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Umland Laatzen Nachrichten Region will Hochbahnsteige für Gleidingen prüfen
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00:15 30.10.2017
Von Johannes Dorndorf
Der Hochbahnsteig am Orpheusweg sollte ursprünglich 2022 gebaut werden. Inzwischen gibt die Region als Zeitpunkt "Mitte der 2020er-Jahre" an.
Der Hochbahnsteig am Orpheusweg sollte ursprünglich 2022 gebaut werden. Inzwischen gibt die Region als Zeitpunkt "Mitte der 2020er-Jahre" an. Quelle: Dorndorf
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Gleidingen/Rethen

Nachdem die Region ihre Planungen für Hochbahnsteige in Laatzen zuletzt mehrfach verschoben hat, kommt derzeit Bewegung in das Thema: Vor kurzem haben die  Arbeiten für die neuen Hochbahnsteige am Endpunkt Laatzen begonnen, und auch in Rethen sind die Planungen für die Umrüstung in vollem Gange.

Der Verkehrsausschuss der Region hat am Dienstag den Weg für die weiteren Planungen in Rethen freigemacht. Das Gremium befürwortete einstimmig die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens und der Ausweisung von Planungskosten in Höhe von 500.000 Euro.

Wie berichtet, will die Region die beiden bisherigen Haltepunkte Rethen-Nord und Rethen bis 2021 zur gemeinsamen Umsteigeanlage "Pattenser Straße" zusammenfassen, der an der Hildesheimer Straße liegt. Die bisherige Wendeschleife Rethen würde dann zur Buswendeschleife für die Linien 340, 341 und 346 umgestaltet. Zugleich plant die Region dort die Einrichtung von 63 Park-and-Ride-Parkplätzen. Hochbahnsteige sollen auch die Haltepunkte Galgenbergweg und Steinbrink erhalten, die Stadtbahnlinie 2 würde dann bis zum Galgenbergweg verlängert. Einschließlich der Anlage eines Kehrgleises bei Gleidingen Nord schätzt die Region die Gesamtkosten auf 21,1 Millionen Euro.

Gleidingen hat von den Plänen bislang kaum etwas - in dem Ausbauplan ist bislang keiner der Haltepunkte enthalten. Immerhin wurde jetzt der erste Planungsschritt auf den Weg gebracht: So empfahl der Verkehrsausschuss ebenfalls am Dienstag eine Untersuchung dazu, wo die Hochbahnsteige der drei Gleidinger Haltestellen errichtet liegen sollen. "Aufgrund der örtlichen Verhältnisse ist insbesondere der Ausbau der Haltestelle Thorstraße nicht ohne weiteres in Bestandslage möglich", heißt es der entsprechenden Drucksache.

Das hat auch Auswirkungen auf die anderen Gleidinger Haltestellen: "Um einen gleichmäßigen Haltestellenabstand und damit eine attraktive Erschließung zu gewährleisten, müssen folglich alle drei Haltestellen gesamthaft untersucht werden", heißt es weiter in dem Papier. Derzeit sei nicht einmal die zukünftige Lage der Haltestelle Orpheusweg sicher.

Bis die Bauarbeiten in Gleidingen beginnen, dürften noch einige Jahre vergehen. Im Ausbauprogramm Hochbahnsteige, das die Region im Januar veröffentlicht hat, ist der Haltepunkt Orpheusweg inzwischen auf "Mitte der Zwanzigerjahre" terminiert - im bisherigen Nahverkehrsplan war noch von 2022 die Rede. Die Region begründet die Verschiebung mit der Notwendigkeit, das Bauprogramm zu entlasten.

Die Ergebnisse der Variantenprüfung sollen nun immerhin in den nächsten Nahverkehrsplan aufgenommen werden, der den Zeitraum ab 2020 umfasst. Bis dahin sollen nicht nur die Lage der Haltestellen, sondern auch Varianten zu "verschiedenen Betriebsszenarien für die Stadtbahnlinien 1 und 2 einschließlich der Möglichkeit eines Linienendpunktes in Gleidingen Süd" analysiert werden - sei es für die Linie 1 oder für die Linie 2. Als Beispielszenarien nennt die Region auf Anfrage einen Mischbetrieb der beiden Linien oder die Einstellung des Betriebs bis Sarstedt. In die Überlegungen mit einbeziehen wollen die Planer auch die Führung der Buslinie 390.

Der Zeitplan: Linie 2 soll bis 2021 fertig sein

Die Region hat es mit dem Ausbau der Haltestellen durchaus eilig: Die Üstra hat für die nächsten Jahre 146 Stadtbahnen des Typs TW3000 bestellt, die nach und nach zum Einsatz kommen sollen - auch in Rethen. Im Gegensatz zu älteren Modellen ist der TW3000 allerdings nicht mit Klapptrittstufen ausgerüstet, die für Haltepunkte ohne Hochbahnsteig unerlässlich sind. "Damit die Fahrzeuge nach ihrer Lieferung sämtlich eingesetzt werden können, soll der Ausbau der Linie 2 bis Anfang der 2020er-Jahre abgeschlossen sein", heißt es deshalb bei der Region. Konkret sieht der Zeitplan für den Stadtbahnumbau in Laatzen folgende Schritte vor:

2017-2018: Bau von Hochbahnsteigen am Endpunkt Laatzen (Höhe Wülferoder Straße)

ab 2017: Planung Hochbahnsteig Rethen/Steinbrink.

bis Mai 2018: Finanzierungsantrag für Hochbahnsteige zwischen Rethen-Nord und Rethen-Galgenbergweg; politische Beschlussfassung Mitte 2019; Ausbau ab 2020

Ab 2018: Variantenuntersuchung für Hochbahnsteige in Gleidingen

2020: Inbetriebnahme Hochbahnsteig Rethen/GalgenbergwegEnde 2020: Inbetriebnahme Kehrgleis Gleidingen-Nord (Busschleife)

bis 2021: Inbetriebnahme Umsteigeanlage Pattenser Straße (Rethen)

Anfang der 2020er-Jahre: Abschluss des Ausbaus der Linie 2 (Rethen)

Mitte der 2020er-Jahre: Bau von Hochbahnsteigen am Park der Sinne (Laatzen) und am Orpheusweg (Gleidingen)

Fotostrecke Laatzen: Region will Hochbahnsteige für Gleidingen prüfen
Johannes Dorndorf 30.10.2017