Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Post bietet Agenturdienste ab 1. Februar selbst an
Umland Laatzen Nachrichten Post bietet Agenturdienste ab 1. Februar selbst an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:15 20.01.2017
Die Postfiliale im Secondhand- und Trödelladen an der Hildesheimer Straße in Gleidingen wird ebenso wie der Laden selbst Ende Januar 2017 geschlossen. Quelle: Astrid Köhler
Anzeige
Gleidingen

"Es gibt einen nahtlosen Übergang", betonte Postsprecherin Maike Wintjen: "Wir eröffnen am 1. Februar an der Oesselser Straße 16 eine Interimsfiliale mit demselben Leistungsangebot wie vorher." Was sich allerdings ändert sind die Öffnungszeiten. Statt wie derzeit noch im Trödelladen von Ralph Brauckmann an der Hildesheimer Straße ist die Gleidinger Postfiliale dann wochentags nicht mehr vor- und nachmittags geöffnet sondern nur noch von 14.30 bis 17.30 Uhr. Die Zeiten am Samstag hingegen bleiben gleich: von 10 bis 13 Uhr.

Die Postadresse beim Pennymarkt ist vielen noch bekannt. Nicht nur war der Betreiber des dortigen Kiosks Cerstin's Corner schon einmal von Mai 2013 bis November 2014 Agenturpartner. Nachdem dieser gekündigt hatte und keinen neuen Partner gefunden wurde, betrieb die Post die gesetzlich vorgegebene Grundversorgung  schon einmal in angemieteten Räumen des Pennymarktes. Seit April 2013 ist die Post in Gleidingen nun insgesamt bereits viermal umgezogen.

Anzeige

Die permanenten Wechsel empfinde sie als "sehr unglücklich", sagte Ortsbürgermeisterin Silke Rehmert. Gleichwohl könne sie die Einzelhändler verstehen. Der Aufwand stehe für sie häufig nicht im Verhältnis zum Nutzen, zumal Personal verlässlich vorgehalten werden muss. Sie wünsche sich eine bessere Vergütung, vor allem in Gebieten mit schwachem Einzelhandel, wozu Gleidingen zählt. Viele Arbeitnehmer erledigten ihre Einkäufe und auch Postgeschäfte außerhalb von Gleidingen. Die weniger Mobilen seien dann die Gekniffenen, sagt Rehmert: "Die Situation ist unglücklich."

"Wir sehen, was los ist und versuchen schon Partnern entgegen zu kommen", sagte die Postsprecherin auf Nachfrage. Zur Bezahlung oder anderen Möglichkeiten, den Agenturbetrieb für die Anbieter attraktiver zu gestalten, wollte sie sich mit Hinweis auf die internen Vertragsbestandteile nicht äußern. "Manchmal ist es schwierig an einem Standort", so Wintjen. Die Post halte aber an ihrem seit vielen Jahren erprobten Partnermodell fest, sei weiter auf der Suche und offen für Gespräche.

Posteinrichtung ist ab 2000 Einwohnern Pflicht

Dem Postgesetz folgend ist in der Post-Universaldienstleistungsverordnung (PUDLV) das Mindestangebot an Postdienstleistungen geregelt. Paragraph 2 der PUDLV sieht unter anderem vor, dass in allen Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern Posteinrichtungen vorgehalten werden muss. In Gemeinden mit mehr als 4000 Einwohnern sowie Gemeinden, die gemäß landesplanerischen Vorgaben zentralörtliche Funktionen haben, sei zudem zu gewährleisten, dass in zusammenhängend bebauten Gebieten die stationäre Einrichtung in maximal 2000 Metern für die Kunden erreichbar ist, heißt es weiter in Paragraph 2: "Die Einrichtungen müssen werktäglich nachfragegerecht betriebsbereit sein." Öffnungszeiten sind nicht definiert.

Fotostrecke Laatzen: Post bietet Agenturdienste ab 1. Februar selbst an

Von Astrid Köhler

Johannes Dorndorf 20.01.2017
Johannes Dorndorf 19.01.2017
Tobias Lehmann 19.01.2017
Anzeige