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Umland Laatzen Nachrichten Laatzen befürchtet Mehrkosten durch Müllgebühren
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09:51 16.07.2013
Sack oder Tonne: Der Abfallentsorger schreibt die 135.000 Haushalte im Umland Hannovers an.
Sack oder Tonne: Der Abfallentsorger schreibt die 135.000 Haushalte im Umland Hannovers an. Quelle: Sven Warnecke
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Laatzen

Soll die Stadt nach der Umstellung des Abfallsystems weiter - wie bisher - die Gebühren für aha eintreiben? Um darüber zu beraten, wird am Dienstag eigens der Verwaltungsausschuss zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Laatzen verzichte ab dem 1. Januar 2014 darauf, „namens und im Auftrag des Zweckverbandes Abfallwirtschaft (aha) die Abfallgebühren festzusetzen und zu erheben“, heißt es in dem Beschlussvorschlag der Verwaltung.

Bisher erhielt die Stadt einen satten Personal- und Sachkostenausgleich für die Hilfe bei der Gebührenerhebung. Allein 2011 überwies aha rund 122.000 Euro dafür, dass Rathausmitarbeiter die Abfallgebühren veranlagten und den Grundstückseigentümern zusammen mit der Grundsteuer und den Gebühren für die Straßenreinigung zustellten.

Der Abfallentsorger will zum 1. Januar 2014 sein System umstellen. Deshalb erhalten Grundstückseigentümer neue, mitunter auch höhere Gebührenbescheide.

Für die Stadt könnte die Umstellung vor allem eines bedeuten: Mehraufwand - und damit verbunden Mehrkosten. Das künftige System sei komplizierter, die technischen Voraussetzungen für den Datenaustausch zwischen Kommunen und aha noch nicht einmal getestet, sagt Laatzens Erster Stadtrat Arne Schneider. Unklar sei außerdem, wie die neue Gebührenabrechnung organisiert werden soll und wer welche Entscheidungen trifft. Konnten beispielsweise Änderungen wie eine leer stehende Wohnung - und damit weniger Müllaufkommen - vom Eigentümer bisher direkt bei der Stadt gemeldet werden, hat diese künftig gar nicht mehr die Entscheidungskompetenz, den Gebührenbescheid anzupassen.

Für die Verwaltung sind dies zu viele offene Fragen. „Die Bürger rufen bei uns an, aber wir können gar keine Auskunft geben“, sagt Schneider. Er befürchte eine Flut von Fragen der Kunden. Deshalb sei es von Vorteil, wenn aha klarer Ansprechpartner sei und auch die Gebührenbescheide separat - und nicht mehr mit dem Briefkopf der Stadt als Ansprechpartner - verschicke.

Laatzens Bedenken teilen inzwischen nicht nur andere Kommunen - darunter Hemmingen, Langenhagen und Neustadt - sondern auch aha selbst. „Wir ändern grundlegende Dinge, die sich auf die Bescheide auswirken“, sagte aha-Sprecherin Anke Voigt. Die alten Vereinbarungen mit den Kommunen seien darauf nicht abgestimmt.

Der Zweckverband habe sich daher entschlossen, den Regionsgremien die Kündigung zu empfehlen. „Wir würden und können das selbst machen“, sagt Voigt. Das bedeute aber nicht, dass es „mit der ein oder anderen Kommune“ andere Lösungen geben könne.

Astrid Köhler

14.07.2013
Kim Gallop 14.07.2013