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Umland Laatzen Nachrichten Spracherwerb: Kitas nehmen an Langzeitstudie teil
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00:15 26.04.2017
Auch die Laatzener Kindertagesstätte am Marktplatz nimmt an der Langzeitstudie zum Spracherwerb teil. Quelle: Dorndorf (Archiv)
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Laatzen

Die Stadt kooperiert dafür mit dem Institut für Sonderpädagogik der Universität Hannover. Für die auf drei Jahre angelegte Langzeitstudie werden rund 120 Kinder aus verschiedenen Laatzener Kitas einbezogen und bezüglich ihrer Sprachentwicklung beobachtet. 

Eingeteilt sind sie in zwei Gruppen: Zur ersten Gruppe gehören Kinder mit einem hohen Förderbedarf aus vier Einrichtungen in Laatzen-Mitte, in denen bereits täglich Sprachförderkräfte vor Ort sind: in den städtischen Kitas Brucknerweg, Im Langen Feld und Marktplatz sowie dem kirchlichen Thomaskindergarten.

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Die in der Regel noch dreijährigen Kinder der Vergleichsgruppe haben einen geringen Förderbedarf und besuchen aktuell die Kita in Gleidingen, die von St. Mathilde (Alt-Laatzen) sowie den DRK-Kindergarten in Ingeln-Oesselse.

Eine Untersuchung, wie sie nun bevor steht, habe es bisher noch nicht gegeben, betont Fachbereichsleiter Thomas Schrader. Die Stadt kooperiere seit vielen Jahren mit der Universität, die unter anderem auch die Laatzener Sprachförderfachkräfte schult. "Wir haben immer gesagt, dass Sprachförderung etwas bringt, konnten es aber bisher nicht belegen", so Schrader. Das soll sich nun ändern. Darüber hinaus versprechen sich die Beteiligten Aufschlüsse darüber, wo es noch Verbesserungs- und Veränderungsbedarf bei der Sprachförderung gibt.

Bereits im Mai sollen die ersten Tests in den sieben Kitas beginnen. Die Eltern würden zusätzlich informiert und über Frageböge zu den Sprachbiographien ihrer Kinder auch in die Studie mit einbezogen, so Schrader. Pädagogische Mitarbeiter würden dann künftig jährlich den Sprachstand der an der Langzeitstudie beteiligten Kinder aus den beiden Gruppen einschätzen und auch beschreiben, welche Methoden und Angebote ihrer Aufassung nach den Spracherwerb unterstützt haben.

Bei den Kindern mit Sprachförderbedarf handele es sich längst nicht nur um solche aus Migrantenfamilien, betont der Fachbereichsleiter: "Wir stellen auch bei deutschen Kindern zunehmenden Maße Sprachauffälligkeiten zum Beispiel beim Wortschatz und der Grammatik fest."

Die Auswertungen der Fragebögen werde ebenso wie die übrigen Aufzeichnungen für die Studie von den Mitarbeitern der Universität Hannover abgedeckt. Diese nimmt auch die Bewertung vor und will die Ergebnisse später in den Gremien vorstellen.

Abgeschlossen sein soll die Langzeitstudie zum Spracherwerb im Jahr 2020.

Die Finanzierung der Aufwendungen in Höhe von insgesamt 9000 Euro erfolge aus dem Sachkostenetat der Sprachförderung, teilte Schrader mit: "Zusätzliche städtische Mittel sind nicht erforderlich."

Von Astrid Köhler

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