik und Werten zu fördern, sollte 2017 unsere wichtigste Angelegenheit sein."

Fotostrecke Laatzen: Kunstkreis zeigt Werke aus dem Betonpark

Von Stephanie Zerm