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Nachrichten Tierschützer protestieren vor Schlachthof in Gleidingen
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00:16 24.11.2018
Als Schweine und Schlachter verkleidete Tierschützer demonstrieren vor der Firma Leine-Fleisch in Gleidingen. Quelle: Moritz Frankenberg
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Gleidingen

 Tierschutzaktivisten haben am Mittwochvormittag vor dem Schweineschlachthof in Gleidingen die Stilllegung des Betriebs gefordert. „Aktuelles Bildmaterial aus dem September“ zeige unter anderem, dass in dem Schlachthof Schweine mit Elektroschockern bearbeitet würden, sagte der Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbüros, Jan Peifer vor dem Gelände des Betriebs. Der Geschäftsführer des Unternehmens hatte die Vorwürfe am Dienstagabend eingeräumt.

„Unsere Forderung ist, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und die Tierquälerei beendet wird“, erklärte Peifer Im Hintergrund zeigte der Verein auf einer Leinwand heimlich aufgenommene Bilder aus dem Schlachthof. Diese seien im September entstanden.

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Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen

Peifer sagte, der Schlachthof in Gleidingen sei der dritte niedersächsische Schlachthof innerhalb weniger Wochen, dem Tierschützer mit heimlichen Videoaufnahmen Tierschutzverstöße nachgewiesen hätten, bundesweit seien es neun.. Die Zentralstelle für Landwirtschaftssachen bei der Staatsanwaltschaft in Oldenburg ermittelt bereits gegen die Schlachthöfe in Bad Iburg bei Osnabrück und in Oldenburg wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit Ermittlungen gegen den Gleidinger Schlachthof.

Videoüberwachung sei nicht die Lösung für die Sicherstellung des Tierschutzes in Schlachthöfen. „Man sieht: Das bringt nichts.“ Der Schlachthof in Gleidingen hat eine eigene Videoüberwachung. Die Bilder sollen nun mit den Aufnahmen der Tierschutzaktivisten abgeglichen werden, hatte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Dienstagnachmittag mitgeteilt.

„Schlachthöfe Nein!“

Niedersachsen will sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass eine solche Videoüberwachung Pflicht in allen Schlachthöfen wird. Aus Sicht der Tierschützer wäre das unwirksam: Sie skandierten: „Kameras und Videos ändern nicht den Status Quo. Schlachthöfe Nein! Die Lösung muss vegan sein.“

Von Karl Doeleke

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