Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Laatzen Sind Gründächer bald Pflicht in Laatzen? Rot-Rot-Grün geht voll auf Ökokurs
Umland Laatzen

Sind Gründächer in Laatzen bald Pflicht? Rot-Rot-Grün geht voll auf Ökokurs

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:02 08.11.2019
Ökostadt Laatzen: Die Mehrheitsgruppe wünscht sich für Laatzen mehr Gründächer, mehr Baumpflanzungen und weniger Schottergärten. Quelle: Johannes Dorndorf/Astrid Köhler/Christian Behrens
Laatzen

SPD, Grüne und Linke im Rat der Stadt wollen künftig weit mehr auf Ökothemen setzen als bislang. In Reaktion auf die Klimakrise hat die Mehrheitsgruppe, zu der auch die Ratsherren Uwe Faull und Heinz Scheibe gehören, eine Liste an Vorschlägen und Anträgen erarbeitet. Das Spektrum reicht von der Vorschrift, bei Neubauten mit Flachdächern Begrünung und Fotovoltaik vorzuschreiben, bis zum 1000-Bäume-Programm für Laatzen.

Klimaschutz soll höchste Priorität bekommen

„Der Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem: Er ist ein Wirtschafts-, Sicherheits-, Gesundheits- und Artenschutzproblem und eine Gefahr für den Frieden“, schreiben Mathias Krüger (Grüne), Jan Maximilian Teiwes (SPD) und Heinz Scheibe (parteilos) in einem gemeinsamen Antrag. „Da bisher ergriffene Maßnahmen nicht ausreichen, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen, hat das Handeln in diesem Bereich höchste Priorität.“ Vorhaben zur Eindämmung seien „schnellstmöglich umzusetzen.“

Konkret fordert die Mehrheitsgruppe, dass die Stadt künftig all jene Probleme bevorzugt angeht, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken. Über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Senkung von Emissionen müsse jährlich berichtet werden und die Stadt sich für ein nationales Förderprogramm Masterplan Klimaschutz Kommune einsetzen. Rot-Rot-Grün reagiert damit ausdrücklich auf einen Antrag des Laatzener Jugendbeirats, der die Ausrufung des Klimanotstands gefordert hatte.

Werden Gründächer bald zur Pflicht?

Der Antrag zählt zu den Ergebnissen einer Arbeitsgruppe, die kurzfristig umsetzbare Projekte aufgelistet hat. Der Ideenkatalog im Überblick:

Gründächer: Bei Neubauten mit Flachdach in Laatzen könnte eine Dachbegrünung mit Fotovoltaikanlage künftig Pflicht werden. Je nach statischen Voraussetzungen soll die Grün-Vorschrift auch für Grundsanierungen von Flachdächern gelten – mindestens zur Hälfte. Nach Münchner Vorbild könne die Stadt ein Förderprogramm auflegen.

Baumpflanzungen:Unter dem Motto „1000 zusätzliche Bäume in Laatzen“ sollte die Stadt private Pflanzungen bezuschussen und Bäume zum Einkaufspreis an Private abgeben.

Grünstreifen: Sie sollen auf öffentlichem Grund in Blühstreifen umgewandelt werden, städtische Rasenflächen würden zur Hälfte zu Blühflächen. Auch private Eigner gelte es zu überzeugen.

Begrünungen: Begrünungen wünscht sich die Mehrheitsgruppe auch bei Dächern von Bus- und Bahnhaltestellen, an Fassaden privater Häuser und an Betonwänden von Unterführungen und Brücken.

Schottergärten: Bei Neubauten sei eine Versickerung des Regenwassers zu regeln, bei Bestandsbauten unterstützt die Stadt eine freiwillige Entsiegelung. Entsprechende Hinweise für Eigentümer – etwa von Schottergärten – könne den Gebührenbescheiden beigelegt werden.

Neubauten:Eine Grundwasserabsenkung soll bei der Genehmigung neuer Gebäude vermieden werden

Laatzen soll bei „Masterplan Stadtnatur“ vorbereiten

In einem zweiten Antrag fordert Rot-Rot-Grün die Stadtverwaltung dazu auf, sich um Fördermittel zu bemühen. Die Bundesumweltministerium habe für 2020 ein weiteres Förderprogramm angekündigt, an dem sich Laatzen beteiligen soll. Die Stadt soll schon jetzt ein Programm erstellen, um auf die Antragstellung für den sogenannten „Masterplan Stadtnatur“ vorbereitet zu sein. Außerdem erinnert die Ratsgruppe an einen politischen Beschluss aus dem Jahr 2013, dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beizutreten, der nie umgesetzt worden sei.

Lesen Sie auch

Von Johannes Dorndorf

Autofahrer aufgepasst: Der Parkplatz am Aqualaatzium in Laatzen-Grasdorf wird ab Montag, 11. November, für knapp zwei Wochen saniert. Teile der Fläche an der Hildesheimer Straße sind dann gesperrt. Die Zufahrt zum Bad mit Saunabetrieb und Aquafit sowie das Parkdeck bleiben aber jederzeit erreichbar.

08.11.2019

Diesmal erwischte es einen 55-Jährigen aus Ostholstein: Auf der Höhe der B443 bei Rethen ist ein Autofahrer am Donnerstagabend mit seinem Toyota Prius in das Gleisbett der Stadtbahn geraten. Die Feuerwehr hob das Fahrzeug auf die Fahrbahn.

08.11.2019

Wie lassen sich lange Wartezeiten bei Notfall-Behandlungen vermeiden? Nach der jüngsten Debatte um das Klinikum Agnes Karll laden Seniorenbund und Seniorenbeirat zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit Experten ein.

08.11.2019