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Nachrichten Grundschule muss umfassend saniert werden
Umland Laatzen Nachrichten Grundschule muss umfassend saniert werden
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15:56 24.11.2017
Die Grundschule Im Langen Feld in Laatzen-Mitte muss in erheblichem Umfang saniert werden. Quelle: Daniel Junker
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Laatzen-Mitte

 Die nächste Sanierung einer Schule steht an: Aufgrund der aktuellen Anforderungen an den Brandschutz muss die Stadt Laatzen in den nächsten Jahren mehr als zwei Millionen Euro in die Umgestaltung der Grundschule Im Langen Feld investieren. Im Zuge der Sanierung sollen auch der gestiegene Platzbedarf und Anforderungen für die Inklusion berücksichtigt werden.

Während einer Brandschutzbegehung hatte die Region Hannover einen erheblichen Handlungsbedarf im Bereich des Brandschutzes festgestellt. Daraufhin beauftragte die Stadt Laatzen ein Planungsbüro, um ein Brandschutzkonzept zu entwickeln. Dabei seien nach Angaben der Stadtverwaltung auch Änderungen des Raumbedarfs aufgrund der inklusiven Beschulung und die dringend erforderliche Sanierung der Sanitäranlagen mit behindertengerechten Toiletten berücksichtigt worden. 

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Die Umsetzung soll bereits im nächsten Jahr beginnen. In einem ersten Schritt wird das Treppenhaus von den Fluren abgetrennt. Dabei sollen gleichzeitig die Decken, Böden, Wände sowie die Belüftingstechnik saniert werden. „Die raumlufttechnischen Anlagen sollen in Teilbereichen zurückgebaut werden“, teilte die Stadt in einer Beschlussvorlage für den  Schulausschuss mit. Im gleichen Zuge werden die sanitären Anlagen umgestaltet. Allein hierfür würden nach derzeitigen Planungen rund 700 000 Euro benötigt. 

Um dem gestiegenen Platzbedarf gerecht zu werden, soll im Jahr 2019 ein Anbau am Lehrerzimmer erfolgen, zudem wird der Werkraum umgestaltet. Weiterhin soll die Schule sogenannte Differenzierungsräume erhalten, die unter anderem für die Inklusion benötigt werden. In diesen Räumen können die Lehrkräfte auf die individuellen und unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler eingehen. Hierfür plant die Stadt eine Million Euro ein. 

Im letzten Bauabschnitt sollen im Jahr 2020 die derzeitigen Räume der angrenzenden Kindertagesstätte in die Grundschule integriert werden und somit mehr Platz für die Grundschüler schaffen. Hierfür sollen 420 000 Euro bereit gestellt werden. Die Mitglieder des Schulausschusses stimmten den Plänen am Donnerstag einstimmig zu.

Schule will Schmierereien mit Graffiti bekämpfen

In den vergangenen zwei Wochen wurden die erst im Juli aufgestellten neuen Raummodule am Erich-Kästner-Schulzentrum mehrfach mit Farbe beschmiert.  Die Schule hat Anzeige bei der Polizei erstattet – sie will den Schmierereien aber auch auf andere Weise entgegentreten. Der Oberschulleiter Sven Hinzpeter hat jetzt vorgeschlagen, dass die Schüler die Container im Rahmen eines Kunstprojektes selbst verschönern könnten. „Es wäre toll, die Raummodule von unseren Schülern besprühen zu lassen“, sagte Hinzpeter

Hinzpeter schwebt vor, dass die Oberschule und das Gymnasium in einer gemeinsamen Aktion tätig werden. „Ich sehe das als Gemeinschaftsprojekt.“ Hella Kohl, Rektorin des Gymnasiums, ist von der Idee ebenfalls angetan. Die Schulleiter glauben, dass mit der farblichen Gestaltung weitere Schmierereien verhindert werden könnten. „Es gibt bei Sprayern einen Kodex, dass man Graffiti von anderen nicht übermalt“, erklärte Hinzpeter. Ein Erfolg dieser Maßnahme würde auch die Hausmeister entlasten – sie müssen die Schmierereien derzeit in mühseliger Arbeit per Hand entfernen.

Möglichkeiten zur Realisierung eines solchen Kunstprojektes gebe es viele: Die Schüler könnten zum Beispiel im Rahmen der Nachmittagsbetreuung tätig werden, möglich wäre auch eine Kunstaktion im Zuge der alljährlichen Projekttage. Die Schulleitung habe bereits mit dem Kunstkollegium Rücksprache gehalten. An der Oberschule und am Gymnasium gebe es mehrere begabte Schüler, die ein solches Projekt realisieren könnten. Hinzpeter schwebt eine Umsetzung im Frühjahr vor. 

Der Schulleiter hat sich mit seinem Vorschlag bereits an die Stadt gewandt. Die Verwaltung und die Mitglieder des Schulausschusses begrüßen das Engagement. „Die Idee wird positiv aufgenommen“, bestätigte Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Da die Raummodule der Stadt gehören, wäre das Vorhaben auch rechtlich umsetzbar. „Wir würde dazu aber wahrscheinlich eine Vereinbarung mit der Schule treffen müssen, um eventuelle Haftungsfragen zu regeln.“ dj

Wie berichtet hatten die Lehrkräfte mehrfach über erhebliche Belastungen aufgrund der Peronal- und Raumnot in der Schule geklagt. Das Kollegium hatte seinem Unmut sogar mit einem sogenannten Brandbrief an die Stadt Laatzen Luft gemacht. Mit der Integration der Tagesstätte in die Schule soll das Problem aus der Welt geschafft werden. Als Ersatz für die Tagesstätte und als Lösung für den allgemein gestiegenen Bedarf an Betreuungsplätzen entwickelt die Stadt derzeit Pläne für neue Einrichtungen. Sie sollen an der Albert-Einstein-Schule, an der Ahornstraße und auf dem Abenteuerspielplatz an der Würzburger Straße entstehen. 

Von Daniel Junker