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19:34 03.02.2015
Von Johannes Dorndorf
„Wir sind solidarisch mit Euch“: Jens Hüneke, Betriebsrat bei der Siemens-Tochter Unify, spricht beim Warnstreik der Laatzener Beschäftigten, die unter anderem mehr Lohn und Teilzeitregelungen fordern. Dorndorf (2)
„Wir sind solidarisch mit Euch“: Jens Hüneke, Betriebsrat bei der Siemens-Tochter Unify, spricht beim Warnstreik der Laatzener Beschäftigten, die unter anderem mehr Lohn und Teilzeitregelungen fordern. Quelle: Dorndorf
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Es war eine Terminüberschneidung, die nachdenklich macht. Während die Beschäftigten ihren Unmut über die bisherigen Angebote der Arbeitgeber äußerten, ging es im Gebäude selbst bei einer Betriebsversammlung um Einschnitte für die Arbeitnehmer der früheren Siemens-Sparte Unify. Knapp die Hälfte der bundesweit etwa 2900 Mitarbeiter, so ein Arbeitnehmervertreter, sollen abgebaut werden - die Unternehmensleitung sprach gestern von einem Minus von 800 Stellen sowie 300 outgesourcten Stellen.

In Laatzen gibt es nach Angaben der Arbeitnehmer derzeit rund 140 Beschäftigte, übrig blieben vermutlich „unter 100“. Thema der Betriebsversammlung seien unter anderem die Regelungen zu Interessenausgleich und Sozialplan gewesen.

Angesprochen wurde dies auch bei der Kundgebung. Jens Hüneke, Mitglied des Unify-Gesamtbetriebsrats, schilderte die aktuelle Situation des Software- und Serviceanbieters. „Nichtsdestotrotz sind wir solidarisch mit euch“, rief Hüneke den Streikenden zu. „Das, was wir als IG ­Metall fordern, ist für uns alle gut.“ Die Gewerkschaft fordert im neuen Tarifvertrag 5,5 Prozent mehr Lohn, Verbesserungen bei der Altersteilzeit und eine neu einzuführende „Bildungsteilzeit“, die es Arbeitnehmern ermöglichen soll, sich auch über längere Auszeiten hinweg weiterzubilden.

„Ob im Büro, in der Produktion oder auf Montage, wer viele Jahre hart gearbeitet hat, verdient die Chance, gesund aus dem Beruf auszusteigen“, sagte der Laatzener Betriebsratsvorsitzende Frank Wiese unter Verweis auf die Forderungen zur Altersteilzeit. Gewerkschaftssekretär Sascha Dudzik bezeichnete das aktuelle Arbeitgeberangebot von 2,2 Prozent für März bis Dezember als „Mogelpackung“. „Das ist deutlich weniger als die für 2015 erwartete Inflationsrate und die Produktivitätsrate“, sagte Dudzik.

Astrid Köhler 03.02.2015