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Umland Laatzen Nachrichten Bekommt Gleidingen in Zukunft sogar drei Bahnlinien?
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00:47 29.04.2018
Bislang rollt nur die Linie 1 durch Gleidingen. Laut Verkehrsentwicklungplan soll künftig auch die Linie 2 und später einmal vielleicht auch die Linie 6 hinzukommen. Quelle: Dorndorf
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Gleidingen

 Die Verkehrsinfrastruktur ist in Gleidingen ein Dauerthema. Immer wieder gefordert werden etwa eine Anbindung an die Stadtbahnlinie 2 und bessere Radwege – insbesondere in Richtung Rethen. Mit dem neuen Verkehrsentwicklungsplan will die Stadt nun Ideen für die Zukunft zusammentragen, die als Leitlinie für den Aus- und Umbau von Straßen, des Fuß- und Radwegenetzes und des Nahverkehrs dienen sollen. Am Dienstagabend stellte Verkehrsplaner Heinz Mazur vom Büro PGT die Vorschläge für den Ortsteil vor. Es war nach Ingeln-Oesselse die zweite Bürgerveranstaltung dieser Art. 

Intensiv disktutiert wurde dabei insbesondere der Stadtbahnanschluss. Die schon seit längerem vorgebrachte Forderung von Politik und Stadtverwaltung, die Stadtbahnlinie 2 bis Gleidingen-Süd zu verlängern, teilt der Verkehrsexperte ausdrücklich. Langfristig könnte sogar noch  eine dritte Stadtbahnlinie bis Gleidingen geführt werden: Schon jetzt sieht der Nahverkehrsplan der Region eine Verlängerung der Linie 6 über das Expo-Gelände bis Laatzen-Mitte vor. Dass Gleidingen mit dem Baugebiet Erdbeerhof wächst könnte irgendwann ein zusätzliches Argument dafür sein, die Linie über die Gleise der Linien 1 oder 2 bis zu Laatzens südlichstem Ortsteil zu führen. Beim Busverkehr schlägt Mazur eine Verlängerung der Buslinie 390 aus Richtung Ingeln-Oesselse bis zum Bahnhof Rethen vor, um den S-Bahn-Anbindung zu verbessern.  

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Gleidingen soll seine erste Fahrradstraße bekommen. Die Planer schlagen vor, eine verbindung zwischen Rethen und Gleidingen zu schaffen, die von der Braunschweiger Straße am geplanten wohngebiet Erdbeerfeld entlang bis zur Gleidinger Triftstraße führt. Quelle: dpa

Die weiteren Vorschläge:

Fahrradstraßen: Nach hannoverschem Vorbild könnten auch in aatzen Fahrradstraßen eingerichtet werden. Konkret schlägt das Büro PGT dies für die Verbindung zwischen Rethen und Gleidingen vor. Die Strecke umfasst die gesamte Braunschweiger Straße in Rethen und führt dann am geplanten Wohngebiet Erdbeerhof entlang bis zur Gleidinger Triftstraße. In Rethen könnten zudem die Lehrter Straße und Zum Holzfeld Fahrradstraßen werden. Auf diesen Straßen sind Radfahrer privilegiert, sie dürfen beispielsweise nebeneinander fahren.

Fahrrad-Schutzstreifen: Die Radweg-Verbindung zwischen Rethen und Gleidingen ist bislang miserabel. Der Verkehrsentwicklungsplan sieht deshalb zwischen Pattenser Straße in Rethen und dem Ortseingang von Gleidingen (Am Steinacker) in Richtung Gleidingen einen durch eine gestrichelte Linie vom Autoverkehr abgetrennten Fahrrad-Schutzstreifen vor. Wie Stadtplaner Jörg Schmidt ergänzt, wäre dies nach Rücksprache mit der Region sogar auch auf der Ostseite der Straße – also in Fahrtrichtung Rethen – möglich. In der Gleidinger Ortslage sollten solche Schutzstreifen überall dort angelegt werden, wo dies trotz der Enge überhaupt möglich ist. „Ziel ist es, den Radverkehr sichtbar zu machen“, sagt Schmidt.

Radfahrer sollen sich künftig an Gleidinger Ampelkreuzungen vor Autos aufstellen können – so wie hier in Hannover an der Kreuzung Krausenstraße/Sallstraße. Quelle: HAZ: Steiner

Pole Position für Radfahrer: Vor Ampeln auf der Hildesheimer Straße sollen künftig die besten Startplätze für Fahrradfahrer reserviert sein – ähnlich der Pole Position der Formel Eins. Radfahrer können sich dann vor den Autos auf roten Aufstellflächen direkt hinter den Haltelinien postieren, auf die sie über einen kurzen, rot markierten Schutzstreifen geführt werden. Angedacht ist dies für die Ampelkreuzungen auf Höhe Osterstraße und Thorstraße. 

Tempo 30: Auf einem 850 Meter langen Abschnitt der Hildesheimer Straße zwischen den Einmündungen Am Steinacker und Am Leinkamp soll Tempo 30 gelten. Der Zeitverlust für Autofahrer beträgt laut Mazur 40 Sekunden, erhöhen würde sich insbesondere die Sicherheit für Radfahrer. 

B-6-Anbindung: Im Ortsrat war zuletzt wiederholt diskutiert worden, ob das neue Baugebiet Erdbeerhof eine direkte Anbindung an die B 6 erhalten soll. Befürchtet wird eine stärkere Verkehrsbelastung im Ort. Laut Mazur wäre dies zwar möglich, könnte aber auch umgekehrt zusätzlichen Verkehr anziehen. Wegen der Anbindung an die Braunschweiger Straße könnten Autofahrer aus Rethen oder sogar aus Pattensen den Abschnitt als Abkürzung nutzen.

Verbesserungen für Fußgänger: Die Barrierefreiheit für Fußgänger wollen die Planer erhöhen. Priorität sollen aus Sicht Mazurs die Verbindungen zwischen Bus- und Bahnhaltestellen, Grundschule und Einkaufsmöglichkeiten bekommen. Konkret schlägt er vor, den Abschnitt der Hildesheimer Straße zwischen der Stadtbahnhaltestelle Orpheusweg und der Ritterstraße/Osterstraße mit entsprechenden Leitsystemen, Querungshilfen und ähnlichen Verbesserungen auszustatten. Das gleiche gilt für den Abschnitt zwischen der Einmündung Thorstraße und der dortigen Stadtbahnhaltestelle sowie entlang der Oesselse Straße bis zur Grundschule und dem Penny-Markt.

Nächste Woche geht die Bürgerbeteiligung zum Verkehrsentwicklungsplan in die nächste Runde: Am Donnerstag, 3. Mai, stellen die Planer die Ideen für Rethen in der Grundschule am Steinweg vor. Am Mittwoch, 30. Mai, geht es dann im Erich-Kästner-Schulzentrum um Laatzen-Mitte, Alt-Laatzen und Grasdorf – jeweils von 18 bis 21 Uhr.

Von Johannes Dorndorf