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Umland Laatzen Nachrichten Feuerwehr übt Einsatz bei Brandstiftung
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00:16 01.06.2015
Was wäre wenn? Die aktiven Mitglieder der Laatzener Feuerwehr simulieren einen Einsatz im Hochhaus. Das Szenario: Eine siebenköpfige Familie ist im brennenden Keller eingesperrt.
Was wäre wenn? Die aktiven Mitglieder der Laatzener Feuerwehr simulieren einen Einsatz im Hochhaus. Das Szenario: Eine siebenköpfige Familie ist im brennenden Keller eingesperrt. Quelle: Feuerwehr Laatzen
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Alt-Laatzen

Ausgedacht hatten sich das Einsatzgeschehen Frank Fuhrmann und Thorben Gliesmann von der Ortsfeuerwehr Laatzen: Ein Brandstifter hat im Keller des Hochhauses an der Birkenstraße/Ecke Hildesheimer Straße an drei Stellen Feuer gelegt. Dadurch wird eine siebenköpfige Familie im Keller eingeschlossen. Der Brandstifter selbst flüchtet auf den Balkon einer Wohnung im zweiten Stock.

Etwa 30 Feuerwehrleute rückten bei der Übung am Mittwochabend an. „Im Einsatzfall hätten wir natürlich noch weitere Ortsfeuerwehren alarmiert“, versichert Fuhrmann. 15 Helfer mit Atemschutzgeräten machten sich daran, die Eingeschlossenen aus dem Keller zu befreien. Nach und nach wurden die Personen nach draußen getragen. Gerettet werden musste auch der Brandstifter selbst: Auf dem Fußweg vor dem Haus baute die Feuerwehr ein großes Luftkissen, den sogenannten Sprungretter auf – für den Fall, dass der Brandstifter aus Panik oder Angst vom Balkon springt. Parallel fuhr die Feuerwehr die Laatzener Drehleiter aus. Schließlich beruhigt ein erfahrener Feuerwehrmann den Täter und überredet ihn zur Aufgabe, wie Feuerwehrsprecher Gerald Senft berichtet. Mit dem Korb der Drehleiter bringen ihn die Einsatzkräfte schließlich nach unten.

Die Übung geschah ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als bekannt wurde, dass ein Alt-Laatzener Brandstifter wieder auf freiem Fuß ist. Der Mann hatte im November in einem Hochhaus an der Alten Rathausstraße ein Feuer entfacht – nur knapp 200 Meter von der Feuerwehrübung am Mittwoch entfernt. Das Amtsgericht Hannover hatte ihn zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, so dass er wieder in sein Haus zurückkehren kann.

Die zeitliche Nähe zum Urteil ist Zufall. „Die Übung war seit Wochen geplant“, sagt Feuerwehrsprecher Senft. „Wir wollten ein dramatisches Szenario, bei dem Menschen eingeschlossen sind.“ Dass gleich drei Zugänge zum Keller verschlossen sind, sei bei einer Brandstiftung plausibel.

Fotostrecke: Feuerwehr übt Einsatz bei Brandstiftung

Von Johannes Dorndorf

Daniel Junker 28.05.2015
Daniel Junker 28.05.2015