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Umland Laatzen Nachrichten Millî Görüş plant für Grasdorf eigenen Treff
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22:46 27.10.2009
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„Bisher hatten wir keine Ansprechpartner“, sagt Prinz, der sich nach eigenen Angaben bereits seit Längerem mit dem Islam und der Situation in Laatzen befasst hat. Wie viele Muslime in der Stadt leben, ist nicht bekannt. Allein 716 Türken sind gemeldet. Einen offiziellen islamischen Treffpunkt gibt es derzeit nicht. Von der als Begegnungs- und Integrationsstätte geplanten Einrichtung erhofft sich Prinz nicht nur, besser mit Muslimen in Kontakt zu kommen, sondern auch, dass diese besser in Laatzen integriert und in ihrer Vielfältigkeit öffentlich bekannter werden.

Millî Görüş plant ihre Begegnungsstätte in einem Vorderhaus an der Hildesheimer Straße 213 in den ehemaligen Geschäftsräumen des Elektroinstallateurs Heinz Hode. „Das Gemeindehaus soll als Anlaufstelle für Muslime und Nichtmuslime sowie Behörden dienen“, sagt Davut Toklu. Er ist Öffentlichkeitsbeauftragter der IGMG in Niedersachsen und hat den Bauantrag verfasst, der seit dem 17. August der Stadt vorliegt.

Auf der Fläche von rund 170 Quadratmetern seien Räume für Nachhilfe und Integrationskurse geplant, sagt Toklu. Außerdem solle eine kleine Gebetsmöglichkeit geschaffen werden. Nutzen würden diese wohl zunächst die rund 30 Mitglieder des Ortsvereins Laatzen von Millî Görüş. Wie jetzt bekannt wurde, hat sich der Verein unter dem Vorsitz von Mehmet Öztürk aus Rethen bereits im Februar gegründet. „Im Moment haben wir kein Gebäude“, sagt Öztürk. Seine wöchentlichen Treffen mit Jugendlichen, bei denen er mit jungen Männern über den Islam spricht, hält Öztürk bisher privat ab. „Wir brauchen Räumlichkeiten. Wir haben keine Geheimnisse und sind öffentlich“, betont er.

Die Entscheidung über den Bauantrag von Millî Görüş sei keine Ermessenssache, sagt Bürgermeister Prinz. „Wenn baurechtlich alles stimmt, ist der Antrag zu genehmigen.“

von Astrid Köhler