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Laatzen Stadt will Halteverbot am Bahnhof ausweiten
Umland Laatzen Stadt will Halteverbot am Bahnhof ausweiten
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00:21 17.11.2018
Auf der Koldinger Straße wird es schon bei parkenden Autos manchmal eng. Weil dort vor allem nachts auch Lastwagen abgestellt werden, soll das Halteverbot ausgeweitet werden. Quelle: Dorndorf
Rethen

Schlechte Nachrichten für Bahnpendler in Rethen: Die Stadtverwaltung will auf Hinweise aus dem Ortsrat hin das bestehende Halteverbot an der Koldinger Straße hinter dem Rethener Bahnhof deutlich ausweiten. Der Bereich wird bislang teils von Pendlern genutzt, die ihr Auto auf der Rückseite des Bahnhofs abstellen, um von dort per S-Bahn, Zug oder Stadtbahn weiter zu fahren.

Grund für die geplante Einschränkung ist die Verkehrssicherheit in dem Bereich. So hatte die CDU/FDP-Gruppe moniert, dass am Fahrbahnrand abgestellte Lastwagen die Straße so einengen, dass ein gefahrloses Passieren kaum möglich ist. „Der Fließverkehr Richtung Hermann-Löns-Straße kann dem Gegenverkehr nicht mehr ausweichen. Für uns stellt das eine Gefahrensituation dar, die es abzustellen gilt“, begründet Elke Heinrich (CDU) die Bedenken. Abgestellt würden dort vor allem nachts Zugmaschinen und Anhänger, die vermutlich im Zusammenhang mit dem nahe gelegenen Paketdienstleister GLS stünden. „Bei regulärer Geschwindigkeit hat man keine Chance zu überholen“, ergänzte Peter Friedsch (CDU).

Stadtbaurat Axel Grüning bestätigt die Bedenken. „Wir haben gemessen und teilweise deutliche Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt“, berichtete er am Dienstagabend in der Sitzung des Ortsrats. Denn Autofahrer, die die lange Reihe der parkenden Autos passieren wollen, führen dort schneller, um nicht in den Gegenverkehr zu geraten. Die Verwaltung werde deshalb das bestehende Halteverbot um weitere 200 Meter in Richtung Brücke/Hermann-Löns-Weg verlängern, so dass künftig nur noch 100 Meter verbleiben. Die Nachteile seien der Verwaltung bewusst: „Das ist für die, die die Stellflächen als Pendler nutzen, unkomfortabel“, sagt Grüning. „Aber die Verkehrssicherheit geht in diesem Fall vor.“

Rita Heitsch und Ernesto Nebot (beide SPD), aber auch Peter Friedsch (CDU) schlugen vor, statt eines allgemeinen Parkverbots ein Halteverbot nur für Lastwagen einzurichten, denn nur um diese gehe es. Heiko Schönemann (SPD) kann sich hingegen eine Aufteilung in kleinere Parkboxen vorstellen, die für Lastwagen zu kurz sind. Grüning sieht jedoch rechtliche Probleme, auch weil es sich um ein Gewerbegebiet handle: „Lastwagen sind laut Straßenverkehrsordnung grundsätzlich genauso berechtigt dort zu parken.“ Es sei „rechtlich schwierig“, ein flächendeckendes Lkw-Parkverbot einzurichten. Die Idee Ernesto Nebots, kleinere Stellflächen durch Poller abzugrenzen, sei ebenfalls problematisch: „Rechtlich gesehen wäre das ein Verkehrshindernis – das dürfen wir nicht machen.“

Park-and-Ride-Fläche soll 2020 eingerichtet werden

Die geplante Park-and-Ride-Anlage am Rethener Bahnhof wird voraussichtlich später eingerichtet als gehofft. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass im Januar 2019 die Planung für die Statik der Lärmschutzwand vorliegt. „Im ersten Quartal sollen dann die Bauunterlagen eingerichtet werden“, kündigte Stadtrat Axel Grüning jetzt im Ortsrat Rethen an. Im Sommer 2019 könnten dann Fördermittel beantragt werden, die Ausschreibung und Auftragsvergabe sollen ebenfalls noch 2019 erfolgen. Grüning geht nach derzeitigem Stand davon aus, dass im ersten Quartal 2020 mit dem Bau der Anlage begonnen wird. Bislang war von einem Baubeginn 2019 die Rede. Die Anlage soll südlich des Rethener Bahnhofsgebäudes entstehen.

Parallel verfolgt die Stadt das Ziel, die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder im Bahnhofsbereich zu verbessern. „Die Region sieht grundsätzlich einen Bedarf“, sagte Grüning. Standort einer Bike-and-Ride-Anlage könnte der bestehende Parkplatz am Bahnhof werden, wo es bereits Fahrradständer gibt. Die Region erstelle derzeit eine Machbarkeitsstudie im Zuge der Planungen für den barrierefreien Umbau des Bereichs. Die rot-rot-grüne-Mehrheitsgruppe im Ortsrat hatte beantragt, dort zusätzlich Fahrradgaragen und Aufladestationen für E-Bikes unterzubringen. Grüning gab dazu eine grundsätzliche Einschätzung der Region wieder: „Nach den Erfahrungen der Region werden Lademöglichkeiten für E-Bikes an Bike-and-Ride-Anlagen nicht nachgefragt – zumindest bislang.“ jd

Die rot-rot-grüne Mehrheitsgruppe schlägt vor, die Abstellanlage für Fahrräder am Rethener Bahnhof zu modernisieren. Quelle: Dorndorf

Von Johannes Dorndorf

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