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Nachrichten 354 Unterschriften für Erhalt des Marktteichs
Umland Laatzen Nachrichten 354 Unterschriften für Erhalt des Marktteichs
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00:17 13.08.2017
Von Johannes Dorndorf
Uwe Harnischmacher hat mehr als 350 Unterschriften gegen das Zuschütten des Marktteichs gesammelt.
Uwe Harnischmacher hat mehr als 350 Unterschriften gegen das Zuschütten des Marktteichs gesammelt. Quelle: Dorndorf
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Laatzen-Mitte

"In vielen Bürgergesprächen, die in ich der letzten Zeit geführt habe, trat immer mehr zu Tage, wie wertvoll der Teich als Kleinod und grüne Oase inmitten von Betonbauten ist", schreibt Harnischmacher in einem offenen Brief an Bürgermeister Jürgen Köhne, den er der Unterschriftensammlung beigefügt hat. Der Teich dürfe deshalb auf keinen Fall verschwinden. "Viele Anwohner sind seinerzeit wegen der Teichanlage hierher gezogen und sehen sich jetzt ihrer Wohnqualität und ihres Wohnwertes beraubt. Eine Graslandschaft kann ein Gewässer nicht ersetzen", findet der 62-Jährige.

Der Laatzener erinnert insbesondere an die Bürgerveranstaltung im November 2014, bei der ursprünglichen Pläne für den Marktteich vorgestellt wurden. Wie berichtet, waren die Planer damals von einer terrassenförmigen Anlage um den neu gestalteten Teich ausgegangen. Die Stadt hatte das Projekt jedoch aus Kostengründen begraben: Anfang Juni beschloss der Verwaltungsausschuss, den Teich stattdessen komplett zu verfüllen.

Harnischmacher sieht darin einen Verstoß gegen die Vorgaben des Programms Soziale Stadt, aus dessen Mitteln das Projekt zu zwei Dritteln von Bund und Land gefördert werden soll. "Die Richtlinien des Förderprogramms verlangen eine intensive Beteiligung der Bürger an den geplanten Modernisierungsmaßnahmen, ansonsten werden die Gelder nicht fließen", schreibt Harnischmacher. Stattdessen seien die Bürger mit dem Beschluss vor vollendete Tatsachen gestellt worden. "Unsere Meinung wurde nicht eingeholt, wir wurden übergangen."

Aus Sicht von der von ihm inzwischen gegründeten Interessengemeinschaft "Der Marktteich soll erhalten werden" reiche es aus, den Teich in seiner jetzigen Form zu erhalten und nur einen kleinen Teichabschnitt zu verfüllen. Außerdem müssten die notwendigen Sanierungen an Treppen und Geländern vollzogen, Papierkörbe aufgestellt und die Grünanlagen gepflegt werden. "Das kann doch wohl nicht so teuer sein", meint Harnischmacher und betont, dass auch das Verfüllen des Teichs mit entsprechendem Rückbau der Betonteile Kosten verursache.

Stadtsprecher Matthias Brinkmann betätigte, dass die Unterschriften im Rathaus eingegangen seien. Bürgermeister Köhne werde den Verwaltungsausschuss darüber informieren und einen Termin mit Harnischmacher vereinbaren.

Auf Anfrage erläuterte Brinkmann die Gründe, die bei der Stadt zum Umdenken geführt hatten. So seien die Kosten für die ursprüngliche Planung auf 478.000 Euro veranschlagt worden, das günstigste Ausschreibungsangebot habe hingegen bei knapp 600.000 Euro gelegen, hinzu kämen mehr als 100.000 Euro Planungskosten. Die Stadt habe daraufhin das Vergabeverfahren aufgehoben und neue Varianten entwickelt. Eine Variante ohne Teich, aber mit Wasserelementen hätte einschließlich Planungskosten rund 602.000 Euro gekostet, die nun beschlossene Variante ohne solche Elemente sei mit 454.000 Euro kalkuliert.