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00:15 22.05.2017
Salomon Finkelstein (links) und Henry Korman werden am Montag mit dem Theodor-Lessing-Preis geehrt. Quelle: Daniel Junker
Laatzen/Hannover

Salomon Finkelstein und Henry Korman erinnern seit 2008 in Laatzen regelmäßig an die Verbrechen des Nationalsozialismus. Ihre Zeitzeugenberichte haben zahlreiche Veranstaltungen geprägt, unter anderem haben sie sich an den Projekten "Schreiben gegen das Vergessen" und der „Reihe 70+“ beteiligt.

In der Albert-Einstein-Schule (AES) sind der heute 97-jährige Korman und der zwei Jahre jüngere Finkelstein regelmäßig zu Gast und berichten Schülern von ihren schrecklichen Erlebnissen während der NS-Zeit. Beide haben das Konzentrationslager Auschwitz überlebt. "Das ist etwas ganz Besonderes", sagt Lehrer Wilhelm Paetzmann. "Diese Begegnung vergessen die Schüler ihr ganzes Leben lang nicht und viele werden wahrscheinlich noch ihren Enkeln davon berichten."

Außerdem nehmen Finkelstein und Korman regelmäßig an der Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag in Alt-Laatzen teil und sind am 9. November bei der Kranzniederlegung an der während der NS-Zeit zerstörten Synagoge in Gleidingen vor Ort. Dafür haben sie 2013 die höchste Auszeichnung der Stadt Laatzen erhalten und sind zu Ehrenbürgern ernannt worden. 

Den Theodor-Lessing-Preis erhalten sie gemeinsam mit Ruth Gröne, die den Holocaust in Hannover überlebte. Alle drei erhielten bereits 2014 die Ehrennadel der Region Hannover. Nun werden sie am Montag, 22. Mai, um 19 Uhr im Großen Saal der Region Hannover erneut ausgezeichnet. Mit dem Theodor-Lessing-Preis werden Personen geehrt, die einen außerordentlichen Beitrag zur Versöhnung und Verständigung zwischen Deutschland und Israel oder zur Aufarbeitung der Judenverfolgung in NS-Deutschland geleistet haben.

Eine Pause gönnen sich Finkelstein und Korman danach jedoch nicht. Bereits am Mittwoch, 24. Mai, sind die fast 100-Jährigen erneut in der AES zu Gast, um beim Projekttag zum Thema Nationalsozialismus vom Holocaust zu berichten.

Von Stephanie Zerm

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