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Nachrichten Verfolgungsjagd endet auf dem Friedhof
Umland Laatzen Nachrichten Verfolgungsjagd endet auf dem Friedhof
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00:16 09.06.2017
Insgesamt acht Streifenwagen verfolgen in der Nacht zu Montag den betrunkenen Raser. Quelle: Symbolbild
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Laatzen/Hemmingen

Nachdem die Flucht, bei der auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, am Montag bekannt geworden war, nennt die Polizei inzwischen weitere Details zu dem Fall. Erstmals fiel der 34-Jährige der Polizei in Laatzen am Pfingstsonntag gegen 19 Uhr auf. Bei einer Fahrzeugkontrolle bemerkten die Beamten die Alkoholfahne des Mannes. Außerdem besaß er keinen Führerschein. Da er sich weigerte, einen Atemalkoholtest zu machen, nahmen die Beamten den Hannoveraner mit ins Polizeirevier. "Dort war er dann mit einer Blutentnahme einverstanden", berichtet Ludger Westermann, Leiter des Polizeikommissariats Laatzen. Anschließend habe der 34-Jährige seine Fahrzeugschlüssel zurück erhalten - in Verbindung mit einer Belehrung, dass er nicht mehr Autofahren dürfe.

Der Mann habe keinen volltrunkenen Eindruck gemacht und es bestand kein Zweifel an der Einsichtigkeit des Mannes, sagt Westermann.

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Dies sollte sich allerdings als Trugschluss erweisen. Denn offenbar trank der Mann weiter und legte dann erst richtig los. Gegen 1 Uhr überholte er etwa mit Tempo 100 auf der Göttinger Straße in Hemmingen einen Streifenwagen - und dies bei erlaubten 50 Kilometern pro Stunde. Die Polizisten des Kommissariats Ronnenberg nahmen sofort die Verfolgung auf. Doch der Fahrer habe die die Haltezeichen und das Blaulicht des Streifenwagen ignoriert und sei noch schneller gefahren.

Acht Streifenwagen im Einsatz

Unter Hinzuziehung mehrerer Streifenwagen verfolgte die Polizei den blauen Mazda von Hemmingen zum Landwehrkreisel und dann weiter über den Südschnellweg und am Seelhorster Kreuz auf den Messeschnellweg in Richtung Laatzen. Insgesamt versuchten acht Streifenwagen aus Ronnenberg, Laatzen und Hannover den betrunkenen Autofahrer zu stoppen. Über die Abfahrt Bemerode fuhr dieser weiter auf der Garkenburgstraße und die Straße Am Mittelfeld bis zur Ahornstraße in Grasdorf. Dort stoppte der Wagen plötzlich, Fahrer und ein Beifahrer, der ebenfalls an Bord war, flüchteten zu Fuß in unterschiedliche Richtungen.

Die Polizei nahm die Verfolgung auf. Doch die Beamten hatten zunächst das Nachsehen und konnten die Fahrzeuginsassen nicht finden. Erst durch einen hinzugezogene Hubschrauber mit Wärmebildkamera fanden sie den 34-Jährigen schließlich. Er hatte sich laut Polizei hinter einem Busch auf dem Friedhof an der Ahornstraße versteckt. Wer der Beifahrer war, sei noch nicht geklärt.

Obwohl der Betrunkene mehrmals das Rotlicht von Ampeln ignorierte und über Gehwege fuhr, wurde bei der Verfolgungsjagd niemand verletzt.

Um zu klären, wie viel Alkohol der Mann intus hatte, ließ die Polizei dem Autofahrer eine weitere Blutprobe entnehmen. Außerdem wurden mehrere Strafverfahren gegen den Hannoveraner eingeleitet.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei Ronnenberg unter Telefon (05109) 5170 oder der Polizeistation Arnum unter (05101) 852707 zu melden.

Von Stephanie Zerm