Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten WC-Wirrwarr macht Kioskbesitzerin stinksauer
Umland Laatzen Nachrichten WC-Wirrwarr macht Kioskbesitzerin stinksauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:08 29.05.2012
Von Johannes Dorndorf
Kioskpächterin Marion Schüßler fühlt sich von der Stadt gegängelt: Nachdem sie auf Geheiß der Stadt jahrelang die Reinigung der Außentoilette (rechts im Hintergrund) bezahlt hat, stört sich der Ortsrat nun an dem Plastikhäuschen Quelle: Dorndorf
Anzeige
Laatzen

„Da geht einem bald der Hut hoch.“ Marion Schüßler ärgert sich. Seit 18 Jahren arbeitet die Grasdorferin in dem Kiosk neben dem früheren Friedhof an der Hildesheimer Straße - und sie mag ihren Job. Wären da nicht manche städtische Auflagen und Amtshandlungen, die ihr die Laune verderben.

Einer der Steine des Anstoßes war unlängst ein Ortstermin des Laatzener Ortsrats. Das Gremium stört sich an der Dixi-Toilette neben dem Kiosk - zu hässlich für die parkähnliche Anlage, meinen die Kommunalpolitiker. Dabei sei es die Stadt gewesen, welche die Aufstellung des Aborthäuschens vor vielen Jahren verfügt hatte, erinnert sich Schüßler. Als sie den Kiosk vor sieben Jahren übernahm, habe sie es von ihrem Vorgänger erworben. „Das Klo kann von mir aus weg. Aber sie sollen nicht nach sechs Wochen kommen und fordern, es wieder aufzustellen“, stellt die 53-Jährige klar. Ihre Kunden könnten weiterhin in der Kiosktoilette ihre Notdurft verrichten.

Anzeige

Der wunderliche WC-Wirrwarr ist für Schüßler nicht das einzige Ärgernis. Richtig echauffieren kann sie sich über das Parken vor ihrer Bude: Weil es in dem Bereich nahe den kostenpflichtigen Klinikparkplätzen zu wenige andere Abstellflächen gibt, hat die Stadt eine kleine Zone für Kurzzeitparker vor dem Kiosk eingerichtet. 15 Minuten dürfen Autofahrer dort stehen - ein Entgegenkommen der Stadt.

Theorie und Praxis kollidieren anscheinend jedoch: Stadtmitarbeiter würden nicht nur Dauerparkern, sondern auch Kioskkunden Ordnungsgelder aufbrummen, wenn sie keine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe legen. „Früher wurde dort nur aufgeschrieben, wenn Leute parkten, die keine Kunden sind“, erinnert sich Schüßler. Durch die Ticketpolitik würde sogar Kundschaft wegbleiben. Sie fühle sich von der Stadt gegängelt.

Die Verwaltung weist den Vorwurf zurück: „Wenn sich jemand in der Nähe zu erkennen gibt, werden mündliche Verwarnungen ausgesprochen“, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. „Wenn sich die Autofahrer einsichtig zeigen, bleibt es dabei in der Regel“, ergänzt er.

Lange dürfte der Konflikt wohl nicht mehr schwelen. Schüßler hat bereits ihre Konsequenzen gezogen und den Pachtvertrag gekündigt. Im Sommer 2014 werde sie den Kiosk aufgeben.

Anzeige