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Nachrichten Vor der Neuwahl: Das hat der fünfte Seniorenbeirat erreicht
Umland Laatzen Nachrichten Vor der Neuwahl: Das hat der fünfte Seniorenbeirat erreicht
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00:43 10.05.2018
Der amtierende Seniorenbeirat sitzt bei seiner letzten Sitzung Bilanz . Quelle: Dorndorf
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Laatzen

 Das war’s: Der fünfte Seniorenbeirat der Stadt Laatzen hat am Montag bei der letzten Sitzung seiner fünfjährigen Amtszeit Bilanz gezogen – und dem nächsten Seniorenbeirat zugleich seine Unterstützung angeboten. Derzeit werden die 13 Mitglieder per Briefwahl neu gewählt. Von den bisherigen Mitgliedern treten zehn nicht mehr an – darunter auch der Vorsitzende Klaus-Dieter Meyer.

An mangelndem Einsatz des bisherigen Beirats liegt der Einschnitt nicht, wie beim Rückblick Meyers auf die Aktivitäten deutlich wurde. So hatte sich das Gremium in den vergangenen Jahren immer wieder zu Wort gemeldet, wenn es um Einschnitte oder Missstände ging, die besonders Senioren betreffen. Nicht immer mit Erfolg, aber immer mit Engagement: So trommelte er unter anderem gegen die Schließung der Sparkasse in Alt-Laatzen sowie von Volksbank und Sparkasse in Ingeln-Oesselse. „Leider hatten unsere Proteste ebenso wenig Erfolg wie die Bemühungen der Politik“, räumt Meyer ein. Bei der Schließung der Notfallsprechstunde am Klinikum Agnes Karll in Grasdorf habe man hingegen einen Aufschub von einem halben Jahr herausgeholt – bis zur Eröffnung des Siloah-Neubaus in Hannover

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Nach fünf Jahren hat der Laatzener Seniorenbeirat bei seiner letzten Sitzung Bilanz gezogen. Zu den Themen gehörten Bankschließungen genauso wie die Einführung von Notfalldosen und das PC-Café.

Auch der Üstra-Begleitservice für mobilitätseingeschränke Fahrgäste wurde nach Protesten des Beirats verlängert – inzwischen laut Meyer sogar auf „unbestimmte Zeit“. „Das Angebot gibt es in der Region sonst nur in Hannover“, sagt der Vorsitzende. Auch die Telefonzellen im Stadtgebiet, für deren Erhalt sich der Beirats besonders eingesetzt habe, seien nach wie vor in Betrieb. 

Als „Erfolgsstory“ betrachtet Meyer das PC-Café im Stadthaus, bei dem Senioren monatlich ehrenamtliche Unterstützung bei Computerproblemen erhalten. „Das Angebot ist eine tolle Sache, wir können dem neuen Beirat nur empfehlen, weiterzumachen.“ Der Initiator Uwe Nortmann habe angekündigt, sein Know-How auch künftig einzubringen. Die wöchentlichen Sprechstunden des Beirats würden ebenfalls gut nachgefragt. Das gelte insbesondere für die Themen Patientenverfügung, Vorsorge- und Betreuungsvollmacht sowie Verkehrsthemen. 

Ein „Meilenstein“ war 2017 aus Sicht Meyers die Einführung der sogenannten Notfalldosen, die der Seniorenbeirat stark beworben hat. Die Dosen, die im Kühlschrank aufzubewahren sind, enthalten die wichtigsten Notfallausweise und -pässe, so dass Rettungskräfte im Ernstfall schnell an Informationen gelangen. „Zusammen mit der Feuerwehr und den örtlichen Verändern wurden rund 1000 Dosen an die Frau und den Mann gebracht“, sagt Meyer

Polizei wirbt für das Programm „Fit im Auto“

Die Laatzener Polizei will in diesem Jahr bei ihrer Verkehrsaufklärung einen Schwerpunkt auf Senioren legen. Anlass zur Sorge gäben die stark gestiegenen Verletztenzahlen bei Unfällen in Laatzen, sagte Kommissariatsleiter Ludger Westermann am Montag in der Sitzung des Seniorenbeirats: Elf der 21 Unfälle mit Schwerverletzten seien von Senioren verursacht worden. Die Polizei will deshalb das Programm „Fit im Auto“ in Laatzen vertiefen – und hofft dabei auf Unterstützung des nächsten Seniorenbeirats. Nachdem schon 2017 Theorieschulungen bei der Gleidinger Fahrschule Pleiß angeboten worden waren, könnte das Angebot in diesem Jahr um Praxisschulungen erweitert werden, erläuterte die Kontaktbeamte Janine Kilian. Der viereinhalbstündige Kurs koste 60 Euro, davon übernehme die Region Hannover die Hälfte. Als Gelände sei der Parkplatz des Erich-Kästner-Schulzentrums geeignet – zumindest in Ferienzeiten. Der Seniorenbeiratsvorsitzende Klaus-Dieter Meyer berichtete, dass die Fahrschule ihre Bereitschaft zur Fortsetzung der Kooperation bereits signalisiert habe. jd

Stufen am Leine-Center zu schwer erkennbar?

Dass auch der nächste Seniorenbeirat genügend Aufgaben habe dürfte, wurde bei der Sitzung am Montag bei der Aussprache zu einzelnen (Verkehrs-)themen in Laatzen deutlich. Erika Derks etwa bemängelt, dass die Treppenstufen, die vom Leine-Center zur Stadtbahn-Haltestelle Laatzen herunterführen, für Sehbehinderte zur schwer erkennbar seien. Die Stufen müssten farblich gekennzeichnet und abends besser beleuchtet werden. Ein Thema war auch der Zugang per Auto zu Wohngebäuden, die am Ende von Stichwegen liegen: Beiratsmitglied Fred Warnke fragte, ob ein Befahren nicht legalisiert werden könnte. In Extremfällen bleibe manchen Senioren sonst nichts anderes übrig als umzuziehen.

Zur Sitzung erschienen waren am Montag auch einige Kandidaten für den nächsten Seniorenbeirat, die von den bisherigen Mitgliedern ein deutliches Signal erhielten. „Wir stehen bereit und lassen Sie nicht im Regen stehen“, versprach Meyer – und erweiterte dies um das Angebot, bei Bedarf anfangs den wöchentlichen Sprechstunden beizuwohnen. Bei den Wünschen an den sechsten Seniorenbeirat klang am Ende etwas Wehmut mit: „Sie haben sich für eine tolle Aufgabe entschieden: Für die örtliche Gemeinschaft etwas zu tun, ist ein wichtiges Ziel. Dafür wünsche ich Immer eine Handbreit Leinewasser unter Kiel.“

Von Johannes Dorndorf

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