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Umland Laatzen Nachrichten Laatzens Jugendbeirat stellt erstmals Anträge
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00:17 22.10.2017
Der Jugendbeirat tagt im Sitzungsraum 503 des Rathauses und stellt Anträge, die im Rat der Stadt beschlossen werden sollen. Unter anderem wollen die Jungen und Mädchen erreichen, dass die Löcher in den Zäunen der Laatzener Bolzplätze - wie zum Beispiel am Lortzingweg - instand gesetzt werden.
Der Jugendbeirat tagt im Sitzungsraum 503 des Rathauses und stellt Anträge, die im Rat der Stadt beschlossen werden sollen. Unter anderem wollen die Jungen und Mädchen erreichen, dass die Löcher in den Zäunen der Laatzener Bolzplätze - wie zum Beispiel am Lortzingweg - instand gesetzt werden. Quelle: Daniel Junker
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Laatzen-Mitte

14 Jungen und Mädchen waren am Mittwochnachmittag im Rathaus zusammengekommen, um über für Kinder und Jugendliche relevante Themen zu diskutieren. Unter der Leitung von Stadt-Mitarbeiter Ludger Oldeweme sowie Cinja Schröder und Dariush Hollmann vom Verein Politik zum Anfassen sprachen die Teilnehmer insbesondere über die Anträge, die vor den Herbstferien beim Politik-Rollenspiel Pimp Your Town in der Albert-Einstein-Schule vom simulierten Rat beschlossen wurden. Einige der Vorschläge kamen jetzt erneut auf den Tisch, um daraus echte Anträge vorzubereiten.

Unter anderem kam die Einrichtung eines Musikraums im Jugendzentrum Pestalozzistraße zur Sprache. "Ich fände es super, wenn es einen Raum geben würde, in dem man Beats produzieren oder jammen könnte", sagte Felix. Hares gab zu Bedenken, dass man dafür die Wände dämmen müsste. "Die meisten Jugendliche wollen laute Musik." Nach Sarahs Ansicht sollte nicht nur Platz für Musik, sondern auch für Sport zur Verfügung stehen. Jennifer erwiderte, dass es neben dem Gebäude bereits einen Platz für Sport gebe. Da einige der Beiratsmitglieder noch nie im Jugendzentrum waren, wollen sie sich die Einrichtung im November gemeinsam anschauen.

Oldeweme ermunterte die Jugendlichen, ihre Vorschläge zu konkretisieren. "Wenn ihr wollt, dass Eure Ideen im Rat besprochen werden, müsst ihr richtige Anträge stellen." Begleitet von emsigen Diskussionen setzten die Schüler fünf Anträge schließlich in die Tat um.

Unter anderem wollen die Jugendlichen längere Öffnungszeiten des Schulbistros im Erich-Kästner-Schulzentrum erreichen. Statt bislang 12 Uhr regen die Schüler Öffnungszeiten bis 13.45 Uhr an. Zudem will der Beirat, dass an den weiterführenden Schulen Trinkwasserspender aufgestellt werden. "Die Schüler konzentrieren sich mit Flüssigkeit mehr auf den Unterricht", lautete die Begründung. Manche Schüler würden keine Getränke mitbringen oder sie zu Hause vergessen. Jennifer schlug vor, dass die Schüler auch eigene Trinkflaschen auffüllen können sollten. Geprüft werden soll, ob auch Papier- oder Pfandbecher zur Verfügung gestellt werden könnten.

Die Jugendlichen wollen zudem mehr Spiel- und Freizeitmöglichkeiten im Park der Sinne. Oldeweme wies darauf hin, dass diese insbesondere auf der geplanten Erweiterungsfläche möglich wären. Darüber hinaus wollen die Jugendlichen mehr Veranstaltungen für junge Laatzener im Park.

Zudem ist den Jugendlichen der Zustand der Laatzener Bolzplätze ein Dorn im Auge. "In den Zäunen der Plätze an der Birkenstraße und am Lortzingweg sind Löcher drin", sagte Jennifer. Dadurch seien die Plätze für die Jugendlichen nicht sehr attraktiv, Bälle könnten auf die Straße fliegen. Mit ihrem Antrag wollen die Jugendlichen erreichen, dass die Plätze wieder in Schuss gebracht werden.

Mit zwei weiteren Anträgen will der Beirat die Zuverdienstmöglichkeiten für Jugendliche verbessern. Jennifer begrüßte den Vorschlag für eine Schülerjob-Börse, die zum Beispiel auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden könnte. Darüber hinaus wollen die Jugendlichen erreichen, dass die Stadt Laatzen eine Internetseite einrichtet, auf der die Rechte und Pflichten von Schülerjobs aufgeführt werden.  

Anträge sollen im Rat behandelt werden

Der Jugendbeirat aus den beiden "Pimp your Town"-Projekten hervorgegangen, die der Verein Politik zum Anfassen 2016 und 2017 in Laatzen organisiert hatte. Seit dem Frühjahr treffen sich interessierte Jugendliche aus Laatzen einmal monatlich. Auch wenn der Jugendbeirat nicht - wie früher das Jugendparlament - aus gewählten Jugendvertretern besteht, sondern aus einer freien Gruppe interessierter Jungen und Mädchen, können die Mitglieder offizielle Anträge stellen, über die im Rat der Stadt beraten wird.

Aus dem Jugendfonds im Programm "Demokratie leben!" stehen 10.000 Euro zur Verfügung, mit dem der Jugendbeirat nach eigenem Ermessen Projekte über freie Träger realisieren kann. Geleitet wird das Gremium von Ludger Oldeweme vom Team Kinder, Jugend und Familie der Stadt Laatzen. Das Gremium hat unter jugendbeirat_laatzen mittlerweile auch einen Instagram-Account. 

Der Jugendbeirat kommt am jeweils letzten Dienstag des Monats um 17 Uhr zusammen, die Sitzungen sind öffentlich. "Wir versuchen, unsere Treffen im Rathaus abzuhalten", sagt Oldeweme - nach Möglichkeit im Sitzungsraum 503. Da der nächste Termin auf einen Feiertag fällt, kommt der Jugendbeirat eine Woche später am Dienstag, 7. November, wieder zusammen - dann im Jugendzentrums an der Pestalozzistraße.

Fotostrecke Laatzen: Laatzens Jugendbeirat stellt erstmals Anträge

Von Daniel Junker

Johannes Dorndorf 22.10.2017
Johannes Dorndorf 22.10.2017