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Umland Laatzen Nachrichten Versuchte Vergewaltigung: Mann festgenommen
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20:16 11.01.2016
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Laatzen

„In der Nacht wurde jemand verhaftet“, bestätigte Geschäftsführer Burkhard Teuber vom Unterkunftsbetreiber AWO Region Hannover am Montagnachmittag. Der Verdächtige ist nach Angaben der Polizei ein 23-jähriger Asylbewerber aus dem Libanon. Er wurde in seinem Zimmer festgenommen, nachdem die Gleidingerin ihn auf einem Foto wiedererkannt hatte.

In einem Gespräch hätten rund 40 Asylbewerber im Beisein von Dolmetschern, AWO-Vertretern und der Polizei am Montagmorgen die Taten verurteilt. Der Vorwurf sorge für große Verunsicherung in der Unterkunft. Die Bewohner hätten Angst, nun zur Zielscheibe zu werden, sagte Teuber. „Wir haben versucht, beruhigend einzuwirken, aber nach den Vorfällen in Köln und Hamburg ist das schwierig.“ Außerdem sei deutlich gemacht worden, dass ein Straftatbestand erfüllt ist, der zur Abschiebung führen wird.

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„Wir wollen nichts unter den Teppich kehren“, betont Teuber. Noch stehe nicht genau fest, dass der 23-Jährige die Tat in Gleidingen tatsächlich begangen habe, betont der AWO-Geschäftsführer. Man könne sich aber „auf Polizei und Justiz verlassen“. Dies sei auch den Asylbewerbern verdeutlicht und zugesichert worden. In deren Herkunftsstaaten sei das nicht so.

Oberstes Ziel für die AWO ist es, Ruhe in das Haus zu bringen. „Wir wünschen uns, dass die Bevölkerung nicht mit Vorurteilen reingeht, sondern trennt zwischen denen, die Schutz suchen, und denen, die Verbrechen begehen.“

Auf Anfrage zählte Polizeisprecher Hilgenberg auf, dass es in der jüngeren Vergangenheit sieben Übergriffe von Asylbewerbern auf Frauen gegeben habe. Im gesamten Bereich der Polizeidirektion Hannover seien seit dem 5. November drei Straftaten gezählt worden: eine exhibitionistische Handlung, eine Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Zudem gebe es vier Strafanzeigen wegen Beleidigung, sexistischer Bemerkungen oder des „Angrapschens“.

Die versuchte Vergewaltigung in Gleidingen ereignete sich am Sonnabend an der Ringstraße. Eine 45-Jährige war beim Spazierengehen an der Hildesheimer Straße von einem Mann angesprochen worden – zunächst auf Englisch, dann wohl auch auf Arabisch. Als er anzügliche Bemerkungen und Gesten machte, wandte sich die Frau ab und ging. Kurz vor der Haustür tauchte der Mann hinter ihr auf und zeigte sein Geschlechtsteil. Als die Gleidingerin versuchte, sich in den Hausflur zu retten, griff der Mann von hinten an, fasste ihr zwischen die Beine und an die Brüste und biss in ihre Wange. Erst als die Frau laut um Hilfe schrie, ließ der Angreifer ab und rannte weg.

„Wir sind froh über den schnellen Ermittlungserfolg der Polizei“, teilten Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne und Gleidingens Ortsbürgermeister Peter Jeßberger in einer gemeinsamen Erklärung mit. „Jede Form von Gewalt und sexuellen Übergriffen, egal durch wen begangen, lehnen wir ebenso kategorisch ab wie Vorverurteilungen. Die Beurteilung der Tat ist jetzt Aufgabe der Justiz.“

Astrid Köhler/sbü

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